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Star Trek: The Next Generation

TNG 3.8 – The Price

Interessante Folge über Counselor Troi, die sich in einen Mann verliebt, der an Bord kommt, um an einer Auktion um ein Wurmloch teilzunehmen, das eine Abkürzung in den Delta-Quadranten erlauben soll und somit von geopolitischer Bedeutung ist. Trois Lover ist schnell als manipulativer Narzisst erkennbar, der es genießt, andere zu kontrollieren und der geheim hält, dass er ein halber Betazoide ist, der Gefühle seiner Gegenüber zu seinem Vorteil nutzt. Nachdem sich Troi ein bisschen mit diesem Groschenromanmann vergnügt hat, erkennt sie sein düsteres Spiel, entlarvt ihn und scheint ihm am Ende auch verziehen zu haben, denn Frau istgleich Gnade.

Die beste Szene gibt’s am Anfang, wenn die gestresste Troi sich beim Replikator eine heiße Schokolade bestellt, aber eine richtige, eine leckere. Doch der Computer kann dem nicht folgen, da er nur eine heiße Schokolade erstellen kann, die nutritional value hat, die gesund ist, die eklig ist, die keinen Genuss hat.

In dieser Folge gibt es auch die berühmte Szene, in der sich Troi und Beverly Crusher zum Stretching treffen. In hautengen Outfits spreizen sie die Beine und strecken ihre Hintern in die Kamera, während sie in engen Berührungen über ihre Liebe zu Männern sprechen. Sich räkelnde Frauen, die von Männern schwärmen. Warum schwärmen sie nicht im Zehnvorne oder beim Herumgehen im Schiffskorridor? Irgendwer (vielleicht Roddenberry?) wollte das offenbar unbedingt jetzt sofort so drehen. Es gab nicht mal ein Sportraum-Set, gedreht wurde offensichtlich im Schiffskorridor-Set.

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TNG 3.5 – The Bonding

Ein Crewmitglied stirbt. Sie hinterlässt einen Sohn, der bereits seinen Vater verloren hat. Worf, der das Bodenteam leitete, zu dem die Mutter gehörte, fühlt sich nun verantwortlich und will das Kind mittels Klingonenritual brüderlich an sich binden. Verantwortlich fühlt sich auch die Energie-Lebensform, durch die die Mutter zu Tode kam. Als Entschuldigung will die Lebensform das Kind mit auf den Planeten nehmen, indem sie sich ihm als seine Mutter ausgibt und ihm ein idyllisches (aber illusorisches) Leben verspricht.

Erstaunlich an The Bonding ist, dass fast jede Szene eine intensive Szene zwischen zwei Figuren ist, in denen es um Tod, Verantwortung, Traumaverarbeitung geht. Am stärksten ist die Szene zwischen Beverly und Wesley Crusher. Nachdem sie sich seit dem Tod des Vaters voneinander entfremdet haben, sprechen sie jetzt erstmals über ihre Gefühle. Die Folge ist psychotherapieinformiert, was man auch daran sieht, dass Troi am Ende zwischen allen vermittelt. Man kann darin ein Plädoyer für Empathie sehen, aber auch einen Zwang, Frauen in mütterliche Rollen zu pressen.

Dies war der erste Schreibjob von Ronald D. Moore. Er hatte es mit viel Glück geschafft, ein Spec-Script einzureichen, welches für außergewöhnlich gut befunden und dann auch produziert wurde. Moore wurde fest für die Serie angestellt, schrieb später für Deep Space Nine (1993-1999) und ganz kurz für Voyager (1995-2001) und ist wahrscheinlich am bekanntesten für seine Funktion als Showrunner des Remakes von Battlestar Galactica (2004-2009).

Bemerkenswert ist auch, dass The Bonding die Folge war, die Michael Piller (Chefautor der dritten Staffel) dazu anregte, ein Open Submission-Konzept für Star Trek zu installieren. Das ermöglichte es, nicht-professionellen Autoren, Drehbücher einzureichen. Die Produktion erhielt dadurch jährlich mehrere tausend Drehbücher aus aller Welt. Angeblich wurden die alle gelesen und aus manchen wurden tatsächlich Folgen (wie Yesterday’s Enterprise).

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TNG 3.3 – The Survivors

Diese Folge hat mal wieder ein leichtes Horrorelement, denn Counselor Troi hört ganz laut die Melodie einer Spieluhr. Das ist klaustrophobisch gemacht, wie die Kamera nah an ihrem Gesicht klebt, während sie allein in ihrem Quartier hin und her geht, verunsichert. Verunsicherung sieht man in Star Trek selten. Alle sind immer on top of things.

Ansonsten spinnt die Folge ein nettes Mysterium um ein Rentner-Ehepaar, das scheinbar ganz allein den Angriff einer übermächtigen Spezies überlebt hat. Alle anderen Bewohner des Planeten wurden vernichtet. Wie kann das sein? Picard riecht Betrug und weil er der weise Picard ist, ahnt er irgendwann, welch absurdes Spiel hier gespielt wird. Hätte ich die Auflösung vorher gewusst, hätte ich die Folge wohl weniger gespannt verfolgt. Ich hoffte die ganze Zeit, dass es hier vielleicht auch ein bisschen um die Borg gehen könnte.

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TNG 2.22 – Shades of Grey

Mir fallen zu dieser Folge drei positive Punkte ein: (1) Es ist ein bisschen lustig, Marina Sirtis beim Grimassieren zuzusehen. (2) Es ist ein bisschen eklig, wie die Nadeln in Rikers Schädel gesteckt werden. (3) Das Publikum kann sich ein kleines bisschen in Riker hineinversetzen, weil sich die Schmerzen, diese Folge zu sehen, mit jeder Minute potenzieren, parallel zu Rikers immer schlimmer werdenden Erinnerungen. Pulaski und Troi haben nämlich festgestellt, dass positive Erinnerungen seinen Zustand verschlechtern, negative ihn verbessern.

Shades of Grey ist die schlechteste Folge der ganzen Serie, vielleicht die schlechteste Folge aller Serien jemals. Nicht lustig-schlecht, sondern verschwendete Zeit. Man könnte hier immer noch den Autorenstreik verantwortlich machen, wegen dem diese Staffel nur 22 statt 26 Folgen hat. Es hätten aber auch gern 21 sein können. Wer die Folge noch nicht gesehen hat, sollte sie auch nicht schauen.

Meine Lieblingsfolgen der zweiten Staffel: The Measure of a Man, Q Who und Manhunt. Die schlechteste ist hiermit bestimmt. Staffel Eins war ein Hin und Her zwischen wirklich coolen und wirklich miesen Folgen. Staffel Zwei: wenig wirklich cooles, wenig wirklich schlechtes, meist Mittelmaß.

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TNG 2.14 – The Icarus Factor

Dies ist eine spaßige Slice-of-Life-Folge. Es passiert nichts Großes, aber alle Figuren haben ihre Problemchen. Riker trifft seit vielen Jahren seinen Vater wieder. Worf ist gereizt. Wesley will Worf helfen. Geordi und Data wollen Wesley helfen, Worf zu helfen. Pulaski will auch helfen, hatte aber mal was mit Rikers Vater. Riker bekommt den Captain-Posten auf einem anderen Schiff angeboten. Troi ist traurig, weil Riker die Enterprise verlassen wird. Troi und Pulaski reden drüber, weil Troi steht ja auf Riker und Pulaski steht auf Rikers Vater. Riker und sein Vater tragen ihre Probleme in einem lächerlichen American Gladiators-Kampf aus. Am Ende bleibt Riker doch auf der Enterprise, Worfs Problem ist gelöst, alle freuen sich, Ende.