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Star Trek: The Next Generation

TNG 7.16 – Thine Own Self

Data landet in einem Dorf, das technisch noch im Mittelalter steckt. Seine Uniform ist zerrissen, er hat sein Gedächtnis verloren, weiß nicht, wer er ist und woher er kommt. Die Dorfbewohner halten ihn für einen Iceman aus den Bergen. Er hat einen Koffer dabei. Auf dem Koffer steht in roter Warnschrift das Wort Radioactive. Die Dorfbewohner wissen nicht, was das bedeutet. Data weiß es auch nicht. Sie öffnen den Koffer und holen hübsche glänzende Steine heraus und verteilen und verkaufen sie im Dorf. Nach und nach werden die Menschen des Dorfes krank. Data, der nach wie vor über seine kognitiven Fähigkeiten verfügt, versucht die Ursache der Krankheit zu finden und erarbeitet sich methodisch das Wissen, um die Ursache der Krankheit zu finden und die Bewohner zu heilen. Es ist eine gut erzählte Geschichte. Ein Mädchen hilft ihm dabei, während sie selbst strahlenkrank wird, gespielt von Kimberly Cullum, sehr gute Jungdarstellerin, die Anfang der Neunziger in anderen Serien und auch in ein paar Filmen war. Währenddessen lässt sich Troi auf der Enterprise zum Commander befördern. Um den großen Commandertest bestehen zu können, erteilt Riker ihr eine weise Lektion.

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TNG 7.15 – Lower Decks

In dieser Folge spielen vier untere Offiziere die Hauptrollen. Das sind der Mensch Sam, die Bajoranerin Sito, der Vulkanier Taurik und die immer lächelnde Alyssa, Doktor Crushers langjährige Assistentin. Die vier sind befreundet, stehen aber in Konkurrenz um eine Beförderung. Aus ihrer Sicht wirken die Hauptfiguren der Serie wie furchtbare Vorgesetzte. Auf ein „Aye aye, Sir!“ fährt Riker Sam an, er solle nur ein mal Aye sagen. Und Picard macht Sito wegen ihres Charakters runter (was sich später aber als total weise Art des Mentorings herausstellt).

Gut ist die Beziehung zwischen Sito und Worf. Worf bringt ihr wichtige Weisheiten bei. Als Sito auf eine Spezialmission aufbricht, bei der sie mit einem Shuttle in cardassianisches Gebiet fliegen muss, verabschiedet Worf sie und steht noch eine Weile am Shuttle-Dock und schaut ihr nach.

Sito ist auch der tragische Kern der Folge. Sie war in The First Duty eine der Kadetten, die zusammen mit anderen Kadetten ein verbotenes Flugmanöver versuchten, wodurch ein Mitkadett starb. Interessante Szene ist eine Parallelmontage beim Pokern. Die höheren und die unteren Offiziere spielen gleichzeitig Poker. Dabei wird ständig zwischen den Szenen hin und her geschnitten.

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TNG 7.14 – Sub Rosa

Doktor Crusher verliebt sich in einen Geist namens Ronin. Der spukt in einem Spukhaus herum, das sogar ein quietschendes Metallgartentor besitzt. Irgendwie sorgt der Geist auch dafür, dass zwischenzeitig knöcheltiefer Roger Corman-Nebel auf der Enterprise herum kriecht. Es gibt einige Spuk-Bilder: Friedhöfe, von alleine wackelnde Spiegel, Schotten. Und Beverly Crusher ist Ronin, der mit tiefer schneidender Stimme spricht, hilflos ausgeliefert. Sie erzählt Troi, dass Ronin sie genau so berührt, wie sie es mag, was an Dialoge aus 90er-Softcore-Filmen erinnert. In einer Szene, als Crusher gerade ganz erregt ist, klopft Picard an die Tür, kommt ungebeten herein und entschuldigt sich, er habe ja geklopft, aber wurde nicht hereingebeten und die Tür war nicht abgeschlossen, also ist er einfach hereingekommen. Semi-interessante Folge, Regie von Jonathan Frakes, viele grüne Wolken.

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TNG 7.13 – Homeward

Eine Prime Directive-Folge mit Worf in der Hauptrolle, der nach langer Zeit seinen menschlichen Bruder wieder trifft, von dessen Existenz wir in dieser Folge zum ersten mal erfahren. Dieser Bruder heißt Rozhenko und lebt seit einiger Zeit auf Boraal II. Die Bevölkerung lebt noch auf vortechnischem Niveau. Rozhenko hat sich in einem Dorf eingelebt und tut vor der Bevölkerung wie ein normaler Bewohner. Problem: Der Planet stirbt, die Atmosphäre geht kaputt, alle Bewohner werden sterben. Rozhenko will die Bewohner retten, zumindest sein Dorf, und bittet die Enterprise, eine künstliche Biosphäre zu errichten. Doch Picard lehnt ab und zitiert die Prime Directive. Die Sternenflotte darf sich nicht in die Angelegenheiten anderer Völker einmischen, selbst wenn sie ein Massensterben verhindern könnte. So sitzt man nun also auf der Brücke und schaut zu, wie sich die Atmosphäre von Boraal II braun färbt und alle Planetenbewohner tötet. Kaltblütiger geht es kaum.

Rozhenko nutzt nun einen Plan B. Er beamt im Geheimen die Bewohner seines Dorfes aufs Holodeck, ohne dass die Bewohner das merken, denn auf dem Holodeck hat er bereits eine genaue Nachbildung ihrer Heimatwelt errichtet. So zwingt er die Enterprise und Captain Picard, einen anderen Planeten für die Dorfbewohner zu finden. Auf diesen Planeten sollen sie dann runter gebeamt werden, ohne dass sie merken, dass sie jemals auf einem Raumschiff waren. Natürlich läuft der Plan nicht ganz glatt, aber am Ende funktioniert es doch. Der Bart, den Worf als Boraalier verkleidet trägt, lässt ihn richtig warmherzig wirken.

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TNG 7.12 – The Pegasus

Gute Folge über einen von der Sternenflotte unter den Teppich gekehrten Verstoß gegen Sternenflotten-Regularien, die der weise immergute Picard aufklärt und zur Anklage bringt.

Toll ist der Captain Picard-Day noch vor dem Intro, wo Picard sich Kinderzeichnungen ansieht, die ihn selbst darstellen, und die beste auswählen muss, während Riker eine kleine Picard-Puppe neben den Mund hält und Picard ziemlich gut imitiert. Wir lernen außerdem, dass Riker in seiner bartlosen Zeit oft Fähnrich Babyface genannt wurde, werden mit der Enterprise ins Innere eines Asteroiden gesperrt und hören Geordi La Forge mal wieder seinen Lieblings-Satz sagen, den er immer sagt, wenn ihm eine brillante Idee gekommen ist: „Wait a minute! If we substract the gamma radiation coil from the“ und so weiter. LeVar Burton führte hier wieder Regie.

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TNG 7.11 – Parallels

Frisch aus dem Urlaub stellt Worf fest, dass sich die Dinge um ihn herum ständig ändern. Manchmal sind es kleine Dinge, wie Bilder, die plötzlich woanders hängen, oder Gegenstände, die plötzlich woanders stehen. Mal sind es größere Dinge, wie dass Counselor Troi plötzlich Worfs Ehefrau ist, oder dass Worf plötzlich erster Offizier ist und Riker der Captain, weil Picard damals in The Best of Both Worlds nicht von den Borg gerettet werden konnte. Bevor Worf herausfindet, dass er in schnellem Takt von einem Paralleluniversum ins nächste springt, zweifelt er an seinem Verstand.

Das finde ich den interessantesten Aspekt an dieser Folge: dass Worf in eine Position geworfen wird, die ihn an sich selbst zweifeln lässt. Die Veränderungen in den Paralleldimensionen sind teilweise so klein, dass er sich nicht sicher sein kann, ob sie überhaupt stattgefunden haben. Worf erlebt eine ähnliche Verwirrung, wie sie Gaslighting-Opfer erleben, die in der Filmgeschichte überwiegend von Frauen gespielt wurden. Ausnahmen sind, neben Worf in Parallels, George C. Scott im Spuk-Horrorfilm The Changeling (1980) oder Adrien Rawlins/Daniel Radcliffe in The Woman In Black (1989/2012).

Parallels ist auch eine Fan-Folge, da sich die verschiedenen Paralleldimensionen oft auf vergangene Serien-Momente beziehen, wie zum Beispiel den Kampf gegen die Borg. Wenn am Ende tausende von Enterprise-Raumschiffe in derselben Dimension auftauchen, entsteht ein riesiges intertextuelles Netzwerk, ein Bilderbuch früherer Staffeln. Und es ist schön, Worf und Troi einander näher kommen zu sehen.

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TNG 7.10 – Inheritance

Data lernt die Ehefrau von Doktor Noonian Soong kennen. Sie behauptet, dass sie an der Entwicklung von Data mitgewirkt hat, sieht sich als „Mutter“ und redet über seine Programmierung wie über Erziehung. Wenn Data sich in jungen Jahren falsch verhalten hat, haben die „Eltern“ ein Programm geschrieben, um das falsche Verhalten auszumerzen. Kindern treibt man gern ihre Persönlichkeit und ihre Interessen aus und ersetzt sie durch Gehorsamkeit. Wenn die Herstellung von Menschen im Reagenzglas irgendwann normal ist, wird Gehorsamkeit wohl schon in den Genen stecken.

Doktor Noonian Soong ist der Doktor Frankenstein von The Next Generation. Soong wollte sich mit seinen Androiden tatsächlich Kinder schaffen. Und als seine Frau starb, baute er seine Frau originalgetreu nach. Wie Inheritance zeigt, baute er sie nicht nur originalgetreu nach, sondern entsprechend des Ideals, das er von ihr hatte. Er pflanzte ihr sogar über-idyllische Erinnerungen an die gemeinsame Zeit ein.

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TNG 7.9 – Force of Nature

Im ersten Drittel der Folge geht es viel um Datas Versuche, seine Katze Spot zu trainieren. Das klappt nicht, da Spot nicht macht, was Data sagt. Ich finde das gut, denn dadurch gibt es viele Katzen-Szenen. Je mehr Katzen-Szenen, desto besser. Im Rest der Folge geht es dann um irgendwas anderes mit Ferengis und dem negativem Einfluss des Warp-Antriebs aufs Universum als Klimawandel-Anspielung.

Zurück zur Katze! Geordi La Forge scheint Spot nicht zu mögen. Er will, dass Data sie trainiert. Ein mal schlägt er vor, die Katze, wenn sie nicht hört, mit einem Phaser zu betäuben. Data ist völlig schockiert von dieser Aussage. Als Geordi sagt, dass das ein Witz war, ist Data immernoch schockiert. Data liebt seine Katze.

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TNG 7.8 – Attached

Captain Picard und Doktor Crusher kommen sich näher. Dazu ist ein Gerät nötig, das beide telepathisch miteinander verbindet und sie zwingt, auf ihrer Flucht vor den Bösis, die sie entführt haben, ständig physisch einander nah zu sein. Sie sind gezwungen, gegenseitig ihre Gedanken zu hören und Gefühle zu spüren. So reden sie dann nach sieben Jahren endich über ihre Gefühle füreinander und einigen sich darauf, Freunde zu sein. Die Einigung wird am Ende der Folge halb revidiert, wenn Picard und Crusher wieder miteinander flirten und ihre Beziehung wieder verunklart wird. Die Autoren wollten die sexuelle Spannung zwischen den Beiden nicht ins All schießen.

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TNG 7.7 – Dark Page

Die letzte Lwaxana Troi-Folge, hier mit Enthüllungen über ein Trauma aus ihrer Vergangenheit. Es stellt sich heraus, dass sie neben Counselor Deanna Troi noch eine andere Tochter hatte, die jedoch tragisch verstarb. Lwaxama hat also nicht nur ihren Ehemann verloren, sondern auch eine Tochter. Vom Verlust dieser Tochter hat sie nie jemandem erzählt. Sie war also all die Jahre allein damit. Traurig. Jedoch faltet sich die Geschichte so sauber methodisch auf, dass das Zuschauen dröge ist. Lustig ist die Supertelepathen-Spezies, denn deren Gehirne ragen quasi aus dem Schädel heraus. Hierzu gehört ein kleines Mädchen, gespielt von Kirsten Dunst (ihre erste Rolle).