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Star Trek: The Next Generation

TNG 1.8 – Justice

Rubicon III ist ein Sexplanet. Hier leben die Edo. Die Edo sind leicht bekleidet, gut gebaut, weiß, blond, willig, joggen immer, grüßen sich mit Worten wie Gesundheit und Liebe und die Wiesen sind grün und die Blumen bunt. Natürlich muss die Enterprise dort Rast machen und als die geilen Edo die Bodencrew mit eng anschmiegenden Umarmungen begrüßen, werden Counselor Troi und Sicherheitschefin Tasha Yar ganz rot in den adonischen Bizepsen, während sich bei Riker und La Forge die Hosen ausbeulen. Auch Worf zeigt Regungen (Nice planet!). Später gibt es ein Gespräch zwischen Worf und Riker, in dem Riker neidisch auf Worfs klingonische Sexpotenz ist, während sich Worf beklagt, diese nicht an den zierlichen Edo-Frauen ausleben zu können.

Wesley Crusher ist auch dabei und hat, wie das so ist bei pubertierenden Jungs, nicht das geringste Interesse an Sex. Er geht lieber breit lächelnd mit den Planetenjugendlichen joggen. Auf Rubicon III wird Sex offenbar ab genau dem Tag interessant, an dem die Volljährigkeit erreicht ist, und ab da interessiert man sich nie wieder für irgendwas anderes. Ein Mädchen will, dass Wesley ihr Ballspielen beibringt. Da wird auch Wesley rot. Und so bringt er den Jugendlichen Ballspielen bei und sie joggen und lachen und werfen sich den Ball zu und sagen Hui und Hahaha. Leider fliegt der Ball in ein Blumenbeet und Wesley holt ihn raus. Sofort kommt die Polizei und verhört Wesley. Wesley gibt zu, er sei tatsächlich ins Blumenbeet gesprungen, um den Ball zu holen. Als die Polizei über Wesleys Ehrlichkeit erstaunt ist, sagt Wesley: I’m with Starfleet! We don’t lie! Für sein schlimmes Vergehen wird Wesley zum Tode verurteilt, worüber Worf sich dann seltsam unworfig empört.

Im Gegensatz zu Code of Honour, wo Picard der entführten Tasha Yar befahl, entsprechend der ligoniaschen Kultur einen Kampf auf Leben und Tod zu bestreiten, ist Picard in dieser Folge sofort bereit, Wesley aus der Gefahr heraus zu beamen. Das geht aber nicht, denn im Orbit des Sexplaneten kreist ein mächtiges Raumschiff, aus dem heraus ein blauer Ball hinüber auf die Enterprise fliegt und erklärt, die Enterprise solle dem Sexplaneten ihre föderalen Werte nicht aufdrängen. Der blaue Ball verhindert, dass Wesley hoch gebeamt werden kann. Am Ende kann Picard, kraft seiner Weisheit, den Ball aber doch überreden und alles wird gut.

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TNG 1.6 – Where No One Has Gone Before

Das erste Highlight. Die Enterprise warpt an den Rand des Universums, der aussieht wie eine Unterwasserhöhle und Gedanken real werden lässt. Was zu trippigen Szenen führt: Crew-Mitglieder streicheln ihre Haustiere, tanzen Ballett, spielen Orchester, Picard trifft seine „Maman“. Also es gibt viel zu sehen.

Die Figur des Reisenden, die für diesen Trip verantwortlich ist, wird von Eric Menyuk gespielt, eine tolle Besetzung. Seine Statur ist dünn und zerbrechlich, sein Gesicht strahlt Gnade und Wärme aus und eine bedingungslose Wertschätzung gegenüber alles und jedem. Laut Wikipedia war er auch im Rennen für die Rolle des Data. Für den Androiden suchte man also offenbar nach einem Schauspieler mit weichen Gesichtszügen, wie sie ja auch Brent Spiner hat. Im Finale dieser Folge ist die Crew jedenfalls hypnotisiert von der Freundlichkeit des Reisenden. Alle lächeln einander an, geeinigt durch den Glauben, dass der Reisende sie wieder zurück bringt. Das ist bemerkenswert, da die Crew sich hier freiwillig auf das Mantra „positive Gedanken“ reduziert. Ein esoterischer Moment im ach so wissenschaftlichen The Next Generation.

Wichtig ist auch die Beziehung zwischen dem Reisenden und Wesley Crusher, da sie sofort Freunde werden und der Reisende Wesleys Potenzial erkennt (er vergleicht ihn sogar mit Mozart). Er rät Picard, Wesley zu fördern und Picard macht ihn direkt zum Fähnrich. Früher hat mich Wesley eher gestört. Seine deutsche Stimme hatte diesen Überenthusiasmus, den amerikanische Teenager in deutschen Achtziger-Synchronisationen meist hatten. Im Original wirkt Wesley kompetent und neugierig.

Dies ist jetzt eine meiner Lieblingsfolgen. Mag auch daran liegen, dass ich sie spät nachts bei lautem Sound an die Wand projiziert hab und dass die Bluray-Restauration die Abenteuerlichkeit dieser Folge betont. Die Effekte während der Überwarp-Geschwindigkeit sind bunte wirbelnde Schlieren und der Sound macht Eindruck.

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TNG 1.3 – The Naked Now

Das ist die Folge, in der die Crew wegen einer mysteriösen Strahlung (oder so) besoffen wird und wilde Orgien feiert. Heute ist das lustig zu sehen, aber es ist eine seltsame Idee für die erste reguläre Folge einer Serie. Die Charaktere sollen komödiantisch aus ihren Rollen fallen, obwohl wir noch gar nicht wissen, welche Rollen sie überhaupt spielen. Berühmt ist die Folge, weil Data und Sicherheitschefin Tasha Yar miteinander schlafen. Interessant für Roboter-Ethiker ist, wenn Yar ihm am Ende sagt, „It never happened“, und einfach weg geht. Ist das okayes Verhalten, weil Data keine Gefühle hat? Oder hätte Yar ihn hier wie einen gleichwertigen Menschen behandeln sollen? Und was ist überhaupt mit dem ganzen Sex unter Alkohol? Wie macht die Crew das im Nachhinein miteinander aus? Wird es Anzeigen geben?

Ich mochte die Folge immer. Sie war mein ernsthafter Einstieg in die Serie, damals im Rerun auf Kabel 1. Diesmal fiel mir vor allem Worf auf. Er ist der beste Gag der Folge, denn er ist völlig unbeeindruckt über das Abgleiten der Crew in den Wahnsinn. Für ihn sind Menschen eh bekloppt.

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TNG 1.1 + 1.2 – Encounter At Farpoint

In diesem 90-minütigen Pilot ist es schön zu sehen, wie sich die Figuren das erste Mal begegnen. Wie Riker zum ersten Mal das Schiff betritt, wo ihn sofort ein weiblicher Fähnrich umgarnt, die erste Begegnung zwischen ihm und Data im Holodeck-Wald, Wesley Crushers Sturz in den Fluss, und so weiter. Auch Q taucht das erste Mal auf und setzt, wie meistens, eine wenig interessante Handlung in Gang. Größtes Highlight ist die Abkopplung der Untertassensektion. Das wird sogar mit der abenteuerlichen Intro-Musik untermalt.

Lustig ist das uneinheitliche Design. Die Uniformen, die Sets, die Frisuren sind nicht aus einem Guss. Gut gefiel mir eine blonde Frau mit Fönfrisur, die in einer Szene im Hintergrund für die Kamera posiert wie in einer Achtziger-Werbung. Counselor Troi fällt auch auf, denn ihre Uniform ist eine Art Föderations-Nachtkleid, das so kurz ist, dass sie ihren Hintern beim Sitzen komplett entblößt. Ein paar andere Crew-Mitglieder tragen auch solche Uniformen, nicht nur Frauen, auch Männer. Erniedrigende Uniformen für niedrige Ränge. Man kann sich vorstellen, dass solche Uniformen den Aufstiegs-Druck fördern. Ein kurzer Einblick in die unbarmherzige Leistungsgesellschaft, die Star Trek als Utopie verkauft. Schon in den nächsten Folgen trägt Troi ihre eigene Kleidung und alle haben ein Recht auf Hose.

Die Blurays sind fantastisch. Wie viele Serien der Achtziger und Neunziger wurde Star Trek: The Next Generation auf Film gedreht, aber die Filmaufnahmen wurden auf Video übertragen, um sie leichter schneiden und mit Effekten versehen zu können. Viele Details in Sets, Kostümen, Maske und Kameraarbeit wurden dadurch im Keim erstickt. Die Bluray-Restauration macht diese Details zum ersten Mal sichtbar. Für die Restauration wurde das Original-Filmmaterial neu in HD abgetastet. Viele Effekte mussten neu produziert werden, da die alten nur in geringer Auflösung vorlagen. So mussten jeder Planet neu gezeichnet und viele Computereffekte neu erstellt werden. Die Serie sieht nun aus, wie sie wahrscheinlich ausgesehen hätte, wenn es 1987 HD-Fernseher gegeben hätte.