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TNG 6.26 – Descent, Part 1

Diese Folge habe ich noch nie zuvor gesehen. Als Voyager-Fan war ich irritiert, die Borg herumspringen und grölen zu sehen (eine Konsequenz aus der Entscheidung, den individualisierten Hugh in I, Borg wieder ins Borg-Kollektiv zu entlassen). Data ist irritiert, weil er im Kampf gegen diese abgespaltete Borgmeute plötzlich Wut empfindet, und beim Töten empfindet er Genuss.

In einer Szene stellt Data auf dem Holodeck die Situation nach, in der er den Borg tötete, um diese Gefühle nochmal zu fühlen. Allerdings ist dieser holografische Borg nicht stark genug, er stellt keine wirkliche Gefahr dar. Also steigert Data immer weiter die Kraft des Borg, um sich in tatsächliche Lebensgefahr zu bringen und dann vielleicht etwas zu fühlen. Es wäre interessant gewesen, diese Sequenz noch weiter auszuspielen, sodass Data tatsächlich Lust am Töten gewinnt, eine Sucht entwickelt, etwas in der Art. Aber nein, hinter all dem steckt natürlich Lore, von dem die Serienmacher glauben, es sei eine gute Idee, ihn alle dreißig Folgen auftauchen zu lassen. Diesmal hat er mit den abtrünnigen Borg einen kleinen Kult gegründet. Fortsetzung folgt.

Bis auf Rascal enthält Staffel 6 leider keine weitere Folge, die ich zu meinen Lieblingsfolgen zählen würde. Die Staffel hat viele coole Ideen, jedoch ist alles sehr routiniert ausgeführt. Und es gibt keine Lwaxana-Folge.

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TNG 6.25 – Timescape

Eine twilightzonige Zeitparadoxon-Folge, in der Picard, Data, Troi und La Forge in einem Shuttle auf dem Rückweg zur Enterprise sind. Nach ein paar seltsamen Zeitphänomenen sehen sie bei ihrer Ankunft, dass die Enterprise sich gerade im Kampf mit einem romulanischen Warbird befindet. Nur ist die Situation wie eingefroren. Beide Schiffe, mitten in der Schlacht, stehen starr im Raum und auch ihre Besatzungen sind eingefroren. Aber nicht ganz eingefreren. Es stellt sich heraus, dass sich die Zeit in und um die beiden Schiffe extrem langsam voran bewegt.

Es ist ein cooles Konzept und erlaubt eines der seltsamsten Bilder, die je in der Serie zu sehen waren: Nämlich malt Picard einen Smilie in eine eingefrorene Wolke und lacht verrückt (die Zeitanomalie hat psychische Auswirkungen, Patrick Stewart ist super im Verrücktspielen).

An dieser Stelle möchte ich die Voyager-Folge Blink of an Eye (Staffel 6, 2000) empfehlen, in der die Voyager im Gravitationsfeld eines donutförmigen Planeten festhängt. Durch die seltsame Gravitation vergeht die Zeit auf dem Planeten viel schneller als auf der Voyager. Die Voyager beobachtet innerhalb weniger Stunden, wie aus einem Steinzeitvolk eine technologische Supermacht wird. Die Stargate-Episode Unending (Staffel 10, 2007), die letzte Episode von Stargate SG-1, erzählt eine ähnliche Situation. Wir sehen hier zwei im Kampf nahezu-eingefrorenen Raumschiffe, während für die Stargate-Hauptbesetzung die Zeit normal weiter läuft. Im Gegensatz zu Timescape kann diese Situation jedoch nicht aufgelöst werden, und so zeigt die Folge die Serienhelden einfach beim Altwerden.

Das Konzept von eingefrorener Zeit spielt auch in der Twilight Zone-Episode A Little Piece and Quiet (1985) eine wichtige Rolle, gedreht von Wes Craven, extrem gute Geschichte mit wirklich gruseligen Ende, in voller Länge hier auf Youtube zu sehen.

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TNG 6.24 – Second Chances

Commander Riker begegnet einem Doppelgänger, der vor acht Jahren durch einen Beamer-Unfall entstanden ist, kein Klon, sondern eine exakte Kopie von Riker. Dieser zweite Riker war all die Zeit auf einer Raumstation gefangen und wurde nun von der Enterprise geborgen. Er ist nur Lieutenant, daher hat er eine gelbe Uniform. Was ihn in all der Zeit am Leben hielt, war der Gedanke an seine große Liebe, Deanna Troi. Nun auf der Enterprise erzeugt das eine Dreierkonstallation, die für alle Beteiligten seltsam ist. Troi hat längst damit abgeschlossen, dass sie lediglich eng befreundet mit Riker Rot ist, doch Riker Gelb will nun wieder etwas von ihr. Als er sie zum ersten Mal sieht, wird er direkt übergriffig und küsst sie stürmisch. Troi ist verwirrt und so bespricht sie sich mit Doktor Crusher, natürlich beim Sport.

Am interessantesten ist wohl, dass Riker Gelbs Existenz ein Unfall ist. Damit muss er für den Rest seines Lebens leben. Riker Gelb und Riker Rot stehen in Konkurrenz miteinander, was zu Schwanzvergleich führt, besonders während einer Pokerszene. Am Ende vertragen sich die beiden Rikers. Riker Gelb nennt sich von nun an Thomas und alles ist gut. Regie führte LeVar Burton.

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TNG 6.23 – Rightful Heir

Eine weitere Klingonenfolge, in der Worf mal wieder die Schlüsselfigur in den Machtspielen der Klingonen ist. Ich bin dabei eingeschlafen und möchte daher die Gelegenheit nutzen, über die Musik von The Next Generation zu sprechen.

Die Musik der ersten drei bis vier Staffeln war stark geprägt von Ron Jones. Jones schrieb seine Kompositionen melodiös und thematisch. Hin und wieder baute er Referenzen an andere Filmscores ein (zum Beispiel an die Echo-Percussions aus Alien), womit er die Serie ein wenig aus der Zukunft holte und sie in der Filmgeschichte verortete. Seine Musik war spaßig und launig, vermischte elektronische und orchestrale Musik und war getrieben von den Charakteren und den situativen Stimmungen. Jones‘ Ansatz wurde im Lauf der vierten Staffel immer stärker getilgt. Melodien verschwanden immer mehr. Ron Jones‘ letzte Scoring-Arbeit im Star Trek-Franchise war Data’s Day. Hier sind Beispiele für Ron Jones-Stücke: Ein myteriöses und abenteuerliches Stück aus Where No One Has Gone Before. Und dieser schöne Abgesang auf Tasha Yar aus Skin of Evil.

Nach Ron Jones komponierten vor allem Jay Chattaway und Dennis McCarthy. Spätestens ab der fünften Staffel war die Musik meist eine seltsame weiche Masse. Ich kann mich an keine wirkliche Melodie erinnern. Es sind nur noch Streicher und Bläser, die mit möglichst wenig Widerstand zum einen Ohr rein driften und zum anderen wieder raus, wie Beruhigungs- oder Einschlafmusik. Diese Musik unterstreicht und steigert im besten Fall Stimmungen (vor allem in den Horrorfolgen, zum Beispiel in Phantasms), aber meistens schwächt sie die Szenen, an denen sie klebt und es wäre besser, sie einfach wegzulassen. Die positivste Art, diese Musik zu betrachten, wäre wohl als musikalische Entsprechung des gleichgültigen Weltalls. Sie ist einfach nur da und umhüllt die Serie wie einen Watteball. Ich verstehe nicht, warum die Produzenten solche Musik wollten. Den Komponisten sollte man jedenfalls keinen Vorwurf machen. Sie gaben sicher ihr Bestes, die Musik möglichst wenig langweilig zu machen. Ich wünsche mir eine tiefgehende Analyse dieser seltsamen Scores von einem Musikkundler. Da diese Scores offenbar niemandem sonderlich im Gedächtnis geblieben sind, finden sich auch kaum Beispiele auf Youtube, aber hier ist eins von John Debney.

Eine Ausnahme bildet natürlich das Flötenstück in The Inner Light, das in Lessons noch weiter ausgearbeitet wurde, komponiert von Jay Chattaway. Es ist ein schönes Stück, das sicher viele junge Menschen zum Flötenspielen gebracht hat. Aber es ist Teil des filmischen Universums, wie auch die vielen klassischen Stücke, über die die Figuren (vor allem Picard und Data) immer wieder sprechen.

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TNG 6.22 – Suspicions

Aus irgendwelchen Gründen ist die erste Hälfte der Folge in medias res erzählt. Sie beginnt damit, dass Doktor Beverly Crusher ihren Job auf der Enterprise verloren hat und erklärt nun Guinan wie es dazu kam. Auf der Hälfte der Folge hat sie zuende erklärt und Guinan ermutigt Crusher, doch weiter für ihre Sache zu kämpfen. Und so geht die Episode dann weiter. Erzählerisch macht das keinen Sinn, aber da dies die letzte Folge ist, in der Guinan auftaucht, sollte Whoopi Goldberg wohl noch mal gebührend verabschiedet werden. Mehr weiß ich nicht über die Folge zu sagen. Guinan trug immer tolle Kostüme und riesige Hüte und Whoopie Goldberg ist eine Schauspielerin, die scheinbar jede einzelne Lachfalte an den Augen einzeln steuern kann.

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TNG 6.21 – Frame of Mind

Riker weiß nicht mehr, was Traum und was Wirklichkeit ist. Er soll in einem Theaterstück die Rolle eines Wahnsinnigen spielen, der in Wahrheit gar nicht wahnsinnig ist. Plötzlich findet er sich wirklich in einer geschlossenen Anstalt wieder, wo man ihm sagt, seine gesamte Zeit auf der Enterprise sei nur eine Erfindung seines Gehirns. Ist Riker also wirklich in einer Psychiatrie oder ist das alles nur ein böser Traum? Auf jeden Fall gibt’s in der Anstalt schiefe Weimarer-Kino-Decken, provozierende Wärter, verrückte Mitinsassen und Jonathan Frakes hat struppelige Haare und tiefe Augenringe.

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TNG 6.20 – The Chase

Jetzt schon die dritte Picard-Folge in Folge. In dieser sucht er ein archäologisch wertvolles Artefakt. Klingonen, Cardassianer und Romulaner suchen auch danach, weil damit eventuell eine Superwaffe zu bauen ist. Am Ende entdecken sie alle gemeinsam, dass das Artefakt keine Waffe ist, sondern die Projektion eines gotthaften Aliens, das nun erklärt, dass alle Spezies von derselben DNA abstammen. Das beeindruckt unter den Anwesenden niemanden und die Folge ist vorbei.

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TNG 6.19 – Lessons

Picard verliebt sich in ein neues Besatzungsmitglied, weil sie klug ist und extrem gut Klavier spielen kann. Sie findet heraus, dass er Flöte spielt und sie treffen sich, ohne Uniformen, an einem Ort, wo sich die Jeffreys-Röhren kreuzen, um gemeinsam zu spielen und ihre Musik dringt bis in den Maschinenraum. Sie spielen das Lied, das Picard in The Inner Light lernte. Dass sie das tun, bedeutet Picard viel, weil er diese intime Erfahrung zuvor mit niemandem geteilt hat.

Die Folge zeigt Picard im Verliebtheitsmodus, breit grinsend und mit schwingendem Gang. In einer Szene fragt er Riker, ob sie abends zusammen fechten wollen und piekst ihm dabei in die Brust. Als Picard später in der Handlung glaubt, seine Nella sei tot, wirkt er wirklich verloren, so ganz allein auf der Couch oder allein im Transporterraum, wartend, ob sie doch noch zurück kommt. Nach sechs Staffeln des weisen starken Picards ist es herzzerreißend, ihn dem Schicksal so ausgeliefert zu sehen.

Es ist außerdem interessant zu sehen, wie die Serie, die ja nun langsam aufs Ende zusteuert, sich selbst immer mal wieder aufbricht. Picard fragt Troi zum Beispiel um Erlaubnis, ob er denn überhaupt mit Nella zusammen sein darf. Die Serie kehrt hier etablierte Charakter-Dynamiken um und verwandelt sogar die kalten Jeffreys-Röhren in einen romantischen Ort.

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TNG 6.18 – Starship Nine

Picard ist allein auf der Enterprise und muss eine Gruppe Krimineller davon abhalten, ihre kriminellen Machenschaften durchzuführen, während ein tödlicher Säuberungslaser langsam von hinten nach vorn durchs gesamte Schiff wandert. Die Folge ist bekannt als die Stirb Langsam-Folge und tatsächlich spielen Picard und seine Gegenspielerin Kelsey Katz und Maus. Es wird durch Schächte gekrabbelt, Funkgeräte spielen eine große Rolle und beide Parteien werden erfinderisch. Picard benutzt eine Armbrust und als er gefangen genommen wird, tut er so, als sei er der Schiffs-Barbier. Er tötet mehrere der Bösis auf ungewohnt kaltblütige Art. Patrick Stewart verwandelte sich seit der ersten Staffel immer mehr von einem dünnen gebrechlichen älteren Herr, um den man sich Sorgen macht, in einen fitten stämmigen Mann, dem man alles zutraut.

Währenddessen findet auf der Raumstation ein kleiner Empfang statt, bei dem alle den Smalltalk des Commander Hutchinson fürchten. Außer Data, der findet’s super und imitiert Hutchinson, um Smalltalk besser zu verstehen. Was lustig ist. Am Anfang der Folge ist außerdem Worf lächelnd zu sehen, da er von Picard die Erlaubnis erhält, nicht an dem nervigen Empfang teilzunehmen.

Am besten ist eine Szene am Anfang, als Picard kurz allein auf der leeren Brücke steht. Die Terminals sind aus, es ist still. Der leere Arbeitsplatz bekommt etwas Mystisches. Achja, und Tim Russ (Tuvok in Voyager) ist in einer kurzen Rolle als Bösi zu sehen.

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TNG 6.16 – Birtright, Part 1

Dies ist die Crossover-Folge mit Deep Space Nine. Die Enterprise stoppt dort und der enthusiastische Doktor Julian Bashir hat einen Gastauftritt. Es ist vielleicht interessant, die Sets zu vergleichen, die helle Enterprise mit der dunklen Deep Space Nine. Vielleicht ist es aber auch gar nicht interessant.

In dieser Folge gibt’s zwei Stories: Die erste dreht sich um Data, der durch einen Unfall ohnmächtig wird und dadurch zu träumen beginnt. Data versucht die Bedeutung des Traums zu analysieren und malt zu diesem Zweck viele Bilder. Schließlich lässt er sich noch mal in Schlaf versetzen und träumt nun von seinem Erbauer Doktor Noonian Soong, der ihm etwas erklärt. Dann verwandelt sich Data in einen Vogel und fliegt durch die Enterprise und durchs All und an der Außenhülle der Enterprise entlang und dann hinein in einen rosa Nebel. Was auch immer das bedeuten mag. Am besten ist, dass Datas Katze in diesem Traum den Captain-Sessel belegt.

Die zweite Story dreht sich um Worf, der von einem besonders faltigen Alien (neuer Auftritt von James Cromwell) gesagt bekommt, dass sein Vater noch lebt. So macht sich Worf nun auf dem Weg, um seinen Vater zu finden, nämlich zu einer kleinen Gemeinde, in der Romulaner und Klingonen, die eigentlich erbitterte Feinde sind, zusammen leben. Hier kommt es dann schnell zum Fortsetzung Folgt-Schriftzug.

In dieser Folge wirkt alles lang gezogen, als hätten die Produzenten unbedingt eine Doppelfolge machen wollen, um auf die 26 Folgen pro Staffel zu kommen. In besseren Episoden wäre Worf schon nach 20 Minuten in der Klingonen-Romulaner-Gemeinde angekommen. Seltsam ist auch, dass die Handlung überhaupt nichts mit der Deep Space Nine zu tun hat. Die Folge wirkt wie das Ergebnis komplizierter Verwaltungs-Prozesse.