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Star Trek: The Next Generation

TNG 1.3 – The Naked Now

Das ist die Folge, in der die Crew wegen einer mysteriösen Strahlung (oder so) besoffen wird und wilde Orgien feiert. Heute ist das lustig zu sehen, aber es ist eine seltsame Idee für die erste reguläre Folge einer Serie. Die Charaktere sollen komödiantisch aus ihren Rollen fallen, obwohl wir noch gar nicht wissen, welche Rollen sie überhaupt spielen. Berühmt ist die Folge, weil Data und Sicherheitschefin Tasha Yar miteinander schlafen. Interessant für Roboter-Ethiker ist, wenn Yar ihm am Ende sagt, „It never happened“, und einfach weg geht. Ist das okayes Verhalten, weil Data keine Gefühle hat? Oder hätte Yar ihn hier wie einen gleichwertigen Menschen behandeln sollen? Und was ist überhaupt mit dem ganzen Sex unter Alkohol? Wie macht die Crew das im Nachhinein miteinander aus? Wird es Anzeigen geben?

Ich mochte die Folge immer. Sie war mein ernsthafter Einstieg in die Serie, damals im Rerun auf Kabel 1. Diesmal fiel mir vor allem Worf auf. Er ist der beste Gag der Folge, denn er ist völlig unbeeindruckt über das Abgleiten der Crew in den Wahnsinn. Für ihn sind Menschen eh bekloppt.

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Star Trek: The Next Generation

TNG 1.1 + 1.2 – Encounter At Farpoint

In diesem 90-minütigen Pilot ist es schön zu sehen, wie sich die Figuren das erste Mal begegnen. Wie Riker zum ersten Mal das Schiff betritt, wo ihn sofort ein weiblicher Fähnrich umgarnt, die erste Begegnung zwischen ihm und Data im Holodeck-Wald, Wesley Crushers Sturz in den Fluss, und so weiter. Auch Q taucht das erste Mal auf und setzt, wie meistens, eine wenig interessante Handlung in Gang. Größtes Highlight ist die Abkopplung der Untertassensektion. Das wird sogar mit der abenteuerlichen Intro-Musik untermalt.

Lustig ist das uneinheitliche Design. Die Uniformen, die Sets, die Frisuren sind nicht aus einem Guss. Gut gefiel mir eine blonde Frau mit Fönfrisur, die in einer Szene im Hintergrund für die Kamera posiert wie in einer Achtziger-Werbung. Counselor Troi fällt auch auf, denn ihre Uniform ist eine Art Föderations-Nachtkleid, das so kurz ist, dass sie ihren Hintern beim Sitzen komplett entblößt. Ein paar andere Crew-Mitglieder tragen auch solche Uniformen, nicht nur Frauen, auch Männer. Erniedrigende Uniformen für niedrige Ränge. Man kann sich vorstellen, dass solche Uniformen den Aufstiegs-Druck fördern. Ein kurzer Einblick in die unbarmherzige Leistungsgesellschaft, die Star Trek als Utopie verkauft. Schon in den nächsten Folgen trägt Troi ihre eigene Kleidung und alle haben ein Recht auf Hose.

Die Blurays sind fantastisch. Wie viele Serien der Achtziger und Neunziger wurde Star Trek: The Next Generation auf Film gedreht, aber die Filmaufnahmen wurden auf Video übertragen, um sie leichter schneiden und mit Effekten versehen zu können. Viele Details in Sets, Kostümen, Maske und Kameraarbeit wurden dadurch im Keim erstickt. Die Bluray-Restauration macht diese Details zum ersten Mal sichtbar. Für die Restauration wurde das Original-Filmmaterial neu in HD abgetastet. Viele Effekte mussten neu produziert werden, da die alten nur in geringer Auflösung vorlagen. So mussten jeder Planet neu gezeichnet und viele Computereffekte neu erstellt werden. Die Serie sieht nun aus, wie sie wahrscheinlich ausgesehen hätte, wenn es 1987 HD-Fernseher gegeben hätte.