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Star Trek: The Next Generation

TNG 4.10 – The Loss

Counselor Trois empathischen Kräfte und ihre „Weiblichkeit“ (Offenheit, Wärme, etc.) erinnern mich an die Theorien von Carol J. Clover aus dem Buch Men, Women, and Chainsaws: Gender in the Modern Horror Film (1992). Clover schreibt, dass Frauen in Okkult-Horrorfilmen die Funktion eines Portals haben, für jenseitige Wesen, die vaginal oder oral in die Frau eindringen. Clover nennt viele Beispiele: In Don’t Look Now (1973) kann die Séance erst weiter gehen, sobald Laura ihre Beine öffnet, statt sie zu überkreuzen. In Nightmare on Elm Street (1984), wenn Nancy in der Badewanne döst, film die Kamera ihr Gesicht durch ihre geöffneten Schenkel hindurch, die aus dieser Sicht wie die Flügeltüren eines Portals aussehen, vor dem nun Freddys Hand aus dem Wasser taucht. In Christine (1983) ist das Auto weiblich definiert und die Hauptfigur Arnie Cunningham wird anfangs mit „weiblichen“ Persönlichkeitsmerkmalen verknüpft (in der Schule nennt man ihn „Cuntingham“), was seine Besessenheit von Christine, die ihn zum „Mann“ macht, erst ermöglicht. In Carrie (1976) erscheinen mit Carries erster Regel auch ihre telekinetischen Kräfte, die Menstruation öffnet sie für das Übernatürliche. „Weiblichkeit“ ist hier das Medium für den Teufel, Schrecken in die Welt zu tragen. Troi passt gut zu Clovers Analyse, denn als Betazoidin ist sie zwangsoffen für alle möglichen „Spirits“ (siehe The Child, Clues, Night Terrors).

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TNG 4.8 – Future Imperfect

Nach Remember Me die nächste Twilight Zone-Folge. Riker erwacht aus einem Koma, sechszehn Jahre in der Zukunft, ohne sich erinnern zu können, wie er Captain der Enterprise wurde, graue Strähnchen bekam und einen Sohn (den er natürlich Jean-Luc nannte). Picard (mit Bart und etwas längeren Haaren gruselig) ist jetzt Admiral, Troi trägt Uniform, Geordi keinen Visor mehr, und so weiter. Natürlich ist das Ganze nur eine Charade und die Charade selbst entpuppt sich auch wieder als Charade. Am besten gefällt mir das Alien, das wie ein Halloween-Kind in ET aussieht.

Die spannendere Variante dieser Geschichte ist eine Akte X-Folge namens Field Trip, in der Mulder und Scully ihren Alltag halluzinieren, während eine fleischfressende Pflanze sie verdaut. Meine nächste teure Bluray-Box wird die Akte X-Box sein, irgendwann…

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TNG 4.2 – Family

Family ist der Epilog zu The Best of Both Worlds, in dem Picard seine Familie in Frankreich besucht, Wesley mit seinem toten Vater abschließt und Worfs Eltern ihn auf der Enterprise besuchen, was Worf natürlich erst nervt, aber später findet er es doch gut und die Eltern freuen sich. Die Konfrontation zwischen Picard und seinem Bruder ist uninteressant, aber irgendwie hat es mich doch ergriffen, wie er ihm unter Schlamm und Tränen gesteht, dass seine Zeit bei den Borg ihn gebrochen hat. Und der arme Riker wurde vom Captain wieder zum Ersten Offizier degradiert.

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TNG 4.1 – The Best of Both Worlds, Part 2

Part 1 endet mit einem Cliffhanger: Riker muss entscheiden, ob er den Borg-Kubus mit Picard/Locutus drauf zerstören will oder nicht. Leider wird dieser Cliffhanger in Part 2 schwach aufgelöst. Der hochgepimpte Phaser richtet nichts aus und das Borgschiff nimmt Kurs auf die Erde. Mein Lieblings-Cliffhanger ist irgendwo in der zweiten Staffel von The Wire (2002-2008), wenn sich am Ende einer Folge heraus stellt, dass irgendjemand (ich weiß nicht, wer), ermordert werden soll und dieser Jemand in der nächsten Folge schon seit ein paar Tagen tot ist.

Riker wird nach der Assimilation Picards zum Captain befördert und macht Shelby zum ersten Offizier. Riker trägt nun vier Punkte auf dem Kragen, um glaubhaft zu machen, dass Picard vielleicht nicht wieder zurück kommt. Riker wird nun das im ersten Teil entfachte Chaos in wohlfühlige Fernseh-Besänftigung auflösen, eine vorhersehbare Prozedur. Langweilig und besänftigend gehen hier Hand in Hand.

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TNG 3.26 – The Best of Both Worlds, Part 1

Diese Folge zeigt zunächst das Kräftemessen zwischen Riker und der Gastfigur Commander Shelby. Shelby möchte neue Nummer Eins unter Captain Picard werden. Riker wurde nämlich der Captain-Job auf einem anderen Schiff angeboten. Dass Shelby Riker gewachsen ist, sieht man daran, dass sie ihn beim Pokern besiegt. In Shelbys Ehrgeiz und Sturheit sieht Riker sich selbst. Insgeheim bewundert er sie dafür und betrauert den Verlust dieser Merkmale in seiner Person.

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TNG 3.24 – Ménage à Troi

Die für jede Staffel obligatorische Lwaxana Troi-Folge. Die Komödie wird diesmal vor allem durch die Ferengi erzeugt, die als hässliche, stinkende, intrigante und wassonstnochalles Viecher dargestellt werden. Man sieht zum ersten Mal ein Ferengi-Raumschiff von innen und lernt, dass Ferengi senfgelbe Matratzen mögen. Es geht darum, dass ein Ferengi auf Lwaxana Troi steht, also entführt er Lwaxana, Riker und Deanna Troi auf sein Schiff. Die drei versuchen zu fliehen, was auch beinhaltet, dass sich Lwaxana dem Ferengi anbieten muss. Was genau zwischen den Beiden passiert, wird nicht gezeigt, aber man kann davon ausgehen, er sie vergewaltigt.

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TNG 3.14 – A Matter of Perspective

Ich schreibe seit einem viertel Jahr jeden Tag über eine Folge The Next Generation. Dabei habe ich den Sexismus der Serie immer wieder angesprochen (siehe Encounter At Farpoint, Angel One oder The Child). Ich hätte durchaus deutlicher sein können, denn TNG zelebriert Rape Culture. Das zeigt sich vor allem in der Figur des Commander Riker, dessen Frauenverachtung in der Serie als Running Gag funktioniert.

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TNG 2.22 – Shades of Grey

Mir fallen zu dieser Folge drei positive Punkte ein: (1) Es ist ein bisschen lustig, Marina Sirtis beim Grimassieren zuzusehen. (2) Es ist ein bisschen eklig, wie die Nadeln in Rikers Schädel gesteckt werden. (3) Das Publikum kann sich ein kleines bisschen in Riker hineinversetzen, weil sich die Schmerzen, diese Folge zu sehen, mit jeder Minute potenzieren, parallel zu Rikers immer schlimmer werdenden Erinnerungen. Pulaski und Troi haben nämlich festgestellt, dass positive Erinnerungen seinen Zustand verschlechtern, negative ihn verbessern.

Shades of Grey ist die schlechteste Folge der ganzen Serie, vielleicht die schlechteste Folge aller Serien jemals. Nicht lustig-schlecht, sondern verschwendete Zeit. Man könnte hier immer noch den Autorenstreik verantwortlich machen, wegen dem diese Staffel nur 22 statt 26 Folgen hat. Es hätten aber auch gern 21 sein können. Wer die Folge noch nicht gesehen hat, sollte sie auch nicht schauen.

Meine Lieblingsfolgen der zweiten Staffel: The Measure of a Man, Q Who und Manhunt. Die schlechteste ist hiermit bestimmt. Staffel Eins war ein Hin und Her zwischen wirklich coolen und wirklich miesen Folgen. Staffel Zwei: wenig wirklich cooles, wenig wirklich schlechtes, meist Mittelmaß.

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TNG 2.19 – Mahunt

Nach Conspiracy (1.25) die zweite Folge, in der Data lacht (ich führe Buch). Nach Haven (1.11) die zweite Folge mit Counselor Trois Mutter, Lwaxana Troi, und ihren ständig saufenden Diener Homn. Der Gag mit dem schweren Gepäck geht diesmal auf Rikers Kosten.

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TNG 2.18 – Up the Long Ladder

Neue Folge von Melinda M. Snodgrass. Anfangs hat Worf Schnupfen, was ihn empört, doch Pulaski kann ihn beruhigen, indem sie mit ihm ein klingonisches Tee-Ritual durchführt. Gemeinsam Tee zu trinken ist für Klingonen ein Symbol für das Beste, was man zu zweit tun kann: Sterben. Dann beamt die Enterprise eine gefährdete Menschenkolonie in den Frachtraum, die noch ziemlich unterentwickelt ist, mit Stroh, Tieren und all diesen widerlichen Dingen, über welche die Enterprise-Crew nur die Nase rümpfen kann. Picard will diese in seinen Augen ekelhaften Menschen schnellstmöglich vom Schiff haben. Die stinken ja alles voll! Riker hingegen flirtet direkt mal eine der Frauen an, indem er sich einfach nur vor sie stellt und sie anstarrt. Mehr nicht, starren und grinsen. Sie findet das geil, will sofort mit auf sein Quartier und nach zwei Minuten gibt sie sich ihm hin.In der zweiten Hälfte fliegt die Enterprise zu einer Klon-Kolonie, die nach Generationen des Klonens Probleme mit ihren Genen bekommen haben. Hier kann Picard seine verhassten Ekelgäste abladen, damit sie wieder neuen Schwung in die Gene bringen.