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Star Trek: The Next Generation

TNG 4.13 – The Devil’s Due

Die Enterprise orbittet Ventrax II, auf dem die angebliche Gottheit Ardra einen tausend Jahre alten Vertrag einlösen will und die Bewohner in Angst und Schrecken versetzt. Ardra tritt in Gestalt einer Frau auf, die heiß auf Picard ist, doch Picard kann an sich halten, sogar wenn sich Ardra in Counselor Troi verwandelt und Picard mit dem Finger den Bauch runter streichelt.

Ardra kann Erdbeben erzeugen und die Enterprise plötzlich verschwinden lassen (wie David Copperfield die Freiheitsstatue), doch von der Enterprise glaubt niemand an ihre Gotteskräfte. Was mal wieder zu einer Gerichtsverhandlung führt (einem von den Autoren immer mal wieder hervor geholten Plot-Device, das schläfrige Angelegenheiten spannender macht), in der die Legitimität der Gottheit bewiesen werden soll. Die Folge wirkt wie ein Relikt aus Staffel 1 und ist mir damit herzlich willkommen.

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Film

Twins of Evil (1971)

Die Horrorfilme von Hammer sind nie wirklich gruselig oder spannend, aber wenn sie gut sind, zelebrieren sie die Hin- und Hergerissenheit zwischen erzreaktionärer Frommheit und totaler Triebhaftigkeit in Form von lustiger psychoanalytischer Symbolik. In Twins of Evil ist Peter Cushing ein Hexenjäger, der alle paar Nächte mit seinen Hexenjägerfreunden auszieht, um eine junge Frau zum Verbrennen zu finden. Feuer steht hier für männliche Potenz. Die Hexenjäger verbrennen also Frauen, um sich zu beweisen, dass sie noch einen hoch kriegen (was als Deutung der echten Hexenjagden sicher nicht weit hergeholt ist).

Währenddessen hadert im düsteren Schloss auf dem gruseligen Berg der satanische Graf Karnstein ebenfalls mit seiner Potenz. Alle paar Nächte entführt er junge Frauen, fesselt sie auf eine Bare und macht dann Dinge mit ihnen, die der Film der Fantasie überlässt. Doch der sexuelle Genuss, den der Graf dadurch erhält, reicht ihm nicht mehr. Deshalb opfert er seine neueste Gefangene dem Teufel und bittet ihn, ihm dafür die Pforten zu unendlichem Genuss zu öffnen. Daraufhin erscheint ihm eine junge Version seiner Oma (oder so ähnlich, auf jeden Fall eine Urahne), die ihm befiehlt, mit ihr Sex zu haben. Als Belohnung wird sie ihn in einen Vampir verwandeln. Diese inzestuöse und nekrophile Szene besteht aus einer Nahaufnahme ihrer Hand, die eine brennende Kerze umfasst und sich dabei auf und ab bewegt. Wie gesagt, Feuer steht in diesem Film für Erektion. Dazu kommen die titelgebenden Zwillings-Schwestern, die sich die meiste Zeit des Films in durchsichtigen Nachtkleidern auf dem gemeinsamen Bett räkeln. Die eine ist ziemlich fromm und heißt natürlich Maria. Die andere (Frieda) ist scharf auf Graf Karnstein, wird von ihm zum Vampir gemacht und zusammen morden sie großbusige Frauen und stöhnen dabei.

Das Ganze endet mit einem Fackel- und Mistgabelmarsch der Dorfbewohner auf die gruselige Burg, was nicht mehr allzu spannend ist. Trotzdem ist das einer der empfehlenswertesten Filme für Hammer-Anfänger, denn er ist für Hammer-Verhältnisse ziemlich rasant erzählt. Das heißt zwar immer noch, dass er schneckenlangsam dahin kriecht, aber gerade die Langsamkeit dieser Filme ist eines ihrer wichtigsten Merkmale. Bei Hammer geht es nicht um den Plot. Es geht ums Schwelgen und Schmachten in Ausstattung, Kostümen und Sets. Die Horrorfilme von Hammer, die von 1957 bis 1975, insbesondere die Vampir- und Monsterfilme, sind wie rituelle Messen, die etwas beschwören. Und zwar beschwören sie die sexuelle Spannung, die von der römisch-katholischen Kirsche geschaffen wurde: die Sünde. So konservativ die Hammer-Filme sein mögen, so offen gehen sie auch mit dem Frauenhass ihrer impotenten Helden und Bösewichter um und mit der Tatsache, dass Verbote und Dogmen überhaupt erst Reize, Lüste und Begierden schaffen. Darin erklärt sich wohl die Beliebtheit der Hammer-Filme und warum sie immer noch neue Generationen von Fans erobern. In der weitgehend glaubensbefreiten westlichen Welt zählen Hammer-Filme zu den letzten Medien für einen Pakt mit dem Teufel.

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TNG 3.4 – Who Watches The Watchers

Das Spannendste an dieser Folge ist die Felslandschaft, in die die Sternenflotten-Beobachtungsstation hinein gebaut wurde. Durch die leichten Weichzeichner erinnert sie an Peter Weirs Picnic At Hanging Rock (1975). Was ist mit den Mädchen passiert, die irgendwo zwischen diesen Felsen spurlos verschwunden sind? Who Watches The Watchers gibt die Antwort: Doktor Crusher hat sie auf die Enterprise gebeamt und um die Prime Directive nicht zu verletzen, hat sich Picard entschieden, die Mädchen an Bord zu behalten und sie in die Sternenflottenwelt zu integrieren.

Ansonsten ist Who Watches The Watchers wohl die essenzielle Prime Directive-Folge. Das heißt: Gähn. Die Idee, dass die Bewohner von Mintaka III Captain Picard für Gott halten, ist schon witzig, da die Serie Picard zu diesem Zeitpunkt eh schon zur Ikone stilisiert hatte, mit seiner polierten Glatze, deren Glanz hell leuchtet wie das Licht Gottes.

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TNG 1.17 – When The Bough Breaks

Die Enterprise folgt mal wieder vorbildlich der Prime Directive, indem sie das Tarnsystem eines Planeten überlistet, der nicht gefunden werden will. Es handelt sich um das Volk der Aldeaner. Die Crew ist ganz erregt, denn um die hochentwickelten Waffen- und Tarntechnologien der Aldeaner ranken sich Mythen. Aber da die Aldeaner unfruchtbar sind, stehlen sie der Enterprise ein paar Kinder, darunter auch Wesley Crusher. Picard wird böse.

Regiert werden die Aldeaner von einem Supercomputer, der sich um all ihre Bedürfnisse kümmert. Also mal wieder eine Gottheit, die keine ist, und die die Enterprise zerstören muss, zumal sie radioaktive Strahlung absondert und die Ozonschicht des Planeten zerstört, was auch der Grund für die Unfruchtbarkeit der Aldeaner ist.

Nett ist, wie Wesley und seine Kitagruppe in den Hungerstreik gehen und wie Picard voller Abscheu ein kleines Mädchen auf den Arm nimmt. Erstmals werden die Kinder an Bord der Enterprise thematisiert. Auf der Enterprise hat sich das Konzept der Familie total mit den Zielen und Werten der Föderation identifiziert, auf dass der Strom an neuen Rekruten nie ablässt.