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Star Trek: The Next Generation

TNG 3.4 – Who Watches The Watchers

Das Spannendste an dieser Folge ist die Felslandschaft, in die die Sternenflotten-Beobachtungsstation hinein gebaut wurde. Durch die leichten Weichzeichner erinnert sie an Peter Weirs Picnic At Hanging Rock (1975). Was ist mit den Mädchen passiert, die irgendwo zwischen diesen Felsen spurlos verschwunden sind? Who Watches The Watchers gibt die Antwort: Doktor Crusher hat sie auf die Enterprise gebeamt und um die Prime Directive nicht zu verletzen, hat sich Picard entschieden, die Mädchen an Bord zu behalten und sie in die Sternenflottenwelt zu integrieren.

Ansonsten ist Who Watches The Watchers wohl die essenzielle Prime Directive-Folge. Das heißt: Gähn. Die Idee, dass die Bewohner von Mintaka III Captain Picard für Gott halten, ist schon witzig, da die Serie Picard zu diesem Zeitpunkt eh schon zur Ikone stilisiert hatte, mit seiner polierten Glatze, deren Glanz hell leuchtet wie das Licht Gottes.

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TNG 3.3 – The Survivors

Diese Folge hat mal wieder ein leichtes Horrorelement, denn Counselor Troi hört ganz laut die Melodie einer Spieluhr. Das ist klaustrophobisch gemacht, wie die Kamera nah an ihrem Gesicht klebt, während sie allein in ihrem Quartier hin und her geht, verunsichert. Verunsicherung sieht man in Star Trek selten. Alle sind immer on top of things.

Ansonsten spinnt die Folge ein nettes Mysterium um ein Rentner-Ehepaar, das scheinbar ganz allein den Angriff einer übermächtigen Spezies überlebt hat. Alle anderen Bewohner des Planeten wurden vernichtet. Wie kann das sein? Picard riecht Betrug und weil er der weise Picard ist, ahnt er irgendwann, welch absurdes Spiel hier gespielt wird. Hätte ich die Auflösung vorher gewusst, hätte ich die Folge wohl weniger gespannt verfolgt. Ich hoffte die ganze Zeit, dass es hier vielleicht auch ein bisschen um die Borg gehen könnte.

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TNG 2.21 – Peak Performance

Data verliert ein Strategiespiel gegen einen Großmeister, verzieht sich in sein Quartier, analysiert seine Fehler, will nicht auf die Brücke zurück kehren, stagniert, wird aber vom weisen Picard belehrt. Picards entscheidender Satz: It is possible to commit no mistakes and still lose. Data lernt also, dass man die Unberechenbarkeit der Welt aushalten muss. Picards Satz kann man auch antikapitalistisch lesen: Leistung führt nicht zum Erfolg. Leider ist das nur ein Nebenplot in der Handlung. Ich hätte Data gern in einer existenziellen Krise gesehen, wie er in seinem Quartier brütet. Der Hauptplot dreht sich um eine Kampfsimulation, bei der Riker mit kleiner Crew in einem älteren Schiff gegen Picard antreten muss. Mittendrin taucht ein Ferengi-Schiff auf und ferengiert ein bisschen, was die Situation verkompliziert.

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TNG 2.19 – Mahunt

Nach Conspiracy (1.25) die zweite Folge, in der Data lacht (ich führe Buch). Nach Haven (1.11) die zweite Folge mit Counselor Trois Mutter, Lwaxana Troi, und ihren ständig saufenden Diener Homn. Der Gag mit dem schweren Gepäck geht diesmal auf Rikers Kosten.

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TNG 2.18 – Up the Long Ladder

Neue Folge von Melinda M. Snodgrass. Anfangs hat Worf Schnupfen, was ihn empört, doch Pulaski kann ihn beruhigen, indem sie mit ihm ein klingonisches Tee-Ritual durchführt. Gemeinsam Tee zu trinken ist für Klingonen ein Symbol für das Beste, was man zu zweit tun kann: Sterben. Dann beamt die Enterprise eine gefährdete Menschenkolonie in den Frachtraum, die noch ziemlich unterentwickelt ist, mit Stroh, Tieren und all diesen widerlichen Dingen, über welche die Enterprise-Crew nur die Nase rümpfen kann. Picard will diese in seinen Augen ekelhaften Menschen schnellstmöglich vom Schiff haben. Die stinken ja alles voll! Riker hingegen flirtet direkt mal eine der Frauen an, indem er sich einfach nur vor sie stellt und sie anstarrt. Mehr nicht, starren und grinsen. Sie findet das geil, will sofort mit auf sein Quartier und nach zwei Minuten gibt sie sich ihm hin.In der zweiten Hälfte fliegt die Enterprise zu einer Klon-Kolonie, die nach Generationen des Klonens Probleme mit ihren Genen bekommen haben. Hier kann Picard seine verhassten Ekelgäste abladen, damit sie wieder neuen Schwung in die Gene bringen.

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TNG 2.17 – Samaritan Snare

Plot A zeigt Picard und Wesley auf einem Shuttleflug hin zu einer Raumbasis. Dort wartet eine Herzoperation auf Picard, die eigentlich auch Pulaski auf der Enterprise durchführen könnte, aber das will Picard nicht, aus Angst um sein Image als unastastbarer Captain. Während des Shuttleflugs sprechen Wesley und Picard bei Kaffee und Stulle über Picards Vergangenheit, was nicht sonderlich interessant ist. Auf der Raumbasis kommt es während der OP zu Komplikationen, die zu beherrschen der behandelnde Arzt nicht qualifiziert ist. Wirkt seltsam, schließlich ist Picard extra für diese OP zu dieser Raumbasis gereist, aber irgendwo muss das bisschen Drama ja herkommen. Am Ende muss dann doch noch mal Pulaski ran. Die knallroten OP-Kittel sind eine Anspielung auf David Cronenbergs ekligsten Film Dead Ringers (1988), der zur Zeit der Produktion dieser Folge bestimmt noch in den amerikanischen Kinos lief.

Plot B zeigt die Enterprise in Konfrontation mit den Pakled. Die entsprechen ziemlich genau dem Klischee geistig Behinderter: fett, hässlich, lassen beim Reden die Verben weg und führen Böses im Schilde. Die Crew spricht entsprechend von oben herab mit ihnen. Mal wieder ziemlich diskriminierend, das weltoffene Star Trek.

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TNG 2.16 – Q Who

Q Who ist meine Lieblingsfolge aus The Next Generation. Ich sah sie über die Jahre immer wieder. Auch dieses Mal war ich begeistert. Mit einem Fingerschnipsen schleudert Q die Enterprise in den weit entfernten Delta-Quadranten, um Picard und seine Crew mit den Borg bekannt zu machen.

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TNG 2.13 – Time Square

Die erste Zeitparadox-Folge. In dieser stößt die Enterprise auf eins seiner eigenen Shuttle. Dieses Shuttle kommt aus der Zukunft und hat einen bewusstlosen Captain Picard an Bord. Das Shuttle-Logbuch zeigt, dass die Enterprise in der Zukunft, aus der das Shuttle kam, zerstört wurde. Diese Zukunft ist noch sechs Stunden entfernt. Picard und seine Mannschaft versuchen nun, gegen den Lauf der Zeit zu handeln, also genau das zu vermeiden, was zur Zerstörung des Schiffes geführt hat oder führen wird. Was schwierig ist, da niemand weiß, was der Grund für die Zerstörung der Enterprise war oder sein wird. Die Lösung dieses Zeitparadoxes ist nicht sonderlich überzeugend. Letztlich geht’s mal wieder um eine gottähnliche Lebensform, einen Energieschlund, der Picard will. Zum Glück hat man ja noch einen zweiten Picard an Bord.

Die Folge konzentriert sich auf Picards Narzissmus. Sein Zukunfts-Ich bewusstlos auf der Krankenstation zu sehen, kränkt das Ideal, das Picard von sich hat. Er bezeichnet sein Zukunfts-Ich als „ihn“, um sich von sich selbst zu distanzieren. Lustig ist, dass der Zukunfts-Picard bewusstlos ist, weil seine biologische Uhr durch das Zeitparadoxon um sechs Stunden durcheinander gebracht wurde. Am besten gefielen mir in dieser Folge die bedrohlichen Hörner, die manche Szenen untermalen.

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TNG 2.9 – The Measure of a Man

The Measure of a Man beginnt mit einem Pokerspiel zwischen Riker, La Forge, O’Brien, Pulaski und Data. Erstmals sind die Figuren in einem Kontext beisammen, in dem Dienstgrade aufgehoben sind. Das wirkt befreiend, nach all der Steifheit in den Folgen zuvor. Schon in früheren Folgen gab es Freizeitspaß auf dem Holodeck oder außerdienstliche Gespräche im Zehnvorne, aber Pokern ist, neben einer sozialen Freizeitbeschäftigung, auch ein Spiel mit der Ungewissheit, also ein Gegensatz zur mathematisierten und hierarchisierten Gesellschaft von Star Trek.

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TNG 2.6 – The Schizoid Man

Ein sterbender Wissenschaftler transferiert seine Persönlichkeit in Data. Was relativ schnell auffällt, weil sich Data seltsam benimmt. Am Ende kann der weise Picard den Wissenschaftler überzeugen, aus Data raus zu gehen. Immer nett, wenn Data aus der Rolle fällt. Am besten ist aber sein Bart zu Beginn der Folge, den er leider nicht weiter trägt. Ich hätte mir eine Folge gewünscht, in der es nur darum geht, wie er der Mannschaft seinen Bart präsentiert, wie alle den Bart blöd finden und dann wie der Bart immer länger wird und irgendwann die Enterprise bedroht. Schade, dass sich die Folge nicht an meinen Wunsch gehalten hat.