Kategorien
Film

TNG 6.20 – The Chase

Jetzt schon die dritte Picard-Folge in Folge. In dieser sucht er ein archäologisch wertvolles Artefakt. Klingonen, Cardassianer und Romulaner suchen auch danach, weil damit eventuell eine Superwaffe zu bauen ist. Am Ende entdecken sie alle gemeinsam, dass das Artefakt keine Waffe ist, sondern die Projektion eines gotthaften Aliens, das nun erklärt, dass alle Spezies von derselben DNA abstammen. Das beeindruckt unter den Anwesenden niemanden und die Folge ist vorbei.

Kategorien
Film

TNG 6.19 – Lessons

Picard verliebt sich in ein neues Besatzungsmitglied, weil sie klug ist und extrem gut Klavier spielen kann. Sie findet heraus, dass er Flöte spielt und sie treffen sich, ohne Uniformen, an einem Ort, wo sich die Jeffreys-Röhren kreuzen, um gemeinsam zu spielen und ihre Musik dringt bis in den Maschinenraum. Sie spielen das Lied, das Picard in The Inner Light lernte. Dass sie das tun, bedeutet Picard viel, weil er diese intime Erfahrung zuvor mit niemandem geteilt hat.

Die Folge zeigt Picard im Verliebtheitsmodus, breit grinsend und mit schwingendem Gang. In einer Szene fragt er Riker, ob sie abends zusammen fechten wollen und piekst ihm dabei in die Brust. Als Picard später in der Handlung glaubt, seine Nella sei tot, wirkt er wirklich verloren, so ganz allein auf der Couch oder allein im Transporterraum, wartend, ob sie doch noch zurück kommt. Nach sechs Staffeln des weisen starken Picards ist es herzzerreißend, ihn dem Schicksal so ausgeliefert zu sehen.

Es ist außerdem interessant zu sehen, wie die Serie, die ja nun langsam aufs Ende zusteuert, sich selbst immer mal wieder aufbricht. Picard fragt Troi zum Beispiel um Erlaubnis, ob er denn überhaupt mit Nella zusammen sein darf. Die Serie kehrt hier etablierte Charakter-Dynamiken um und verwandelt sogar die kalten Jeffreys-Röhren in einen romantischen Ort.

Kategorien
Film

TNG 6.18 – Starship Nine

Picard ist allein auf der Enterprise und muss eine Gruppe Krimineller davon abhalten, ihre kriminellen Machenschaften durchzuführen, während ein tödlicher Säuberungslaser langsam von hinten nach vorn durchs gesamte Schiff wandert. Die Folge ist bekannt als die Stirb Langsam-Folge und tatsächlich spielen Picard und seine Gegenspielerin Kelsey Katz und Maus. Es wird durch Schächte gekrabbelt, Funkgeräte spielen eine große Rolle und beide Parteien werden erfinderisch. Picard benutzt eine Armbrust und als er gefangen genommen wird, tut er so, als sei er der Schiffs-Barbier. Er tötet mehrere der Bösis auf ungewohnt kaltblütige Art. Patrick Stewart verwandelte sich seit der ersten Staffel immer mehr von einem dünnen gebrechlichen älteren Herr, um den man sich Sorgen macht, in einen fitten stämmigen Mann, dem man alles zutraut.

Währenddessen findet auf der Raumstation ein kleiner Empfang statt, bei dem alle den Smalltalk des Commander Hutchinson fürchten. Außer Data, der findet’s super und imitiert Hutchinson, um Smalltalk besser zu verstehen. Was lustig ist. Am Anfang der Folge ist außerdem Worf lächelnd zu sehen, da er von Picard die Erlaubnis erhält, nicht an dem nervigen Empfang teilzunehmen.

Am besten ist eine Szene am Anfang, als Picard kurz allein auf der leeren Brücke steht. Die Terminals sind aus, es ist still. Der leere Arbeitsplatz bekommt etwas Mystisches. Achja, und Tim Russ (Tuvok in Voyager) ist in einer kurzen Rolle als Bösi zu sehen.

Kategorien
Film

TNG 6.15 – Tapestry

Picard liegt im Sterben und erwacht in einer weißen Welt. Q steht vor ihm, sagt ihm, er sei tot und dass er ihm noch eine Chance geben will. Er versetzt Picard in die Zeit seiner Ausbildung zurück. Damals war Picard ein Draufgänger und Frauenheld, also noch nicht der weise Picard, den wir kennen. Q will Picard zeigen, wie interessant seine Persönlichkeit damals im Vergleich zu heute war. Picard jedoch, mit seinem heutigen Wissen aber in der Haut seines jüngeren Ichs, handelt nun überlegt statt überstürzt und tut in jeder Situation das scheinbar Richtige. Als Q ihm nun das Leben zurück gibt und wir wieder in der Gegenwart angekommen sind, ist Picard nicht mehr Captain der Enterprise, sondern hat einen niedrigen Rang und gilt als unterwürfiger, wenn auch guter Offizier, der gut Besorgungen tätigen knan. Die Moral ist: Wer Erfolg will, muss heraus stechen, Risiken eingehen und auch mal Arschloch sein. Diese Moral wird anhand einer Barprügelei festgemacht, in der sich Picard schlecht benehmen muss, sonst wird er in Zukunft kein Captain sein. Von mir aus.

Kategorien
Star Trek: The Next Generation

TNG 6.12 – Ship in a Bottle

Professor Moriarty aus Elementary, Dear Data ist zurück. Er will, dass Picard sein Versprechen einlöst und ihn in die richtige Welt holt. Geht natürlich nicht, weil Hologramme können das Holodeck nicht verlassen. Natürlich hat sich in den sechs Jahren niemand noch mal für ihn interessiert. Also lockt er Picard, Barclay, La Forge und Data aufs Holodeck und sperrt sie auf dort ein, indem er die Enterprise holografisch simuliert, sodass die vier, als die das Holodeck verlassen, tatsächlich immer noch auf dem Holodeck sind. Am Ende dreht die Enterprise-Crew den Spieß um und verbannt Moriarty für immer in eine Simulation, die in einem kleinen Würfel existiert.

Kategorien
Star Trek: The Next Generation

TNG 6.11 – Chain of Command, Part 2

Der böse Folterer Madred foltert Picard ganz böse mit Folterfernbedienung, lässt ihn hungern und dursten und bei all dem wächst Picard ein Bart. Doch nicht mal das kann Picard brechen. Was wiederum den Foltermeister bricht. Das ist alles gut gemacht, wie auch die parallel laufenden Verhandlungen zwischen Jellico und den Cardassianern, aber auch mühsam zu schauen. Die Sache mit den vier Lichtern, von denen Picard durch Folter gezwungen sagen soll, es seien fünf, ist von George Orwell geklaut, außer dass es bei Orwell statt Lichtern Finger sind. Da hätten die Autoren ruhig tiefer graben können.

Kategorien
Star Trek: The Next Generation

TNG 6.8 – A Fistful of Datas

Auf der Enterprise ist nichts zu tun. Freizeit. Picard flötet. Zeit fürs Holodeck. Lange keine Holodeck-außer-Kontrolle-Folge mehr gesehen. Diesmal sind Worf, sein Sohn Alexander und Counselor Troi die Helden einer Western-Stadt und wegen eines Computerfehlers ist Data der Bösi, und zwar in vielen verschiedenen Ausführungen. Aus Fansicht eine spaßige Folge, weil Worf und Troi als Westernhelden lustig sind. Marina Sirtis gibt ihr Bestes, texanischen Dialekt zu sprechen, aber ihr normaler unverortbarer Sirtis-Dialekt schwingt immer mit. Sie sieht cool aus mit Gewehr und Zigarre. Am besten ist, wie Data seiner Katze Dinge erklärt. Geordi lässt sich einen Bart wachsen. Am Ende fliegt die Enterprise in den Sonnenuntergang. Patrick Stewarts erste Regiearbeit.

Kategorien
Star Trek: The Next Generation

TNG 6.7 – Rascals

Picard, Guinan, Ro und Keiko werden beim Beamen in Kinder verwandelt. Jetzt ist ein Zwölfjähriger Captain und wird kaum ernst genommen, obwohl er der Picard ist, den man kennt, eben nur als Kind. Das Kommando wird ihm entzogen und irgendwie scheinen sich alle einig, auch Picard, dass das richtig so ist und erwarten vom Publikum, dass es das auch so sieht. In TNG werden Kinder meist herablassend behandelt. In Rascals sind die Erwachsenen nun dazu gezwungen, Kinder ernst zu nehmen. Keiko O’Brien ist jetzt eine zwölfjährige Ehefrau und Mutter, womit Chief O’Brien überhaupt nicht umgehen kann. In der zweiten Hälfte kapern Ferengi die Enterprise und nur die Kinder können das Schiff retten, im Rahmen eines coolen Kinderabenteuers. Dabei krabbeln sie durch die Schächte der Enterprise, die hier erstmals als Jeffreys-Röhren bezeichnet werden. Höhepunkt ist, wenn der Halbstarken-Picard und Commander Riker vor den Ferengi so tun, als seien sie Vater und Sohn.

Kategorien
Star Trek: The Next Generation

TNG 5.25 – The Inner Light

Picard lebt ein zweites Leben. Auf der Enterprise fällt er in Ohnmacht und wird von seiner Frau geweckt, auf einem anderen Planeten, weit weg, hat einen anderen Namen. Die ersten Jahre versucht er noch, auf die Enterprise zurück zu kommen, irgendwie Kontakt mit der Sternenflotte aufzunehmen, doch irgendwann gibt er nach und lässt sich auf das Leben in der kleinen Stadt mit seiner Ehefrau ein (die einzig für ihn zu leben scheint, was ja auch stimmt, wie sich am Ende heraus stellt), bekommt Kinder, irgendwann Enkelkinder und wird ein respektiertes Mitglied seiner Gemeinde. Während er hier Jahrzehnte erlebt, vergehen auf der Enterprise 25 Minuten.

The Inner Light beschwört drei Fantasien: Erstens die Fantasie eines Parallel-Lebens. Dieser Tagtraum, in dem wir einen anderen Beruf haben, einen völlig anderen Lebensentwurf. Zweitens: die Fantasie dessen, was man ein bescheidenes Leben nennt, gemächlich und ereignislos, mit einer gewissen Naturverbundenheit und einer idyllischen Gemeinschaft, in der alle sich kennen und einander respektieren und helfen. Eine konservative Fantasie um so genannte Werte, zum Beispiel Familienwerte. Wir sehen Picards zweites Leben in Bruchstücken, die an nostalgische Fotoalben erinnern, die nur die schönen Seiten des Lebens zeigen. Drittens beschwört die Folge nämlich Picards Image als großartigsten Menschen aller Zeiten. Wir sehen ihn als perfekten Ehemann (seine Frau wird nie müde zu betonen, wie unglaublich toll sie ihn findet), als perfekten Vater, als perfektes Gemeinde-Mitglied, als perfekten Flötisten, als naturlieben Forscher. Er hat null negative Eigenschaften. An dieser Stelle muss man auch über seine Glatze sprechen, die das einfallende Licht fast wie ein Spiegel reflektiert und zu Überbelichtung führt.

Null negative Eigenschaften hat auch das längst ausgestorbene Volk, zu dessen Zeuge es Picard in dieser Folge macht (mit Hilfe einer Science-Fiction-Methode). Es ist also gut möglich, dass diese Gesellschaft sich selbst ein bisschen idyllischer zeichnet, als sie tatsächlich war. Wir sehen hier (wahrscheinlich unfreillig) einen unzuverlässigen Erzähler. All die Superlativen um diese Folge sind berechtigt. Sie zählt, wie Q Who oder The Offspring, zum Besten, was Serien zu bieten haben und ist wahrscheinlich auch für Menschen interessant, die Star Trek nicht kennen oder mögen.

Kategorien
Star Trek: The Next Generation

TNG 5.23 – I, Borg

Die Enterprise birgt einen lebendigen Borg von der Absturzstelle eines kleinen Borg-Aufklärungsschiffes. Picard entscheidet, ihn an Bord zu beamen, um ihm ein Virus einzuspeisen, das beim Wiedereintritt ins Borg-Kollektiv eine Kettenreaktion auslösen und die Borg restlos vernichten wird. Bei der Ethik-Diskussion im Konferenzraum halten das alle für richtig, außer Doktor Crusher, die es grundsätzlich falsch findet, eine komplette Spezies restlos auszulöschen. Picard, der als Ex-Locutus eine Rachefantasien gegen die Borg hat, ist nicht umzustimmen. Geordi La Forge aber schon. Er spricht mit dem Borg, stellt ihm Fragen, erklärt ihm das Konzept von Individualität und gibt ihm einen Namen, Hugh. Nach einer Weile versteht Hugh und will selbst ein Individuum bleiben. Die ethische Frage, ob man eine Spezies auslöschen sollte, die ganz klar das Ziel und die Möglichkeiten hat, alle anderen Spezies auszulöschen, wird hier umschifft, indem die Folge den Borg vermenschlicht. Aus der ethischen Frage wird dadurch eine moralische: Ist es okay, Hugh als Werkzeug zur Auslöschung der Borg auszunutzen? Am Ende entscheidet sich Hugh dazu, wieder ins Borg-Kollektiv zurück zu kehren, um die Menschheit nicht in Gefahr zu bringen, da die Borg nach ihm suchen werden. An dieser Stelle hätte man Hugh fragen können, ob er das Virus mit ins Kollektiv tragen will. Macht man aber nicht. Ethik wird umschifft.

Hugh erinnert ein bisschen an den Zombie Bub aus Day of the Dead (1985), der in der militärischen Untergrundbasis festgehalten und untersucht wird und irgendwann Symptathien und Antipathien zu bestimmten Menschen entwickelt.

In dieser Folge fiel mir zum ersten Mal auf, was man an Doktor Crusher schätzen kann. Das ist eine Frage, die ich mir schon länger gestellt habe. Was kann man an Doktore Crusher schätzen? Was ist ihre Figur überhaupt? Sie wirkt immer etwas farblos. Jedoch fiel mir in dieser Folge auf, dass sie oft die Stimme der Vernunft ist und die Stimme der Kritik. Die Direktiven der Sternenflotte sind oft unmenschlich und widersprüchlich. Doktor Crusher ist diejenige, die das anspricht. Schon in Staffel 1 tat sie das, besonders in der Folge Symbiosis.