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Star Trek: The Next Generation

TNG 4.7 – Reunion

Die erste Folge, bei der ich einschlief. Ich wachte aber immer wieder auf und bekam viel mit. Klingonen sind cool, aber Klingonenfolgen? Klingonen werden uns immer als kriegsgeil verkauft, aber eigentlich stehen sie immer nur im Halbkreis und reden über Ehre, Rache, Ruhm und Rituale. Immerhin gibt’s am Ende zwei blutige Tode, erstens Worfs Freundin K’Ehleyr (bekannt aus The Emissary), die ziemlich blutig und sogar vor den Augen ihres Sohnes stirbt (übrigens Worfs Sohn), zweitens der Mörder K’Ehleyrs, der nicht ganz so spektakulär von Worf getötet wird (endlich darf Worf jemanden töten). Seinen Sohn schiebt Worf an seine Adoptiv-Eltern ab (bekannt aus Family).

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TNG 3.17 – The Sins of the Empire

Nach Yesterday’s Enterprise eine weitere legendäre Folge, mit der ich nichts anfangen kann. Es geht um Worf, der sich dem klingonischen Gericht stellen muss und seine Ehre verliert. Sein Bruder ist auch dabei und Picard macht ein bisschen Detektivarbeit. Keine Ahnung.

Ich befrage also den DSi, den Deutschen StarTrek-Index. Da ich über die Jahre immer wieder drüber gestolpert bin, betrachte ich ihn als Institution für alle deutschen Star Trek-Fans. Kern ist ein Episodenguide, der alle Episoden fast aller Star Trek-Serien zusammenfasst, beurteilt und Punktbewertungen in den Kategorien Spannung, SFX und Handlung vergibt.

Der DSi gibt The Sins of the Empire je sechs von sechs Punkten für Spannung und Handlung, aber nur drei von sechs für die Effekte. Das ergibt insgesamt fünf von sechs Punkten. Der Text im Abschnitt „Bewertung“ lobt erstens, dass die Folge eine gute Handlung hat, ohne zu sagen, was an der Handlung gut ist, und zweitens, dass die Folge mit früheren und späteren Folgen zusammen hängt. Der Autor freut sich, dass dadurch ein „roter Faden“ entsteht, „den man [in TNG] vorher vergeblich suchte“. „Sehr merkwürdig“ findet er „die vierstellige Sternzeit, die Picard bei seinem Eintrag ins Computerlogbuch zu Beginn der Episode nennt“, weil die Sternzeit korrekterweise fünfstellig sein müsste.

Ich hab jetzt auch einen Star Trek-Index (zu finden unter dem Link „TNG-Index“ ganz unten), auch mit Bewertungen. Nur vier mögliche Sterne. Sterne, weil die besser zu Star Trek passen als Punkte. Und vier, weil vier Bewertungseinheiten genug sind für eine Spaß und nichtssagend genug, um nicht ewig drüber nachdenken zu müssen. Also auch keine null Sterne, keine halben, kein gar nichts. Nur eins, zwei, drei oder vier. Ich bin der neue deutsche Star Trek-Index!

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TNG 3.5 – The Bonding

Ein Crewmitglied stirbt. Sie hinterlässt einen Sohn, der bereits seinen Vater verloren hat. Worf, der das Bodenteam leitete, zu dem die Mutter gehörte, fühlt sich nun verantwortlich und will das Kind mittels Klingonenritual brüderlich an sich binden. Verantwortlich fühlt sich auch die Energie-Lebensform, durch die die Mutter zu Tode kam. Als Entschuldigung will die Lebensform das Kind mit auf den Planeten nehmen, indem sie sich ihm als seine Mutter ausgibt und ihm ein idyllisches (aber illusorisches) Leben verspricht.

Erstaunlich an The Bonding ist, dass fast jede Szene eine intensive Szene zwischen zwei Figuren ist, in denen es um Tod, Verantwortung, Traumaverarbeitung geht. Am stärksten ist die Szene zwischen Beverly und Wesley Crusher. Nachdem sie sich seit dem Tod des Vaters voneinander entfremdet haben, sprechen sie jetzt erstmals über ihre Gefühle. Die Folge ist psychotherapieinformiert, was man auch daran sieht, dass Troi am Ende zwischen allen vermittelt. Man kann darin ein Plädoyer für Empathie sehen, aber auch einen Zwang, Frauen in mütterliche Rollen zu pressen.

Dies war der erste Schreibjob von Ronald D. Moore. Er hatte es mit viel Glück geschafft, ein Spec-Script einzureichen, welches für außergewöhnlich gut befunden und dann auch produziert wurde. Moore wurde fest für die Serie angestellt, schrieb später für Deep Space Nine (1993-1999) und ganz kurz für Voyager (1995-2001) und ist wahrscheinlich am bekanntesten für seine Funktion als Showrunner des Remakes von Battlestar Galactica (2004-2009).

Bemerkenswert ist auch, dass The Bonding die Folge war, die Michael Piller (Chefautor der dritten Staffel) dazu anregte, ein Open Submission-Konzept für Star Trek zu installieren. Das ermöglichte es, nicht-professionellen Autoren, Drehbücher einzureichen. Die Produktion erhielt dadurch jährlich mehrere tausend Drehbücher aus aller Welt. Angeblich wurden die alle gelesen und aus manchen wurden tatsächlich Folgen (wie Yesterday’s Enterprise).

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TNG 2.20 – The Emissary

Wieder eine Folge, die beim Pokern beginnt. Worf gewinnt, doch in der Liebe steht’s nicht so gut um ihn. Die Halbklingonin K’Ehleyr kommt an Bord. Worf will nichts mit ihr zu tun haben, bis sie brutalen Klingonensex auf dem Holodeck haben (das Vorspiel besteht aus gegenseitiger Beschnüffelung), wonach Worf sie sofort heiraten will, was wiederum K’Ehleyr total empört. Am Ende ist dann doch alles gut und sie trennen sich voneinander mit dem Versprechen, dass, sollten sie sich wieder sehen, sie es ernster angehen wollen. Suzie Plakson als K’Ehleyr ist fantastisch, wie sie Worf aus der Reserve lockt. Sie spielte die vulkanische Ärztin Doktor Selar in The Schizoid Man und war später bei Star Trek: Voyager die weibliche Q.

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TNG 2.8 – A Matter of Honor

Riker dient im Rahmen eines Austauschprogramms als erster Offizier auf einem Klingonenschiff. Dort musss er Klingonenessen essen, was so ziemlich der Kern des kulturellen Austauschs dieser Folge ist. Aber man lernt auch klingonischen Humor kennen: If clingon food is too strong for you, perhaps we could get one of the females to breastfeed you! Man lernt auch, dass es keinen großen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Klingonen gibt. Beide sind ehrfuchtgebietende Krieger.

Das Setdesign auf dem Klingonenschiff ist fantastisch, das rote Licht, die Gitter, die diesige Luft. Auch auf der Enterprise gibt’s was zum Staunen, nämlich die ersten Nahaufnahmen, die zeigen, wie jemand eine Konsole bedient, also wie Knöpfe gedrückt und Dinge berechnet werden. Wow!

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TNG 1.20 – Heart of Glory

Worf spielte bislang in keiner Folge eine Rolle, die über gelegentliche Meinungsäußerungen hinaus ging. Jetzt tauchen zum ersten Mal Klingonen auf, in einem bedrohlichen Warbird. Und klickende Percussions zitieren Jerry Goldsmiths Klingonen-Theme aus Star Trek: The Motion Picture, ein freudig-martialische Stück. Eine sonst eher najaige Folge wird dadurch etwas besser.

Die Kriegsverherrlichung der Klingonen kommt vor allem in der martialischen Poetik ihrer Sprache zum Ausdruck. Hier vor allem in einer Dialogsequenz in Worfs Quartier, die in einem langen Mastershot gedreht wurde. Zuvor löste die Serie ihre Dialoge fast immer in Nahaufnahmen auf, um die Schauspielerei im Schnitt herzustellen. In dieser Szene braucht es das nicht, weil die klingonische Theatralik gute Schauspieler hervor bringt. The true test of a warrior is not without, it is within! Das kann man gar nicht sagen, ohne dass es stark klingt. Bei schwächlicher Wissenschaftlersprache übers Konfigurieren muss man hingegen schneiden.