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Star Trek: The Next Generation

TNG 4.11 – Data’s Day

Diese Folge zeigt einen Tag in Datas Leben, natürlich mit besonderem Augenmerk auf seine Schwierigkeiten mit menschlichem Verhalten. Zum ersten Mal sieht man seine Katze Spot, aber leider nur kurz. Spot’s Day wäre auch eine gute Folge. Dafür gibt’s spannende Szenen beim Friseur und Chief O’Brien will heiraten, und zwar Keiko, die aber kurzzeitig doch nicht will, was einiges Drama erzeugt. In Vorbereitung auf die Hochzeit bringt Doktor Crusher Data Tanzen bei und nebenbei sherlockholmest er noch eine romulanische Intrige aus.

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TNG 4.6 – Legacy

Hier lernen wir Tasha Yars Schwester kennen, Ishara Yar, die eine coole Lederjacke trägt und später, als sie sich auf der Enterprise eingelebt hat, einen arschritzenengen Ganzkörperanzug, der Seven of Nine aus Voyager und T’Pol aus Enterprise vorweg nimmt. Data verknallt sich in Ishara, aber Ishara entpuppt sich als böse Verführerin wie aus einem Joe Eszterhaz-Drehbuch. Picard verwendet mal wieder sein Lieblingswort Magnitude. Do you realize the MAGNITUDE of…? ist sein Lieblings-Satzanfang.

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TNG 4.3 – Brothers

Am besten ist der Anfang, wenn Data plötzlich verrückt wird und alle wie selbstverständlich die Brücke verlassen, als ob es dafür ein Protokoll gebe. Doch wenn Data, nach einer Reihe von gescheiterten Versuchen ihn aufzuhalten, auf einen Planeten beamt, um seinen Erbauer, Dr. Noonien Soong, zu besuchen, wird daraus ein langweiliges Familientreffen, das auch durchs Auftauchen des bösen Lore kaum spannender wird. Für Brent Spiner-Fans sicher toll, weil er spielt alle drei Rollen.

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TNG 3.22 – The Most Toys

Ein Kunstsammler entführt Data und sperrt ihn in einen Raum, wo noch andere Kunstwerke ausgestellt sind (darunter auch die Mona Lisa). In dieser Galerie soll Data für immer auf einem Stuhl sitzen und fortan jeden Besucher mit seinen kommunikativen Fähigkeiten zum Staunen bringen. Diese Prämisse verbietet Data, wie in The Measure of a Man, das Recht auf freie Entscheidung, dreht sich aber weniger um Roboterethik als um die Frage, welche Zwänge nötig sind, damit eine Person (ob Android oder Mensch, ist egal) ihr Recht auf freie Entscheidung von selbst aufgibt. Das Bild für diese Unterwerfung ist der Stuhl, dem sich Data erst noch verweigert. Doch die Methoden des Kunstsammlers werden immer sadistischer, sodass sich Data irgendwann nicht mehr wehren kann. So wird sich der zuverlässige Data, der sonst immer für alles eine Lösung findet, setzen.

Die Folge handelt zudem vom problematischen Verhältnis des Menschen zur Kunst. Der Kunstsammler sammelt die seltensten und großartigsten Werke, die er finden kann, nicht weil er die Werke bewundert, sondern weil die Werke ihn selbst aufwerten. So wertet sich auch Paris auf, indem es die wertvollsten Kunstwerke der Welt im Louvre hortet. Die Mona Lisa ist ein berühmtes Gemälde, weil niemand weiß, auf wem sie basiert. Sie ist weder eine berühmte Königin, noch eine Adelige, noch eine biblische Figur. Sie ist nicht einzuordnen und dadurch frei vom Gewicht der Bedeutung. In einem kurzen Moment von The Most Toys steht Data vor der Mona Lisa und versucht, ihr Lächeln nachzuahmen. Data will sich auch der Bedeutung entziehen und damit dem Joch der Kunstsammler und Kunstbetrachter. Er will sich nicht auf ein Kunstwerk reduzieren lassen.

Dass die Folge nicht in den TNG-Bestenlisten auftaucht, liegt wohl einerseits daran, dass die Handlung immer wieder durch Enterprise-Szenen unterbrochen wird, andererseits am schwachen Finale, das nach Zahlen malt und bei dem Data kurz davor ist, den Kunstsammler bewusst zu erschießen (was Datas erster Mord gewesen wäre), doch leider verhindert eine Fügung des Schicksals dieses konsequenzbeladenere Ende. The Most Toys ist die größte Überraschung meines bisherigen TNG-Durchhaltewettbewerbs.

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Essay Star Trek: The Next Generation

Teenager-Töchter lobotomieren – TNG 3.16 – The Offspring

Data baut sich eine Tochter namens Lal. Er will ihr ein Vater sein und sie will sich in die menschliche Gesellschaft einfügen. Das ist an sich schon schwierig genug, aber darüber hinaus will die Sternenflotte Lal für ihre Untersuchungen von der Enterprise runter befehlen, weg von Data, ihrer einzigen Bezugsperson. Lal bekommt nun, ungewöhnlich für eine Androidin, Angst. Das führt zu einer furchteinflößenden Szene, in der sie sich selbst immer wieder mit den Fingerspitzen gegen den Brustkorb hämmert, als wollte sie die Angst weg hämmern.

Die Serie erklärt in technischem Jargon, warum Lal mit ihren Gefühlen nicht weiter leben kann. Ihre Gefühle sind eine Fehlfunktion. Data will diese Fehlfunktion um jeden Preis beheben und Lal selbst will lieber gar nicht leben als Gefühle erleben zu müssen. Also schraubt Data ihren Kopf auf und operiert darin herum. Wenn wir die Vater-Tochter-Metapher der Folge ernst nehmen, sehen wir hier einen Vater, der seine suizidale Tochter lobotomiert.

Lobotomien waren von den späten Dreißigern bis in die Siebziger eine weltweit angewandte Methode zur „Heilung“ psychischer „Krankheiten“. Aus meiner Laiensicht funktionieren Lobotomien so, dass der Teil des Gehirns, der für die Aufnahme von Sinneseindrücken verantwortlich ist, von dem Teil des Gehirns getrennt wird, der für die Verarbeitung von Sinneseindrücken verantwortlich ist. Durch diese Trennung können Sinneseindrücke also nicht mehr verarbeitet werden und somit auch keine Gefühle mehr auslösen, was das Ziel einer Lobotomie ist. Es soll Lobotomie-Überlebende gegeben haben (und immer noch geben), die sich nach der Lobotomie ausgeglichener fühlten. Manche fühlten sich nicht groß anders. Die meisten wurden Pflegefälle.

Berühmt ist der Fall von Rosemary Kennedy, Tochter von Joseph und Rose Kennedy und Schwester von Präsident John F. Kennedy. Vater Joseph wollte all seine Kinder im politischen Zirkus auftreten lassen. Rosemary sollte dabei ihren Politiker-Brüdern auf Banketten eine hübsche Dekoration zu sein. Doch sie ging lieber in die Oper oder zu Pferderennen oder hing mit Freunden rum. Deshalb galt sie in der Familie als „eigensinnig“ und machte ihren Eltern große Sorgen. Was werden nur „die Leute“ sagen?

Also ging Vater Joseph eines Tages mit Rosemary zu Walter Freeman, dem Erfinder der transorbitalen Lobotomie. Bei dieser Lobotomie-Methode wird eine Art Eispickel durch die Augenhöhlen gestochen, ein paar Mal im Hirn herum gedreht und dann wieder herausgezogen. Das geht im Vergleich zur aufwändigeren präfrontalen Lobotomie ziemlich schnell und wurde von Freeman mehrere tausend Male durchgeführt. So auch an Rosemary. Freeman lobotomierte sie einfach so, ohne ihr das vorher zu sagen. Das war 1941. Rosemary war 23 Jahre alt. Sie konnte jetzt nicht mehr sprechen, gehen, war inkontinent, ein Pflegefall. Vater Joseph brachte sie in einem Kloster unter, wo er sie nie wieder besuchte. Die Kennedy-Familie leugnete Rosemarys Existenz bis ins Jahr 1960.

Lobotomien wurden vor allem genutzt, um Frauen zu zähmen, die sich nicht wie brave Hausfrauen verhielten. Schnell wurde klar, dass Lobotomie eher schlecht ist, also erfand man neue Wege zur Frauenzähmung, zum Beispiel Medikamente und einige Formen der Psychotherapie. Zu diesem Thema empfehle ich Ira Levins Roman The Stepford Wives (1972) und auch dessen Verfilmung von 1975. In dieser Geschichte werden Ehefrauen durch Haushalts-, Mutter- und Sex-Roboter ersetzt, die genauso aussehen wie sie. Was ziemlich genau das ist, was Lobotomien, Medikamente und Therapien aus Frauen machen sollten. Für weitere Infos hierzu empfehle ich die Stepford Wives-Folge des Podcasts You’re Wrong About, wo auch nicht-fiktionale Bücher zum Thema empfohlen werden.

Neben Frauen wurden Lobotomien auch häufig an Kindern durchgeführt, die hyperaktiv waren oder sonstwie „störten“. Und jetzt führt auch Data eine Lobotomie an seiner Tochter durch, weil sie Gefühle hat. Die Serie gesteht Lal zu keiner Zeit eine Existenz mit Gefühlen zu. Vielleicht hätte sie lernen können, mit Gefühlen umzugehen. Sicher hätte die Serie dafür eine technische Erklärung gefunden.

The Offspring ist ein aufwühlendes Stück Fernsehen und neben Q Who die fokussierteste TNG-Folge, die ich bisher gesehen habe. Keine langweiligen Nebenplots, kein überflüssiges Geplänkel. Die Folge ist hundertprozentig auf Lal konzentriert.

Hallie Todd als Lal gibt die wohl beste Schauspielleistung in der gesamten Serie. Besonders rührend ist ihr Gang, bei dem sie die Arme immer etwas voraus hält, als hätte sie Angst, vornüber zu kippen. Auf den ersten Blick sieht es wie ein Klischee-Robotergang aus, aber Todd spielt hier keinen Robotor, sondern eine instabile Teenagerin, die einsam ist und ohne Halt und umschwemmt von den Erwartungen ihres Umfelds.

Besonders tragisch ist die Szene, in der Lal möchte, dass sie und Data Händchen halten. Sie hat nämlich gelernt, dass dies bei Menschen ein Ausdruck von Zuneigung ist und möchte Data so ihre Zuneigung ausdrücken. Tragisch ist das, weil Data am Ende, statt sie zu lobotomieren, vielleicht einfach ihre Hand hätte halten müssen, um ihr gegen die Angst ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Aber Data ist eine gefühllose Maschine ohne Empathie, er kommt nicht darauf. Stattdessen will er Lals Gefühle mit Technik „lösen“ und deshalb ist sie jetzt tot.

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TNG 3.2 – The Ensigns of Command

Ich bin immer extra gespannt auf Folgen written by Melinda M. Snodgrass. Ihre Folgen hatten bisher immer eine gewisse Dringlichkeit. Diese nicht. Geht mal wieder um Data und sein Hadern mit der Menschlischkeit. Im Lauf der wenig spannenden Handlung (die ich keine Lust habe zusammenzufassen) lernt er eine Frau kennen, die ihm einen Kuss gibt, was ihn irritiert. Am Schluss gibt er ihr auch einen. Okay.

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TNG 2.21 – Peak Performance

Data verliert ein Strategiespiel gegen einen Großmeister, verzieht sich in sein Quartier, analysiert seine Fehler, will nicht auf die Brücke zurück kehren, stagniert, wird aber vom weisen Picard belehrt. Picards entscheidender Satz: It is possible to commit no mistakes and still lose. Data lernt also, dass man die Unberechenbarkeit der Welt aushalten muss. Picards Satz kann man auch antikapitalistisch lesen: Leistung führt nicht zum Erfolg. Leider ist das nur ein Nebenplot in der Handlung. Ich hätte Data gern in einer existenziellen Krise gesehen, wie er in seinem Quartier brütet. Der Hauptplot dreht sich um eine Kampfsimulation, bei der Riker mit kleiner Crew in einem älteren Schiff gegen Picard antreten muss. Mittendrin taucht ein Ferengi-Schiff auf und ferengiert ein bisschen, was die Situation verkompliziert.

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TNG 2.19 – Mahunt

Nach Conspiracy (1.25) die zweite Folge, in der Data lacht (ich führe Buch). Nach Haven (1.11) die zweite Folge mit Counselor Trois Mutter, Lwaxana Troi, und ihren ständig saufenden Diener Homn. Der Gag mit dem schweren Gepäck geht diesmal auf Rikers Kosten.

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TNG 2.15 – Pen Pals

Nach The Measure of a Man wieder eine gute Data-Folge von Melinda M. Snodgrass. Data antwortet auf Radiosignale eines Mädchens, das hobbymäßig nach Signalen von Außerirdischen sucht. Ihr Volk ist noch nicht allzu weit entwickelt. Daher ist, was Data tut, illegal. Raus kommt es erst, als klar wird, dass der Planet des Mädchens kurz vor der Explosion steht und Data Picard bittet, den Planeten durch eine technische Operation zu retten, was natürlich zu Diskussionen über die Prime Directive führt und das Publikum zu Fragen nach Datas Menschlichkeit anregen soll. Zugleich soll Wesley das erste mal ein Kommando übernehmen, und zwar über ein Forschungsprojekt. Das Kommandieren fällt ihm nicht leicht und da holt er sich von Riker ein paar Tipps.

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TNG 2.12 – The Royale

Riker, Data und Worf beamen auf einen Planeten, entdecken eine alte Drehtür, gehen durch und sind mitten in einem Dreiziger-Hotelcasino, wo alles ein bisschen weichgezeichnet ist. Uiuiui, ganz schön seltsam. Irgendwann finden sie eine Erklärung (sie sind gefangen in einem schlechten Kriminalroman des 20. Jahrhunderts, der im Hotel Royale spielt) und können fliehen. Nicht viel über die Folge zu sagen, außer dass es eine lustige Worf-Szene gibt, in der er mit dem Zimmerservice telefoniert. Sonst eher schnarchig, bis auf die Idee der Drehtür in schwarzer Dunkelheit, die an die Tür aus dem Intro von Twilight Zone (1959-1964) erinnert.