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Star Trek: The Next Generation

TNG 5.15 – Power Play

Geister-Aliens ergreifen Besitz von Counselor Troi, Data und Chief O’Brien, die zu dritt die Enterprise übernehmen und eine Geiselnahme im Zehnvorne veranstalten. Troi ist der Kopf der Gruppe, was Spaß macht zu sehen. Data und O’Brien sind ihre Lakaien. Hier kommt mal wieder die Vergewaltigungsgefahr an die Oberfläche, die in der Serie immer noch mitschwingt: Aus dem Nichts droht der vom Geister-Alien besessene O’Brien seiner Frau Keiko eine Vergewaltigung an. Was Keiko O’Brien betrifft, bin ich immer begeistert von Rosalind Chao, die ihre begrenzte Rolle sehr überzeugend spielt. Rosalind Chao ist Star Treks Barbara Crampton.

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TNG 5.14 – Conundrum

Alle Crew-Mitglieder verlieren ihre Identität. Sie wissen nicht mehr, wer sie sind und was ihre Aufgaben. Das Schöne sind hier die sich kurz ändernden Hierarchien und Figurenverhältnisse. Worf ernennt sich selbst zum Captain, Data ist Barkeeper im Zehnvorne und Commander Riker startet eine Affäre mit Fähnrich Ro. Normalerweise können sich die Beiden überhaupt nicht leiden, weil Riker sich von ihrer aufmüpfigen Art in seiner Autorität gekränkt fühlt. Jetzt, ohne Hierarchie, findet er genau das anziehend. Zugleich hält er sich Counselor Troi warm. Wofür Ro und Troi ihn am Ende der Folge sanft bestrafen.

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TNG 5.11 – Hero Worship

Nach New Ground sofort die nächste kinderbezogene Folge, diesmal über einen Jungen, der Data bewundert und imitiert. Er zieht sich ähnlich an wie Data und übernimmt Datas androidischen Habitus. Das ist nett zu schauen, aber die Folge hat dieses eine große Problem, das sich durch bisher durch die gesamte Serie zieht: Die intimen Geschichten zwischen zwei oder drei Figuren werden selten für sich stehend erzählt, sondern meistens mit einem Nebenplot verknüpft. In Hero Worship geht es darum, dass der Junge ein Trauma überwinden muss, um sich an einen Unfall erinnern zu können, was ein Rätsel um die Explosion eines anderen Raumschiffes löst, für dessen Auflösung sich niemand interessiert. Warum nicht voll rein gehen in die existenzielle Erfahrung, die dieser Junge macht (die Erfahrung, dass wir wir sind und nicht jemand anderes sein können)? Warum nicht den Fokus auf eine simple Geschichte legen? Übrig bleibt ein semi-interessanter Hauptplot und ein null-interessanter Nebenplot. Wahrscheinlich liegt es an vertraglichen Pflichten, allen Hauptdarstellern ein Mindestmaß an Sprechzeit zu geben. Wichtig ist auch folgende Frage: Warum trägt Picard in dieser Staffel immer diese blöde Jacke? Bei Darmok dachte ich, dass sei sein Outdoor-Outfit, aber seitdem trägt er es immer wieder und sieht immer aus, als sei er grad von draußen rein gekommen und wolle auch gleich wieder los.

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TNG 5.7 – Unification, Part 1

Captain Picard muss sich auf den Tisch stützen und nah an den Bildschirm heran gehen, denn was er da sieht, das glaubt er nicht: Überwachungsaufnahmen die scheinbar belegen, dass Spock zu den Romulanern übergelaufen ist. Die Musik schwillt an, leitet über ins TNG-Intro und es folgt eine Spionage-Geschichte, in der Picard und Data zum romulanischen Heimatplaneten reisen, zum Meet and Greet mit Spock. Gut, dass der romulanische Heimatplanet Romulus heißt, das kann man sich gut merken.

Vorher fragt Picard aber noch Spocks Vater Sarek, bekannt aus der Folge Sarek, was mit Spock los sein könnte. Und um überhaupt nach Romulus zu kommen, muss Picard ein Klingonenschiff mit Tarnfunktion chartern. Hier müssen Picard und Data auch übernachten und Picard gibt vor den Klingonen den starken Mann. Schlafraubender als das harte Klingonenbett ist aber Data, der, während Picard schlafen will, still in der Mitte des Raums steht. Picard und Data sind ein gutes Comedy-Paar.

Auf Romulus sind Picard und Data als Romulaner verkleidet. Hier erwartet die Beiden ein ziemlich starker Weichzeichner, der wohl die eintönig-braunen Sets kaschieren soll. Die Folge endet mit Spock, der bedeutungsvoll aus dem Schatten ins Licht tritt. Unification zeigt erstmals, dass die Romulaner mehr sind als hintertriebene Bösis. Viele Romulaner wollen sich wieder mit den Vulkaniern vereinen. Sie haben sich offenbar vor vielen Jahren gespalten. Spock ist zu diesem Zweck nach Romulus gekommen, als Botschafter der Wiedervereinigung.

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TNG 5.6 – The Game

Riker bringt vom Sexurlaub auf Risa ein Spiel mit. Legt man es um den Kopf, erscheint im Blickfeld ein virtuelles Spielfeld mit Scheiben und Trichtern. Die Aufgabe ist, die Scheiben in die Trichter zu bringen. Eine öde Spielmechanik, aber das Spiel erzeugt bei Abschluss jeden Levels einen Mini-Orgasmus. Es funktioniert ganz ähnlich wie die Algorithmen in Webseiten, Programmen, Apps und Handyspielen. Schnell ist die ganze Crew süchtig und darüber hinaus auch dem bösen Willen des Spiels ausgesetzt. Es ist eine Body Snatchers-Situation, bei der die Enterprise immer mehr von Indoktrinierten bevölkert wird.

Retter ist Wesley Crusher, der gerade Ferien von der Akademie hat und auf die Enterprise beamt. Hier baut die Serie zunächst eine Idylle auf. Counselor Troi hat ihren wohl besten Moment der ganzen Serie: Sie erklärt Riker in allen Details ihr komplexes Schokoladeneis-Ritual und sagt dabei Dinge wie: I never met a chocolate I didn’t like. Im Bonusmaterial sagt Marina Sirtis, dass sie während ihrer Star Trek-Zeit keinen einzigen Bissen Schokolade essen konnte, weil sie sonst nicht mehr in ihr enges Kostüm gepasst hätte. Beim Spielen der Szene spuckte sie das ganze Eis in einen Eimer. Wesley bekommt bei seiner Ankunft eine Überraschungsfeier, für die Worf sogar einen Kuchen gebacken hat. Hier sieht man Data mal wieder lachen. Während Wesley und Data später durch die Enterprise-Flure spazieren, grüßt Wesley jeden vorbei laufenden Kollegen mit einem übertriebenen Lächeln. Er erzählt Data von einem Triumph an der Akademie und Data sagt enthusiastisch: Good for you! Wes hat auch ein Kaffeekränzchen mit Picard, das vor allem Picards güldenes Tee-Service präsentiert.

Wes lernt Fähnrich Robin Leffler kennen, gespielt von Ashley Judd. Er verknallt sich in sie und sie sich in ihn. Sofort daten sie, verstehen sich perfekt und halten Händchen. Sie sind wie ein Paar aus einem Cartoon, wo Donald Duck mit Daisy Duck zusammen ist oder Mickey Mouse mit Minnie Mouse, zwei Figuren mit den genau gleichen Eigenschaften, nur einer männlich, einer weiblich. Robin ist genauso genialisch, genauso interessiert an der Funktionsweise technischer Geräte und genauso attraktiv wie Wesley. Das Spiel interessiert beide nicht, sie interessiert, wie es funktioniert. Also analysieren sie es, finden heraus, dass es gefährlich ist und versuchen das Schiff zu retten.

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TNG 5.5 – Disaster

Eine schlimme Anomalie trifft die Enterprise ohne Vorwarnung, sodass alles durcheinander wirbelt und der Strom ausfällt. Verschiedene Crew-Mitglieder sind nun in für sie ungewohnten Situationen. Picard steckt mit drei Kindern im Turbolift fest (der den Schacht hinab zu stürzen droht), Counselor Troi ist die höchstrangige Offizierin auf der Brücke und muss das Schiff kommandieren (mit Chief O’Brien und Fähnrich Ro als ihre Unterstellten, deren gegensätzliche Meinungen sie bewerten und in Befehle umsetzen muss), La Forge und Doktor Crusher sind im Hangar und müssen ein Plasmafeuer löschen, Worf muss das Kind von Keiko O’Brien zur Welt bringen, etc.

Wie Worf das macht, streng nach Lehrbuch und jeden seiner Schritte für sich selbst laut aussprechend, ist das Mutigste, was er je gemacht hat. Als Worf das Baby zum ersten Mal weinen hört, muss er unwillkürlich vor Freude lachen, reißt sich aber sofort wieder zusammen. Der rührendste Charakter-Moment der ganzen Serie.

Ähnlich rührend ist Picards Geschichte, da nicht, wie es auf den ersten Blick wirkt, er die Kinder rettet, sondern die Kinder ihn. Er hat sich beim Aufprall der Anomalie das Bein verletzt und glaubt nicht, dass er es schaffen kann, aus dem Turbolift und dann den Fahruhlschacht hinauf zum nächsten Deck zu klettern. Also befiehlt er den Kindern, denen er zur Motivation Offiziersränge verliehen hat, alleine zu klettern und ihn im Fahrstuhl zurück zu lassen. Doch die Kinder weigern sich. Sie wollen entweder alle aus dem Turbolift fliehen oder gar nicht. Kurz nachdem sie den Schacht verlassen haben, fällt die Turboliftkabine runter. Die Kinder haben Picard das Leben gerettet.

Auch Troi bekommt einen großen Moment, wenn sie sich in den Captain-Stuhl setzt. Vorher traut sie sich nicht, bleibt auf Abstand, bewegt sich in großen Kreisen um diesen Stuhl, doch jetzt, nachdem sie ein paar Entscheidungen getroffen, ein paar Befehle gesprochen, setzt sie sich drauf, mit klarem Blick und selbstbewusst die Beine übereinander schlagend. Auch La Forge und Doktor Crusher gehen über ihre Grenzen hinaus, wenn sie sich kurz dem Vakuum des Alls aussetzen, um das zerstörerische Plasmafeuer zu ersticken und dann, selbst fast erstickt, mit letzten Kräften sich zum Druckausgleichsknopf schleppen (der dramaturgisch günstig einige Meter von ihnen entfernt ist). La Forge bricht zusammen, Crusher schafft es geradeso, und sie können wieder atmen.

Einen solchen Multiplot könnte man leicht verhauen, doch jeder der Handlungsstränge ist spannend und teilweise karthatisch. Großartig ist, dass die Folge nicht allzu schnell zwischen den Orten hin und her schneidet, sondern jeden Moment für sich voll spielen lässt.

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TNG 5.4 – Silicon Avatar

Eine Forscherin, die das Muttersein für eine Karriere aufgegeben und später ihren Sohn an die Kristalline Entität (bekannt aus Datalore) verloren hat, nutzt in Silicon Avatar Data als Medium, um ein letztes Mal mit ihrem toten Sohn in Kontakt zu treten. Diese Form der Geisterbeschwörung wird möglich durch Datas Fähigkeit zur Stimmverzerrung. Eine esoterische Idee wird technisch umgesetzt. Die Szene wäre besser ohne den Einsatz gefühlsduseliger Streicher, die in TNG zu oft verwendet werden. Sehenswert ist die Folge für die Kristalline Entität, die seit Ewigkeiten einsam durchs All fliegt und sobald die Enterprise einen Weg findet, mit ihr zu kommunizieren, freudig angeflogen kommt, weil sie endlich das Gefühl hat, ihresgleichen gefunden zu haben. Sehenswert auch für die peinlichste Flirt-Szene aller Zeiten.

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TNG 4.25 – In Theory

Data beginnt eine romantische Beziehung mit Crewmitglied Jenna D’Sora. Vorher fragt er das ganze Schiff, ob er sich wirklich darauf einlassen soll. Geordi rät ihm ab, Troi ist skeptisch, Riker ermutigend, Picard verweigert eine Einschätzung und Worf droht Data, Jenna nicht zu verletzen, sonst gibt’s aufs Maul. Guinans Rat ist, dass sie keinen Rat hat. Die Guinan-Szene ist lustig, da sie zum Einstieg ein blaues Getränk und ein gelbes Getränk zusammen gießt, woraus ein grünes Getränk entsteht. Das soll beeindruckend wirken. Jedenfalls beginnt Data seine Beziehung mit Jenna und ist sofort überfordert, weil Frauen sind ja sooo komisch. Er versucht alles richtig zu machen, schreibt sogar ein Programm für Jenna, das Verhaltensroutinen abruft (inklusive Pärchenstreit-Routinen), aber Datas Wille, der perfekte Partner zu sein, führt schließlich zum Beziehungsende. Es gibt lustige Szenen, wenn Data zum Beispiel Jennas Quartier betritt und ruft: Honey, I’m home!

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TNG 4.20 – Qpid

Diese Folge sticht vor allem durch ihre Klamauk-Bereitschaft heraus. Picard und seine Crew werden von Q in die Robin Hood-Zeit geschnippst, wo Worf gegen sein knallrotes Outfit protestiert, Data eine Halbglatze hat und La Forge schlecht Mandoline spielt und dabei verträumt den Kopf hin und her schwenkt. Picard (jetzt mit schnittigem Bart) muss Vash retten, seine Urlaubsliebe aus Captain’s Holiday. Sie soll geköpft werden, wenn sie nicht Sir Guy of Gisbourne heiratet. Da sie nicht geköpft werden will, nimmt sie, zu Qs Überraschung, den Antrag an. Auch Picard ist verwirrt, als sich Vash nicht von ihm retten lassen will, also kidnappt er sie einfach. Am Ende sollen Picard und Vash beide geköpft werden und es kommt zum Showdown, inklusive Schwertkampf auf Burgtreppe, wo Patrick Stewart errolflynnt und seinem Gegner alle paar Schwerthiebe einen kühnen Spruch zuwirft.

Das Herz der Folge ist die Picard-Vash-Romanze, insbesondere Picards Schwierigkeiten, zu Vash zu stehen, denn ihre freche Kulturverdrossenheit ist ihm peinlich (sie setzt sich zum Beispiel einfach so auf den Captainstuhl und räkelt sich darin). Die Crew mag Vash (Worfs Kommentar: Nice legs.) und ist amüsiert über die deutlichen Unterschiede zwischen ihr und Picard. Sie sind seine Freunde, sie respektieren seine Gefühle für Vash, auch wenn er das selbst nicht tut. Das ist bei allem Klamauk schön zu sehen. Zumal Picard in seiner Unfähigkeit zu seinen Gefühlen zu stehen fast wie ein kleiner Junge wirkt. Vash ist eine belebende Gastfigur. Selbst Q ist begeistert, und so bietet er ihr am Ende die Chance, mit ihm mitzukommen und das Q-Kontinuum zu bereisen. Vash bejaht.

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TNG 4.14 – Clues

Als die Enterprise einen Planeten untersuchen will, öffnet sich ein Wurmloch und die Crew wird für dreißig Sekunden bewusstlos, bis auf Data. Danach setzt die Crew ihren Alltag fort, aber schnell mehren sich seltsame Beobachtungen. Zum Beispiel hatten Doktor Crushers Pflanzen in dieser Zeit einen großen Wachstums-Schub. Was geschah wirklich in diesen dreißig Sekunden? Data könnte es wissen, gibt sich aber ratlos und scheint die Ermittlungen bewusst zu stören. Das Mysterium dieser neuen Twilight Zone-Folge ist spannend erzählt. Counselor Troi spielt wieder ein Portal für andere Wesen (siehe The Loss). Sie spricht sogar in runtergepitchter Gruselstimme für die Aliens, die von ihr Besitz ergriffen haben.