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Star Trek: The Next Generation

TNG 7.4 – Gambit, Part 1

Picard ist tot und die Enterprise ermittelt. Natürlich stellt sich heraus, dass Picard doch nicht tot ist. Das Beste an der Folge ist, dass neben Picard auch Riker irgendwann die Enterprise verlassen muss, sodass Data der Captain wird und Worf der erste Offizier. Data beweist sich als ziemlich perfekter und entschiedener Captain, der die Enterprise auch allein führen könnte. Bei einer Besprechung im Konferenzraum erteilt er Befehle, sagt Dismissed und nimmt dann die typische Picard-hat-gesprochen-Pose ein, Hände zusammen gefaltet und ins Leere starrend. Er parodiert damit schön die Sinnlosigkeit dieser Geste.

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TNG 6.25 – Timescape

Eine twilightzonige Zeitparadoxon-Folge, in der Picard, Data, Troi und La Forge in einem Shuttle auf dem Rückweg zur Enterprise sind. Nach ein paar seltsamen Zeitphänomenen sehen sie bei ihrer Ankunft, dass die Enterprise sich gerade im Kampf mit einem romulanischen Warbird befindet. Nur ist die Situation wie eingefroren. Beide Schiffe, mitten in der Schlacht, stehen starr im Raum und auch ihre Besatzungen sind eingefroren. Aber nicht ganz eingefreren. Es stellt sich heraus, dass sich die Zeit in und um die beiden Schiffe extrem langsam voran bewegt.

Es ist ein cooles Konzept und erlaubt eines der seltsamsten Bilder, die je in der Serie zu sehen waren: Nämlich malt Picard einen Smilie in eine eingefrorene Wolke und lacht verrückt (die Zeitanomalie hat psychische Auswirkungen, Patrick Stewart ist super im Verrücktspielen).

An dieser Stelle möchte ich die Voyager-Folge Blink of an Eye (Staffel 6, 2000) empfehlen, in der die Voyager im Gravitationsfeld eines donutförmigen Planeten festhängt. Durch die seltsame Gravitation vergeht die Zeit auf dem Planeten viel schneller als auf der Voyager. Die Voyager beobachtet innerhalb weniger Stunden, wie aus einem Steinzeitvolk eine technologische Supermacht wird. Die Stargate-Episode Unending (Staffel 10, 2007), die letzte Episode von Stargate SG-1, erzählt eine ähnliche Situation. Wir sehen hier zwei im Kampf nahezu-eingefrorenen Raumschiffe, während für die Stargate-Hauptbesetzung die Zeit normal weiter läuft. Im Gegensatz zu Timescape kann diese Situation jedoch nicht aufgelöst werden, und so zeigt die Folge die Serienhelden einfach beim Altwerden.

Das Konzept von eingefrorener Zeit spielt auch in der Twilight Zone-Episode A Little Piece and Quiet (1985) eine wichtige Rolle, gedreht von Wes Craven, extrem gute Geschichte mit wirklich gruseligen Ende, in voller Länge hier auf Youtube zu sehen.

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TNG 6.18 – Starship Nine

Picard ist allein auf der Enterprise und muss eine Gruppe Krimineller davon abhalten, ihre kriminellen Machenschaften durchzuführen, während ein tödlicher Säuberungslaser langsam von hinten nach vorn durchs gesamte Schiff wandert. Die Folge ist bekannt als die Stirb Langsam-Folge und tatsächlich spielen Picard und seine Gegenspielerin Kelsey Katz und Maus. Es wird durch Schächte gekrabbelt, Funkgeräte spielen eine große Rolle und beide Parteien werden erfinderisch. Picard benutzt eine Armbrust und als er gefangen genommen wird, tut er so, als sei er der Schiffs-Barbier. Er tötet mehrere der Bösis auf ungewohnt kaltblütige Art. Patrick Stewart verwandelte sich seit der ersten Staffel immer mehr von einem dünnen gebrechlichen älteren Herr, um den man sich Sorgen macht, in einen fitten stämmigen Mann, dem man alles zutraut.

Währenddessen findet auf der Raumstation ein kleiner Empfang statt, bei dem alle den Smalltalk des Commander Hutchinson fürchten. Außer Data, der findet’s super und imitiert Hutchinson, um Smalltalk besser zu verstehen. Was lustig ist. Am Anfang der Folge ist außerdem Worf lächelnd zu sehen, da er von Picard die Erlaubnis erhält, nicht an dem nervigen Empfang teilzunehmen.

Am besten ist eine Szene am Anfang, als Picard kurz allein auf der leeren Brücke steht. Die Terminals sind aus, es ist still. Der leere Arbeitsplatz bekommt etwas Mystisches. Achja, und Tim Russ (Tuvok in Voyager) ist in einer kurzen Rolle als Bösi zu sehen.

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TNG 6.16 – Birtright, Part 1

Dies ist die Crossover-Folge mit Deep Space Nine. Die Enterprise stoppt dort und der enthusiastische Doktor Julian Bashir hat einen Gastauftritt. Es ist vielleicht interessant, die Sets zu vergleichen, die helle Enterprise mit der dunklen Deep Space Nine. Vielleicht ist es aber auch gar nicht interessant.

In dieser Folge gibt’s zwei Stories: Die erste dreht sich um Data, der durch einen Unfall ohnmächtig wird und dadurch zu träumen beginnt. Data versucht die Bedeutung des Traums zu analysieren und malt zu diesem Zweck viele Bilder. Schließlich lässt er sich noch mal in Schlaf versetzen und träumt nun von seinem Erbauer Doktor Noonian Soong, der ihm etwas erklärt. Dann verwandelt sich Data in einen Vogel und fliegt durch die Enterprise und durchs All und an der Außenhülle der Enterprise entlang und dann hinein in einen rosa Nebel. Was auch immer das bedeuten mag. Am besten ist, dass Datas Katze in diesem Traum den Captain-Sessel belegt.

Die zweite Story dreht sich um Worf, der von einem besonders faltigen Alien (neuer Auftritt von James Cromwell) gesagt bekommt, dass sein Vater noch lebt. So macht sich Worf nun auf dem Weg, um seinen Vater zu finden, nämlich zu einer kleinen Gemeinde, in der Romulaner und Klingonen, die eigentlich erbitterte Feinde sind, zusammen leben. Hier kommt es dann schnell zum Fortsetzung Folgt-Schriftzug.

In dieser Folge wirkt alles lang gezogen, als hätten die Produzenten unbedingt eine Doppelfolge machen wollen, um auf die 26 Folgen pro Staffel zu kommen. In besseren Episoden wäre Worf schon nach 20 Minuten in der Klingonen-Romulaner-Gemeinde angekommen. Seltsam ist auch, dass die Handlung überhaupt nichts mit der Deep Space Nine zu tun hat. Die Folge wirkt wie das Ergebnis komplizierter Verwaltungs-Prozesse.

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TNG 6.12 – Ship in a Bottle

Professor Moriarty aus Elementary, Dear Data ist zurück. Er will, dass Picard sein Versprechen einlöst und ihn in die richtige Welt holt. Geht natürlich nicht, weil Hologramme können das Holodeck nicht verlassen. Natürlich hat sich in den sechs Jahren niemand noch mal für ihn interessiert. Also lockt er Picard, Barclay, La Forge und Data aufs Holodeck und sperrt sie dort ein, indem er die Enterprise holografisch simuliert, sodass die vier, als die das Holodeck verlassen, nur denken, sie würden es verlassen. Am Ende dreht die Enterprise-Crew den Spieß um und verbannt Moriarty für immer in eine Simulation, die in einem kleinen Würfel existiert.

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TNG 6.8 – A Fistful of Datas

Auf der Enterprise ist nichts zu tun. Freizeit. Picard flötet. Zeit fürs Holodeck. Lange keine Holodeck-außer-Kontrolle-Folge mehr gesehen. Diesmal sind Worf, sein Sohn Alexander und Counselor Troi die Helden einer Western-Stadt und wegen eines Computerfehlers ist Data der Bösi, und zwar in vielen verschiedenen Ausführungen. Aus Fansicht eine spaßige Folge, weil Worf und Troi als Westernhelden lustig sind. Marina Sirtis gibt ihr Bestes, texanischen Dialekt zu sprechen, aber ihr normaler unverortbarer Sirtis-Dialekt schwingt immer mit. Sie sieht cool aus mit Gewehr und Zigarre. Am besten ist, wie Data seiner Katze Dinge erklärt. Geordi lässt sich einen Bart wachsen. Am Ende fliegt die Enterprise in den Sonnenuntergang. Patrick Stewarts erste Regiearbeit.

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TNG 6.5 – Schisms

Diese Folge ist Stoff für Kinder-Alpträume. Aliens entführen Crew-Mitglieder im Schlaf in eine Paralleldimension und experimentieren an ihnen herum. Die Opfer werden von unsichtbaren Händen aus ihren Betten gezogen, direkt hinein in ein Portal und von dort ins Labor der Aliens. Die Aliens tragen Kapuzen und unterhalten sich in Klicklauten. Ihr Labor ist gefilmt in extremen Weitwinkeln. Wir sehen zwar nicht, wie die Aliens der Mannschaft die Gliedmaßen abschneiden und nahezu spurenfrei wieder annähen, aber für eine Prime-Time-Familienshow ist schon die Andeutung allerhand (weniger familienfreundliche Alien-Experimente gibt’s in Fire in the Sky von 1993). Höhepunkt der Folge ist eine Szene, die zeigt, wie Riker, Worf, La Forge und ein ziviles Besatzungsmitglied auf dem Holodeck ihre Erinnerungsfragmente an ihre nächtlichen Entführungen in das konkrete Bild einer medizinischen Liege samt Fesselungs- und Schneidwerkezugen zusammen puzzeln. Auch erwähnenswert: Data trägt ein Gedicht über seine Katze vor und Worf geht zum Friseur.

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TNG 6.1 – Time’s Arrow, Part 2

Nun kommt auch der Rest der Crew ins 19. Jahrhundert, wo man es mit den Weichzeichnern wirklich übertrieben hat. Die Weichzeichner in TNG stören fast immer. In Time’s Arrow verschmieren sie das Bild regelrecht. Sie werden nur in den Vergangenheits-Szenen eingesetzt, einerseits um ein nostalgisches Gefühl zu schaffen, andererseits sicher auch, um die harschen Lichtreflektionen der offenbar sehr hellen Studiolampen zu dämpfen.

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TNG 5.26 – Time’s Arrow, Part 1

Data wird sterben. Das weiß die Crew, denn sie findet Datas Kopf auf der Erde, zusammen mit anderen Artefakten aus dem Neunzehnten Jahrhundert. Schlussfolgerung: Data wird im Neunzehnten Jahrhundert sterben. Dort reist er dann (aus Gründen) auch hin und mischt sich unter die Leute (mit Pokern verdient er Geld), während man auf der Enterprise im 24. Jahrhundert versucht, ihn wieder zurück zu holen. Guinan hängt auch im 19. Jahrhundert ab. Ihre Lebensform lebt mehrere tausend Jahre. Data nimmt Kontakt zu ihr auf. Die Folge malt den Wilden Westen als Ort, an dem eine schwarze Frau sich einfach so unter die High Society mischen kann.

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TNG 5.24 – The Next Phase

Diese Folge zeigt, warum sich Doktor Pulaski so ungern beamt. Geordi La Forge und Fähnrich Ro gehen bei einem Beamer-Unfall verloren und werden für tot erklärt. Doch tot sind sie gar nicht. In Wahrheit laufen sie immer noch lebend auf der Enterprise herum, nur sind sie jetzt unsichtbar und können durch Wände und Personen hindurch laufen. Ro glaubt sofort, sie seien Geister. Geordi glaubt an eine technische Erklärung (Are you saying I’m some blind ghost with clothes?), findet auch eine und versucht, Data auf sich aufmerksam zu machen. Das hat viel Ähnlichkeit mit Ghost (1990), in dem Patrick Swayze als Geist versucht, seiner hinterbliebenen Geliebten mittels Spuk Zeichen zu geben. In The Next Phase stellt sich schnell heraus, dass der Beamer-Unfall auf die fiesen Romulaner zurückzuführen ist, die nämlich eine Tarn-Technologie entwickelt haben, mit der sich einzelne Personen tarnen können. So getarnte Personen können sich gegenseitig sehen, aber können von sonst niemandem gesehen werden. So getarnte Personen haben außerdem keinen Einfluss auf ihre Umwelt, sie hinterlassen aber, wenn sie durch Wände laufen oder Energie frei setzen, Spuren, denen man per Scanner folgen kann.

Ein Konzept, das auch Christopher Nolan für einen seiner Filme nutzen könnte (aber wohl nicht ganz so unterhaltsam umsetzen würde) und das zu einer der besten Szenen der Serie führt, nämlich einer Doppel-Verfolgungsjagd: Ein ebenfalls getarnter Romulaner verfolgt Fähnrich Ro durchs Schiff. Sie laufen dabei durch Wände hindurch und durch die privaten Quartiere der Enterprise. Während also Fähnrich Ro und der Romulaner im Vordergrund kämpfen, sieht man im Hintergrund ein Pärchen miteinander abendessen. Zugleich jagt Data den Energiespuren hinterher, deren genaue Ursache er selbst noch nicht kennt. Hier gibt’s dann tatsächlich auch Citizen Kane-artige Tiefenschärfe-Kompositionen mit drei gleichzeitig ablaufenden Handlungen auf verschiedenen Tiefenebenen.

Am Ende müssen Geordi und Ro auf ihrer eigenen Beerdigungsfeier möglichst viel Radau machen, um möglichst viele Spuren zu hinterlassen, damit endlich jemand bemerkt, dass sie noch am Leben sind. Es ist eine tolle Folge mit Twilight Zone-Konzept, einfallsreicher Action und Witz. Allerdings gibt es eines dieser Enden, bei denen jemand einen schlechten Witz macht, über den dann gelacht wird.