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Star Trek: The Next Generation

TNG 2.6 – The Schizoid Man

Ein sterbender Wissenschaftler transferiert seine Persönlichkeit in Data. Was relativ schnell auffällt, weil sich Data seltsam benimmt. Am Ende kann der weise Picard den Wissenschaftler überzeugen, aus Data raus zu gehen. Immer nett, wenn Data aus der Rolle fällt. Am besten ist aber sein Bart zu Beginn der Folge, den er leider nicht weiter trägt. Ich hätte mir eine Folge gewünscht, in der es nur darum geht, wie er der Mannschaft seinen Bart präsentiert, wie alle den Bart blöd finden und dann wie der Bart immer länger wird und irgendwann die Enterprise bedroht. Schade, dass sich die Folge nicht an meinen Wunsch gehalten hat.

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TNG 2.3 – Elementary, Dear Data

Geordi und Data spielen Sherlock Holmes auf dem Holodeck, aber Data löst jeden Fall sofort. So lassen sie den Computer einen Holmes-Fall entwerfen, der Data besiegen kann. Was einen Professor Moriarty erzeugt, der ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass er ein Hologramm auf einem Holodeck auf einem Raumschiff namens Enterprise ist. Moriarty entwirft eine Maschine, mit der er die Enterprise zum Wackeln bringen kann und irgendwie bringt er es fertig, die alleinige Kontrolle über das Holodeck zu erlangen. Sein Ziel: Er will außerhalb des Holodecks weiter leben können. Doch Picard sagt ihm, dies sei nicht möglich. Moriarty sieht das ein und lässt sich deaktivieren. Ende.

Die Folge ist bemerkenswert, weil es überraschend ist, einen dramatischen Konflikt durch Einsicht gelöst zu sehen. Coole Checker wie ich nennen das Antiklimax. Die Spannung steigt und steigt, aber auf dem Höhepunkt entlädt sie sich nicht in einer Konfrontation, sondern sinkt einfach wieder ab. Der Antiklimax enttäuscht bewusst die Erwartung an die Konfrontation. Was klug ist, denn wenn Erwartungen erfüllt werden, vor allem in Fernsehserien, ist das meistens unbefriedigend.

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TNG 1.25 – Conspiracy

Zu diesem Zeitpunkt eine bitter nötige Folge, auch für dieses seltsame Projekt hier. Mit Conspiracy atmet The Next Generation die frische Luft des Horrorgenres. Das erzeugt sofort eine bislang unbekannte Dringlichkeit, mit Würmern zum Abendessen, explodierenden Köpfen und aus Bäuchen brechenden Viechern. Leider brechen diese Viecher nicht aus Bäuchen der Hauptbesatzung der Enterprise, sondern nur aus dem des ohnehin unsympathischen Remmick. Er war der Leiter der Picard-Untersuchung in Coming Of Age.

Im ersten Drittel gibt es auch ein paar klassische Comedy-Bits. Die Brückencrew unterhält sich über die Vorzüge des Schwimmens. Da sagt Worf: Swimming is too much like bathing. Außerdem darf Worf in dieser Folge zum ersten Mal kämpfen, und zwar ganz ehrenhaft Mano-a-Mano. Nur hat Worf keine Chance und Beverly Crusher muss ihn retten.

Nebenbei lacht Data zum ersten Mal über einen Witz von Geordi La Forge. Erst erklärt er den Witz mit großer Präzision, dann beginnt er das Lachen. Später erklärt Data dem Computer einen Sachverhalt und der Computer unterbricht ihn, das reicht. Schon eine nette Folge.

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TNG 1.13 – Datalore

Die Enterprise trifft erstmals auf Lore, ein Android, der genauso aussieht wie Data, aber er grinst gruseliger und spricht ironisch, salopp, bildhaft, fast wie ein Mensch, und er wird die Enterprise einem durchs All fliegenden Riesenkristall zum Fraß vorwerfen.

Auch in dieser Folge hat Wesley Crusher als einziger den richtigen Riecher, doch die doofen Erwachsenen glauben ihm nicht, noch danken sie ihm am Ende. Das ist aus Sicht eines Fernsehautors, der wenig Zeit hat, um eine Folge zu schreiben (oder zu retten), der schnellste Weg zum dramatischen Konflikt, wenn sonst keiner zu finden ist.

Das Kristallwesen ist sehenswert, wie es zunächst als kleiner blauer Punkt auf dem Schirm auftaucht, immer größer wird und sich schließlich um die Enterprise herumästelt. Ein fantastisches Wesen, erinnernd an die Kirk-Serie, zum Beispiel an den durchs All treibenden Baumstamm in The Doomsday Machine.

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TNG 1.7 – Lonely Among Us

Die Enterprise soll die Botschafter zweier verfeindeter Planeten zu einer Verhandlung bringen, wobei beide Alienrassen einzigartige äußerliche Merkmale haben. Das Design der Selay orientiert sich an Echsen. Die Antican sehen mit ihren langen weißen Bärten aus wie stereotype Samurai-Lehrer (lustigerweise inklusive der Kinder), zeichnen sich aber auch durch ihre Eigenart aus, ständig Fleisch noch lebend verzehren zu wollen. Da beide Völker verfeindet sind, verlangen sie Quartiere, die möglichst weit voneinander entfernt liegen. Trotzdem jagen sie sich auf den Fluren der Enterprise mit albernen Waffen, zum Beispiel mit unpraktischen neongrün leuchtenden Halsschlingen, die an Stöckern befestigt sind. Schade, dass die eigentliche Handlung damit überhaupt nichts zu tun hat. Nämlich streift die Enterprise eine Energiewolke, in der ein Elektrowesen lebt, das in die Armaturen der Enterprise eindringt und von dort Besitz von Crewmitgliedern ergreift (zum Beispiel von Worf und Doctor Crusher). Da das sehr rätselhaft ist, liest Data zum ersten Mal Sherlock Holmes, beginnt zu ermitteln und nimmt dabei auch Holmes‘ Art an, Pfeife zu rauchen und arrogante Reden zu schwingen, was aber lustigerweise keine nützlichen Erkenntnisse bringt und Picard total nervt. Irgendwann ergreift das Elektrowesen Besitz von Picard und die Crew muss einen Weg finden, ihn zu retten. Nicht die spannendste Folge, aber Brent Spiner als Data als Holmes ist fantastisch und überträgt Datas wichtige Leidenschaft für Rätsel zum ersten Mal ins Filmische.

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TNG 1.6 – Where No One Has Gone Before

Das erste Highlight. Die Enterprise warpt an den Rand des Universums, der aussieht wie eine Unterwasserhöhle und Gedanken real werden lässt. Was zu trippigen Szenen führt: Crew-Mitglieder streicheln ihre Haustiere, tanzen Ballett, spielen Orchester, Picard trifft seine „Maman“. Also es gibt viel zu sehen.

Die Figur des Reisenden, die für diesen Trip verantwortlich ist, wird von Eric Menyuk gespielt, eine tolle Besetzung. Seine Statur ist dünn und zerbrechlich, sein Gesicht strahlt Gnade und Wärme aus und eine bedingungslose Wertschätzung gegenüber alles und jedem. Laut Wikipedia war er auch im Rennen für die Rolle des Data. Für den Androiden suchte man also offenbar nach einem Schauspieler mit weichen Gesichtszügen, wie sie ja auch Brent Spiner hat. Im Finale dieser Folge ist die Crew jedenfalls hypnotisiert von der Freundlichkeit des Reisenden. Alle lächeln einander an, geeinigt durch den Glauben, dass der Reisende sie wieder zurück bringt. Das ist bemerkenswert, da die Crew sich hier freiwillig auf das Mantra „positive Gedanken“ reduziert. Ein esoterischer Moment im ach so wissenschaftlichen The Next Generation.

Wichtig ist auch die Beziehung zwischen dem Reisenden und Wesley Crusher, da sie sofort Freunde werden und der Reisende Wesleys Potenzial erkennt (er vergleicht ihn sogar mit Mozart). Er rät Picard, Wesley zu fördern und Picard macht ihn direkt zum Fähnrich. Früher hat mich Wesley eher gestört. Seine deutsche Stimme hatte diesen Überenthusiasmus, den amerikanische Teenager in deutschen Achtziger-Synchronisationen meist hatten. Im Original wirkt Wesley kompetent und neugierig.

Dies ist jetzt eine meiner Lieblingsfolgen. Mag auch daran liegen, dass ich sie spät nachts bei lautem Sound an die Wand projiziert hab und dass die Bluray-Restauration die Abenteuerlichkeit dieser Folge betont. Die Effekte während der Überwarp-Geschwindigkeit sind bunte wirbelnde Schlieren und der Sound macht Eindruck.