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Star Trek: The Next Generation

TNG 1.7 – Lonely Among Us

Die Enterprise soll die Botschafter zweier verfeindeter Planeten zu einer Verhandlung bringen, wobei beide Alienrassen einzigartige äußerliche Merkmale haben. Das Design der Selay orientiert sich an Echsen. Die Antican sehen mit ihren langen weißen Bärten aus wie stereotype Samurai-Lehrer (lustigerweise inklusive der Kinder), zeichnen sich aber auch durch ihre Eigenart aus, ständig Fleisch noch lebend verzehren zu wollen. Da beide Völker verfeindet sind, verlangen sie Quartiere, die möglichst weit voneinander entfernt liegen. Trotzdem jagen sie sich auf den Fluren der Enterprise mit albernen Waffen, zum Beispiel mit unpraktischen neongrün leuchtenden Halsschlingen, die an Stöckern befestigt sind. Schade, dass die eigentliche Handlung damit überhaupt nichts zu tun hat. Nämlich streift die Enterprise eine Energiewolke, in der ein Elektrowesen lebt, das in die Armaturen der Enterprise eindringt und von dort Besitz von Crewmitgliedern ergreift (zum Beispiel von Worf und Doctor Crusher). Da das sehr rätselhaft ist, liest Data zum ersten Mal Sherlock Holmes, beginnt zu ermitteln und nimmt dabei auch Holmes‘ Art an, Pfeife zu rauchen und arrogante Reden zu schwingen, was aber lustigerweise keine nützlichen Erkenntnisse bringt und Picard total nervt. Irgendwann ergreift das Elektrowesen Besitz von Picard und die Crew muss einen Weg finden, ihn zu retten. Nicht die spannendste Folge, aber Brent Spiner als Data als Holmes ist fantastisch und überträgt Datas wichtige Leidenschaft für Rätsel zum ersten Mal ins Filmische.

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Star Trek: The Next Generation

TNG 1.6 – Where No One Has Gone Before

Das erste Highlight. Die Enterprise warpt an den Rand des Universums, der aussieht wie eine Unterwasserhöhle und Gedanken real werden lässt. Was zu trippigen Szenen führt: Crew-Mitglieder streicheln ihre Haustiere, tanzen Ballett, spielen Orchester, Picard trifft seine „Maman“. Also es gibt viel zu sehen.

Die Figur des Reisenden, die für diesen Trip verantwortlich ist, wird von Eric Menyuk gespielt, eine tolle Besetzung. Seine Statur ist dünn und zerbrechlich, sein Gesicht strahlt Gnade und Wärme aus und eine bedingungslose Wertschätzung gegenüber alles und jedem. Laut Wikipedia war er auch im Rennen für die Rolle des Data. Für den Androiden suchte man also offenbar nach einem Schauspieler mit weichen Gesichtszügen, wie sie ja auch Brent Spiner hat. Im Finale dieser Folge ist die Crew jedenfalls hypnotisiert von der Freundlichkeit des Reisenden. Alle lächeln einander an, geeinigt durch den Glauben, dass der Reisende sie wieder zurück bringt. Das ist bemerkenswert, da die Crew sich hier freiwillig auf das Mantra „positive Gedanken“ reduziert. Ein esoterischer Moment im ach so wissenschaftlichen The Next Generation.

Wichtig ist auch die Beziehung zwischen dem Reisenden und Wesley Crusher, da sie sofort Freunde werden und der Reisende Wesleys Potenzial erkennt (er vergleicht ihn sogar mit Mozart). Er rät Picard, Wesley zu fördern und Picard macht ihn direkt zum Fähnrich. Früher hat mich Wesley eher gestört. Seine deutsche Stimme hatte diesen Überenthusiasmus, den amerikanische Teenager in deutschen Achtziger-Synchronisationen meist hatten. Im Original wirkt Wesley kompetent und neugierig.

Dies ist jetzt eine meiner Lieblingsfolgen. Mag auch daran liegen, dass ich sie spät nachts bei lautem Sound an die Wand projiziert hab und dass die Bluray-Restauration die Abenteuerlichkeit dieser Folge betont. Die Effekte während der Überwarp-Geschwindigkeit sind bunte wirbelnde Schlieren und der Sound macht Eindruck.