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Star Trek: The Next Generation

TNG 5.19 – The First Duty

Wiedersehen mit Wesley Crusher auf dem Sternenflottenakademieplaneten. Captain Picard und Beverly Crusher gehen ihn besuchen, wobei Picard den Vater mimt. Schnell stellt sich heraus: Wesley hat sich während einer Flug-Übung falsch verhalten, was zum Tod eines befreundeten Kadetten führte. Wieder mal haben wir eine Gerichts- bzw. Anhörungsfolge. Wird Wesley sich überwinden, die Wahrheit zu sagen? Ja, wird er. Keine Überraschung. Wesley ist ein Vorzeigeknabe. Robert Duncan McNeill spielt den Bösewicht, der Wesley zum Lügen anstiftet und ihn unter Gruppenzwang setzt. NcNeill spielte später in Star Trek: Voyager die nahezu gleiche Rolle, den draufgängerischen Piloten Commander Tom Parris.

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TNG 5.18 – Cause and Effect

Die Enterprise ist in einer Zeitschleife gefangen, an deren Ende immer die Zerstörung der Enterprise steht. Doktor Crusher hat als erstes ein Déjè-vu-Erlebnis. Mal wieder spielt Pokern eine wichtige Rolle, da die Spielenden nach einigen Durchläufen der Zeitschleife vorhersagen können, welche Karten gelegt werden. Regie führte Jonathan Frakes. Frakes ist kein routinierter Regisseur wie Les Landau (21 TNG-Folgen). Seine Inszenierung tritt nicht in den Hintergrund, sondern fällt auf. Mit jedem neuen Durchlauf der Zeitschleife verhält sich die Kamera anders. Mal nur klaustrophobische Nahaufnahmen, dann Handkamera und viele Schwenks, dann lange Master Shots. Vielleicht wäre die Folge spannender, wenn sich die Kamera in jedem neuen Durchlauf genau gleich verhalten würde und die Schauspieler tatsächlich das genau selbe Kamera-Setup immer wieder neu drehen müssen. Jedenfalls gibt es in Frakes-Folgen auffällig selten schlechten Musik-Einsatz, was auch daran liegen könnte, dass er für seine Regie-Arbeiten gut geschriebene Folgen wählt, die in schlechten Szenen keine musikalische Hilfe brauchen.

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TNG 5.16 – Ethics

Worf hat einen Unfall. Seine Wirbelsäule ist verletzt und er ist von den Beinen abwärts gelähmt. Doktor Crusher kann ihn nicht retten. Sie kann seine Bewegungsfähigkeiten höchstens zu sechzig Prozent wiederherstellen. Das reicht Worf nicht. Als Krieger muss er bei vollen Kräften sein und möchte nun, den klingonischen Bräuchen entsprechend, Selbstmord begehen. Doktor Crusher fragt Neuro-Expertin Doktor Russel um Rat, die gerade eine neue, aber sehr unsichere Methode erforscht, mit der Worfs Querschnittslähmung geheilt werden kann. Es muss also entschieden werden, ob Worf stirbt oder ob man lieber die unsichere Methode verwendet. Zugleich dreht sich die Folge um Worfs Sohn Alexander, der schwer darunter leidet. Worf möchte, falls er stirbt, dass Troi Alexander großzieht. Ein wirklich rührender Moment. Und überhaupt ist die Folge aufwühlend gemacht, inklusive dramatischem Wiederbelebungsmoment während der finalen Operation.

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TNG 5.12 – Violations

Die Enterprise tranportiert eine Telepathen-Familie. Einer der Telepathen ist böse und belästigt Crew-Mitglieder telepathisch, indem er ihnen furchtbare Visionen einflößt. Das sieht so aus, dass sich für die Opfer plötzlich ein Alptraum ins wache Bewusstsein mischt, mit übersättigten Farben und starkem Weitwinkel (wie Alpträume eben aussehen). Der böse Telepath bemächtigt sich also der Fantasie seiner Opfer. Counselor Troi vergewaltigt er so sogar. Die erste Folge, in der TNG das Thema Vergewaltigung direkt anspricht. Beschränkt sich dann aber auf die Mechanismen eines Whodunit. Am Anfang der Folge befragt einer der Telepathen Keiko O’Brien nach ihren Erinnerungen. Keiko ist Chinesin. Natürlich fällt den Autoren hier nichts Besseres ein, als dass sich Keiko an Pinsel, Farben und chinesische Schriftzeichen erinnert, untermalt von klischeechinesischer Musik.

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TNG 5.6 – The Game

Riker bringt vom Sexurlaub auf Risa ein Spiel mit. Legt man es um den Kopf, erscheint im Blickfeld ein virtuelles Spielfeld mit Scheiben und Trichtern. Die Aufgabe ist, die Scheiben in die Trichter zu bringen. Eine öde Spielmechanik, aber das Spiel erzeugt bei Abschluss jeden Levels einen Mini-Orgasmus. Es funktioniert ganz ähnlich wie die Algorithmen in Webseiten, Programmen, Apps und Handyspielen. Schnell ist die ganze Crew süchtig und darüber hinaus auch dem bösen Willen des Spiels ausgesetzt. Es ist eine Body Snatchers-Situation, bei der die Enterprise immer mehr von Indoktrinierten bevölkert wird.

Retter ist Wesley Crusher, der gerade Ferien von der Akademie hat und auf die Enterprise beamt. Hier baut die Serie zunächst eine Idylle auf. Counselor Troi hat ihren wohl besten Moment der ganzen Serie: Sie erklärt Riker in allen Details ihr komplexes Schokoladeneis-Ritual und sagt dabei Dinge wie: I never met a chocolate I didn’t like. Im Bonusmaterial sagt Marina Sirtis, dass sie während ihrer Star Trek-Zeit keinen einzigen Bissen Schokolade essen konnte, weil sie sonst nicht mehr in ihr enges Kostüm gepasst hätte. Beim Spielen der Szene spuckte sie das ganze Eis in einen Eimer. Wesley bekommt bei seiner Ankunft eine Überraschungsfeier, für die Worf sogar einen Kuchen gebacken hat. Hier sieht man Data mal wieder lachen. Während Wesley und Data später durch die Enterprise-Flure spazieren, grüßt Wesley jeden vorbei laufenden Kollegen mit einem übertriebenen Lächeln. Er erzählt Data von einem Triumph an der Akademie und Data sagt enthusiastisch: Good for you! Wes hat auch ein Kaffeekränzchen mit Picard, das vor allem Picards güldenes Tee-Service präsentiert.

Wes lernt Fähnrich Robin Leffler kennen, gespielt von Ashley Judd. Er verknallt sich in sie und sie sich in ihn. Sofort daten sie, verstehen sich perfekt und halten Händchen. Sie sind wie ein Paar aus einem Cartoon, wo Donald Duck mit Daisy Duck zusammen ist oder Mickey Mouse mit Minnie Mouse, zwei Figuren mit den genau gleichen Eigenschaften, nur einer männlich, einer weiblich. Robin ist genauso genialisch, genauso interessiert an der Funktionsweise technischer Geräte und genauso attraktiv wie Wesley. Das Spiel interessiert beide nicht, sie interessiert, wie es funktioniert. Also analysieren sie es, finden heraus, dass es gefährlich ist und versuchen das Schiff zu retten.

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TNG 5.5 – Disaster

Eine schlimme Anomalie trifft die Enterprise ohne Vorwarnung, sodass alles durcheinander wirbelt und der Strom ausfällt. Verschiedene Crew-Mitglieder sind nun in für sie ungewohnten Situationen. Picard steckt mit drei Kindern im Turbolift fest (der den Schacht hinab zu stürzen droht), Counselor Troi ist die höchstrangige Offizierin auf der Brücke und muss das Schiff kommandieren (mit Chief O’Brien und Fähnrich Ro als ihre Unterstellten, deren gegensätzliche Meinungen sie bewerten und in Befehle umsetzen muss), La Forge und Doktor Crusher sind im Hangar und müssen ein Plasmafeuer löschen, Worf muss das Kind von Keiko O’Brien zur Welt bringen, etc.

Wie Worf das macht, streng nach Lehrbuch und jeden seiner Schritte für sich selbst laut aussprechend, ist das Mutigste, was er je gemacht hat. Als Worf das Baby zum ersten Mal weinen hört, muss er unwillkürlich vor Freude lachen, reißt sich aber sofort wieder zusammen. Der rührendste Charakter-Moment der ganzen Serie.

Ähnlich rührend ist Picards Geschichte, da nicht, wie es auf den ersten Blick wirkt, er die Kinder rettet, sondern die Kinder ihn. Er hat sich beim Aufprall der Anomalie das Bein verletzt und glaubt nicht, dass er es schaffen kann, aus dem Turbolift und dann den Fahruhlschacht hinauf zum nächsten Deck zu klettern. Also befiehlt er den Kindern, denen er zur Motivation Offiziersränge verliehen hat, alleine zu klettern und ihn im Fahrstuhl zurück zu lassen. Doch die Kinder weigern sich. Sie wollen entweder alle aus dem Turbolift fliehen oder gar nicht. Kurz nachdem sie den Schacht verlassen haben, fällt die Turboliftkabine runter. Die Kinder haben Picard das Leben gerettet.

Auch Troi bekommt einen großen Moment, wenn sie sich in den Captain-Stuhl setzt. Vorher traut sie sich nicht, bleibt auf Abstand, bewegt sich in großen Kreisen um diesen Stuhl, doch jetzt, nachdem sie ein paar Entscheidungen getroffen, ein paar Befehle gesprochen, setzt sie sich drauf, mit klarem Blick und selbstbewusst die Beine übereinander schlagend. Auch La Forge und Doktor Crusher gehen über ihre Grenzen hinaus, wenn sie sich kurz dem Vakuum des Alls aussetzen, um das zerstörerische Plasmafeuer zu ersticken und dann, selbst fast erstickt, mit letzten Kräften sich zum Druckausgleichsknopf schleppen (der dramaturgisch günstig einige Meter von ihnen entfernt ist). La Forge bricht zusammen, Crusher schafft es geradeso, und sie können wieder atmen.

Einen solchen Multiplot könnte man leicht verhauen, doch jeder der Handlungsstränge ist spannend und teilweise karthatisch. Großartig ist, dass die Folge nicht allzu schnell zwischen den Orten hin und her schneidet, sondern jeden Moment für sich voll spielen lässt.

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TNG 4.23 – The Host

Dramaturgisch eine der schwächsten Folgen bisher, was schade ist, weil sie gewissermaßen cronenbergianisch ist. Doktor Crusher hat eine sexuell erfüllende Romanze mit einem Mann namens Odan, der sich aber als nur als Wirt für einen Fleischklumpen herausstellt. Dieser Fleischklumpen namens Odan braucht schnell einen neuen Wirt, um wichtige Kriegsverhandlungen zu führen. Hierfür meldet sich Commander Riker freiwillig. Jetzt will Odan, nun in Rikers Körper, die Beziehung zu Crusher fortsetzen. Nach kurzer Verwirrung kriegt sie das auch hin und macht mit Riker rum. Am Ende bekommt Odan einen neuen Wirt, diesmal eine Frau. Das ist für Crusher die Grenze. Eine Frau lieben? Niemals! So bleibt es am Ende bei einem Abschieds-Bussi auf die Hand. Als homophob kritisieren würde ich das nicht, Crusher steht nun mal nicht auf Frauen. „Gewissermaßen cronenbergianisch“ ist die Folge, weil sie fragt, inwiefern Identität und Körper zusammen hängen. Wirklich cronenbergianisch (nicht nur „gewissermaßen“) wäre die Folge, wenn Crusher Sex mit dem Fleischklumpen hätte.

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TNG 4.11 – Data’s Day

Diese Folge zeigt einen Tag in Datas Leben, natürlich mit besonderem Augenmerk auf seine Schwierigkeiten mit menschlichem Verhalten. Zum ersten Mal sieht man seine Katze Spot, aber leider nur kurz. Spot’s Day wäre auch eine gute Folge. Dafür gibt’s spannende Szenen beim Friseur und Chief O’Brien will heiraten, und zwar Keiko, die aber kurzzeitig doch nicht will, was einiges Drama erzeugt. In Vorbereitung auf die Hochzeit bringt Doktor Crusher Data Tanzen bei und nebenbei sherlockholmest er noch eine romulanische Intrige aus.

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TNG 4.5 – Remember Me

Doktor Crusher wundert sich: Einzelne Crew-Mitglieder verschwinden. Niemand außer ihr findet das seltsam. Niemand außer ihr erinnert sich an die Verschwundenen. Diese Folge markiert das steigende Interesses der Autoren an Folgen, die weniger Sternenflotten-Langeweile und mehr Twilight Zone sind. Dafür ist wohl vor allem Brannon Braga verantwortlich, der sich 2020 mit Books of Blood seinen Traum einer Horror-Anthologie erfüllen konnte. Remember Me ist spaßig, aber auch hier hätte ich mir den B-Plot weg gewünscht (auch wenn der Zeitreisende aus Where No One Has Gone Before auftaucht). Wäre besser gewesen, Crusher dabei zuzusehen, wie nach und nach alles um sie herum verschwindet, bis nichts mehr da ist, von mir aus auch mit Alles-nur-ein-Traum-Ende. Die Voyager-Folge Course: Oblivion hat ein ähnliches Konzept und schürft tiefer. Das ist eine ziemlich irre Folge, denn am Ende löst sich die Voyager komplett auf, ist weg und dann kommt der Abspann.

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TNG 3.18 – Allegiance

Captain Picard wird von der Enterprise gebeamt und landet in einem kleinen Raum, zusammen mit zwei Fremden. Später taucht ein dritter auf. In der Mitte des Raums ist ein Rohr, aus dem hin und wieder etwas Essen fällt. Die Tür ist verschlosen. Es ist offensichtlich, dass Picard und die anderen Entführten gerade einem Verhaltens-Experiment unterzogen werden. Sie kommen aber erst relativ spät darauf.

Auf der Enterprise vertritt derweil ein Doppelgänger Picard, der Picard-untypische Dinge tut wie Singen oder Beverly Crusher zum Abendessen einladen und ihr sagen, dass er Gefühle für sie hat. Worauf sie ihn abblitzen lässt. Worauf er eng mit ihr tanzt, ihr andeutet, dass er es wirklich ernst mit ihr meint und sie dann abblitzen lässt. In solchen Romantik- und Verführungsszenen präsentieren die Männer in TNG immer ihre Brusthaare, indem sie Hemden mit riesigen V-Ausschnitten tragen.