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Star Trek: The Next Generation

TNG 6.10 – Chain of Command, Part 1

Diese Folge erinnert daran, dass die Sternenflotte eine militärische Institution ist. Picard, Doktor Crusher und Worf werden für einen extrem gefährlichen Spezialauftrag im Gebiet der Cardassianer von der Enterprise abgezogen und müssen in schwarzer Ninja-Kleidung auf dem Holodeck trainieren. Währenddessen wird Captain Picard durch Captain Jellico ersetzt, der von nun an die Enterprise unbefristet übernehmen soll. Ein strengerer Typ, der zunächst mal die Wachschichten anders einteilen will, was zu Streit mit Commander Riker führt. Also ein typischer neuer Chef, der als erste Amtshandlung eine sinnlose Umstrukturierung vornimmt. Nicht allzu interessant, wie sich hier alles entwickelt. Am Ende landet Picard im Folterkeller eines Cardassianers.

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TNG 6.9 – Quality of Life

Pokergespräch über Bärte: Worf fragt Geordi, ob es seine Intention sei, seinen Bart noch weiter wachsen zu lassen. Etwas passiv-aggressiv diese Formulierung. Doktor Crusher, einzige Frau am Tisch, fordert Geordi, Worf und Riker heraus, ihre Bärte abzurasieren, wenn Crusher das Spiel gewinnt. Die Männer stimmen grummelig zu. Leider lässt die Folge diese Minihandlung einfach fallen. Crusher wird in Staffel 6 irgendwie besser. Gates McFadden wirkt entspannt, fast lässig angesichts ihrer nicht allzu interessanten Rolle.

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TNG 6.6 – True Q

Doktor Crusher gibt Q ungefragt Ethikunterricht, da verwandelt er sie in einen wuffenden Hund. Crusher will Amanda vor Q schützen. Amanda ist eine junge Studentin, blond, 18-jährig, rosa Kleid, scharf auf Riker, die zum Lernen auf die Enterprise gekommen ist, jetzt aber feststellt, dass sie übersinnliche Kräfte hat. Was sie sich wünscht, erscheint einfach aus dem Nichts, zum Beispiel ein Rudel Welpen (die große Hundefolge). Stellt sich raus: Sie ist eine Q und soll ins Q-Kontinuum überführt werden. Wenn sie das nicht will, muss sie sterben. Amanda will bei den Menschen bleiben, aber am Ende merkt sie, dass sie ihre Kräfte unter Normalsterblichen nicht verantwortungsvoll zügeln kann und geht doch mit Q.

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TNG 5.23 – I, Borg

Die Enterprise birgt einen lebendigen Borg von der Absturzstelle eines kleinen Borg-Aufklärungsschiffes. Picard entscheidet, ihn an Bord zu beamen, um ihm ein Virus einzuspeisen, das beim Wiedereintritt ins Borg-Kollektiv eine Kettenreaktion auslösen und die Borg restlos vernichten wird. Bei der Ethik-Diskussion im Konferenzraum halten das alle für richtig, außer Doktor Crusher, die es grundsätzlich falsch findet, eine komplette Spezies restlos auszulöschen. Picard, der als Ex-Locutus eine Rachefantasien gegen die Borg hat, ist nicht umzustimmen. Geordi La Forge aber schon. Er spricht mit dem Borg, stellt ihm Fragen, erklärt ihm das Konzept von Individualität und gibt ihm einen Namen, Hugh. Nach einer Weile versteht Hugh und will selbst ein Individuum bleiben. Die ethische Frage, ob man eine Spezies auslöschen sollte, die ganz klar das Ziel und die Möglichkeiten hat, alle anderen Spezies auszulöschen, wird hier umschifft, indem die Folge den Borg vermenschlicht. Aus der ethischen Frage wird dadurch eine moralische: Ist es okay, Hugh als Werkzeug zur Auslöschung der Borg auszunutzen? Am Ende entscheidet sich Hugh dazu, wieder ins Borg-Kollektiv zurück zu kehren, um die Menschheit nicht in Gefahr zu bringen, da die Borg nach ihm suchen werden. An dieser Stelle hätte man Hugh fragen können, ob er das Virus mit ins Kollektiv tragen will. Macht man aber nicht. Ethik wird umschifft.

Hugh erinnert ein bisschen an den Zombie Bub aus Day of the Dead (1985), der in der militärischen Untergrundbasis festgehalten und untersucht wird und irgendwann Symptathien und Antipathien zu bestimmten Menschen entwickelt.

In dieser Folge fiel mir zum ersten Mal auf, was man an Doktor Crusher schätzen kann. Das ist eine Frage, die ich mir schon länger gestellt habe. Was kann man an Doktore Crusher schätzen? Was ist ihre Figur überhaupt? Sie wirkt immer etwas farblos. Jedoch fiel mir in dieser Folge auf, dass sie oft die Stimme der Vernunft ist und die Stimme der Kritik. Die Direktiven der Sternenflotte sind oft unmenschlich und widersprüchlich. Doktor Crusher ist diejenige, die das anspricht. Schon in Staffel 1 tat sie das, besonders in der Folge Symbiosis.

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TNG 5.19 – The First Duty

Wiedersehen mit Wesley Crusher auf dem Sternenflottenakademieplaneten. Captain Picard und Beverly Crusher gehen ihn besuchen, wobei Picard den Vater mimt. Schnell stellt sich heraus: Wesley hat sich während einer Flug-Übung falsch verhalten, was zum Tod eines befreundeten Kadetten führte. Wieder mal haben wir eine Gerichts- bzw. Anhörungsfolge. Wird Wesley sich überwinden, die Wahrheit zu sagen? Ja, wird er. Keine Überraschung. Wesley ist ein Vorzeigeknabe. Robert Duncan McNeill spielt den Bösewicht, der Wesley zum Lügen anstiftet und ihn unter Gruppenzwang setzt. NcNeill spielte später in Star Trek: Voyager die nahezu gleiche Rolle, den draufgängerischen Piloten Commander Tom Parris.

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TNG 5.18 – Cause and Effect

Die Enterprise ist in einer Zeitschleife gefangen, an deren Ende immer die Zerstörung der Enterprise steht. Doktor Crusher hat als erstes ein Déjè-vu-Erlebnis. Mal wieder spielt Pokern eine wichtige Rolle, da die Spielenden nach einigen Durchläufen der Zeitschleife vorhersagen können, welche Karten gelegt werden. Regie führte Jonathan Frakes. Frakes ist kein routinierter Regisseur wie Les Landau (21 TNG-Folgen). Seine Inszenierung tritt nicht in den Hintergrund, sondern fällt auf. Mit jedem neuen Durchlauf der Zeitschleife verhält sich die Kamera anders. Mal nur klaustrophobische Nahaufnahmen, dann Handkamera und viele Schwenks, dann lange Master Shots. Vielleicht wäre die Folge spannender, wenn sich die Kamera in jedem neuen Durchlauf genau gleich verhalten würde und die Schauspieler tatsächlich das genau selbe Kamera-Setup immer wieder neu drehen müssen. Jedenfalls gibt es in Frakes-Folgen auffällig selten schlechten Musik-Einsatz, was auch daran liegen könnte, dass er für seine Regie-Arbeiten gut geschriebene Folgen wählt, die in schlechten Szenen keine musikalische Hilfe brauchen.

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TNG 5.16 – Ethics

Worf hat einen Unfall. Seine Wirbelsäule ist verletzt und er ist von den Beinen abwärts gelähmt. Doktor Crusher kann ihn nicht retten. Sie kann seine Bewegungsfähigkeiten höchstens zu sechzig Prozent wiederherstellen. Das reicht Worf nicht. Als Krieger muss er bei vollen Kräften sein und möchte nun, den klingonischen Bräuchen entsprechend, Selbstmord begehen. Doktor Crusher fragt Neuro-Expertin Doktor Russel um Rat, die gerade eine neue, aber sehr unsichere Methode erforscht, mit der Worfs Querschnittslähmung geheilt werden kann. Es muss also entschieden werden, ob Worf stirbt oder ob man lieber die unsichere Methode verwendet. Zugleich dreht sich die Folge um Worfs Sohn Alexander, der schwer darunter leidet. Worf möchte, falls er stirbt, dass Troi Alexander großzieht. Ein wirklich rührender Moment. Und überhaupt ist die Folge aufwühlend gemacht, inklusive dramatischem Wiederbelebungsmoment während der finalen Operation.

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TNG 5.12 – Violations

Die Enterprise tranportiert eine Telepathen-Familie. Einer der Telepathen ist böse und belästigt Crew-Mitglieder telepathisch, indem er ihnen furchtbare Visionen einflößt. Das sieht so aus, dass sich für die Opfer plötzlich ein Alptraum ins wache Bewusstsein mischt, mit übersättigten Farben und starkem Weitwinkel (wie Alpträume eben aussehen). Der böse Telepath bemächtigt sich also der Fantasie seiner Opfer. Counselor Troi vergewaltigt er so sogar. Die erste Folge, in der TNG das Thema Vergewaltigung direkt anspricht. Beschränkt sich dann aber auf die Mechanismen eines Whodunit. Am Anfang der Folge befragt einer der Telepathen Keiko O’Brien nach ihren Erinnerungen. Keiko ist Chinesin. Natürlich fällt den Autoren hier nichts Besseres ein, als dass sich Keiko an Pinsel, Farben und chinesische Schriftzeichen erinnert, untermalt von klischeechinesischer Musik.

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TNG 5.6 – The Game

Riker bringt vom Sexurlaub auf Risa ein Spiel mit. Legt man es um den Kopf, erscheint im Blickfeld ein virtuelles Spielfeld mit Scheiben und Trichtern. Die Aufgabe ist, die Scheiben in die Trichter zu bringen. Eine öde Spielmechanik, aber das Spiel erzeugt bei Abschluss jeden Levels einen Mini-Orgasmus. Es funktioniert ganz ähnlich wie die Algorithmen in Webseiten, Programmen, Apps und Handyspielen. Schnell ist die ganze Crew süchtig und darüber hinaus auch dem bösen Willen des Spiels ausgesetzt. Es ist eine Body Snatchers-Situation, bei der die Enterprise immer mehr von Indoktrinierten bevölkert wird.

Retter ist Wesley Crusher, der gerade Ferien von der Akademie hat und auf die Enterprise beamt. Hier baut die Serie zunächst eine Idylle auf. Counselor Troi hat ihren wohl besten Moment der ganzen Serie: Sie erklärt Riker in allen Details ihr komplexes Schokoladeneis-Ritual und sagt dabei Dinge wie: I never met a chocolate I didn’t like. Im Bonusmaterial sagt Marina Sirtis, dass sie während ihrer Star Trek-Zeit keinen einzigen Bissen Schokolade essen konnte, weil sie sonst nicht mehr in ihr enges Kostüm gepasst hätte. Beim Spielen der Szene spuckte sie das ganze Eis in einen Eimer. Wesley bekommt bei seiner Ankunft eine Überraschungsfeier, für die Worf sogar einen Kuchen gebacken hat. Hier sieht man Data mal wieder lachen. Während Wesley und Data später durch die Enterprise-Flure spazieren, grüßt Wesley jeden vorbei laufenden Kollegen mit einem übertriebenen Lächeln. Er erzählt Data von einem Triumph an der Akademie und Data sagt enthusiastisch: Good for you! Wes hat auch ein Kaffeekränzchen mit Picard, das vor allem Picards güldenes Tee-Service präsentiert.

Wes lernt Fähnrich Robin Leffler kennen, gespielt von Ashley Judd. Er verknallt sich in sie und sie sich in ihn. Sofort daten sie, verstehen sich perfekt und halten Händchen. Sie sind wie ein Paar aus einem Cartoon, wo Donald Duck mit Daisy Duck zusammen ist oder Mickey Mouse mit Minnie Mouse, zwei Figuren mit den genau gleichen Eigenschaften, nur einer männlich, einer weiblich. Robin ist genauso genialisch, genauso interessiert an der Funktionsweise technischer Geräte und genauso attraktiv wie Wesley. Das Spiel interessiert beide nicht, sie interessiert, wie es funktioniert. Also analysieren sie es, finden heraus, dass es gefährlich ist und versuchen das Schiff zu retten.

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TNG 5.5 – Disaster

Eine schlimme Anomalie trifft die Enterprise ohne Vorwarnung, sodass alles durcheinander wirbelt und der Strom ausfällt. Verschiedene Crew-Mitglieder sind nun in für sie ungewohnten Situationen. Picard steckt mit drei Kindern im Turbolift fest (der den Schacht hinab zu stürzen droht), Counselor Troi ist die höchstrangige Offizierin auf der Brücke und muss das Schiff kommandieren (mit Chief O’Brien und Fähnrich Ro als ihre Unterstellten, deren gegensätzliche Meinungen sie bewerten und in Befehle umsetzen muss), La Forge und Doktor Crusher sind im Hangar und müssen ein Plasmafeuer löschen, Worf muss das Kind von Keiko O’Brien zur Welt bringen, etc.