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Star Trek: The Next Generation

TNG 4.2 – Family

Family ist der Epilog zu The Best of Both Worlds, in dem Picard seine Familie in Frankreich besucht, Wesley mit seinem toten Vater abschließt und Worfs Eltern ihn auf der Enterprise besuchen, was Worf natürlich erst nervt, aber später findet er es doch gut und die Eltern freuen sich. Die Konfrontation zwischen Picard und seinem Bruder ist uninteressant, aber irgendwie hat es mich doch ergriffen, wie er ihm unter Schlamm und Tränen gesteht, dass seine Zeit bei den Borg ihn gebrochen hat. Und der arme Riker wurde vom Captain wieder zum Ersten Offizier degradiert.

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TNG 4.1 – The Best of Both Worlds, Part 2

Part 1 endet mit einem Cliffhanger: Riker muss entscheiden, ob er den Borg-Kubus mit Picard/Locutus drauf zerstören will oder nicht. Leider wird dieser Cliffhanger in Part 2 schwach aufgelöst. Der hochgepimpte Phaser richtet nichts aus und das Borgschiff nimmt Kurs auf die Erde. Mein Lieblings-Cliffhanger ist irgendwo in der zweiten Staffel von The Wire (2002-2008), wenn sich am Ende einer Folge heraus stellt, dass irgendjemand (ich weiß nicht, wer), ermordert werden soll und dieser Jemand in der nächsten Folge schon seit ein paar Tagen tot ist.

Riker wird nach der Assimilation Picards zum Captain befördert und macht Shelby zum ersten Offizier. Riker trägt nun vier Punkte auf dem Kragen, um glaubhaft zu machen, dass Picard vielleicht nicht wieder zurück kommt. Riker wird nun das im ersten Teil entfachte Chaos in wohlfühlige Fernseh-Besänftigung auflösen, eine vorhersehbare Prozedur. Langweilig und besänftigend gehen hier Hand in Hand.

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TNG 3.26 – The Best of Both Worlds, Part 1

Diese Folge zeigt zunächst das Kräftemessen zwischen Riker und der Gastfigur Commander Shelby. Shelby möchte neue Nummer Eins unter Captain Picard werden. Riker wurde nämlich der Captain-Job auf einem anderen Schiff angeboten. Dass Shelby Riker gewachsen ist, sieht man daran, dass sie ihn beim Pokern besiegt. In Shelbys Ehrgeiz und Sturheit sieht Riker sich selbst. Insgeheim bewundert er sie dafür und betrauert den Verlust dieser Merkmale in seiner Person.

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TNG 3.25 – Transfigurations

Eine lahme Folge, Mal wieder ein gottähnliches Wesen, das sich am Ende in Licht verwandelt und ins All fliegt. Lustige Worf-Momente.

Wieso hängen eigentlich auf einem Raumschiff überall schlecht gemalte Bilder von Planeten? Es wirkt, als bestünde die Crew aus esoterischen Teenagern. Fehlen nur noch Poster von silbernen Delphinen, die vor einem pinken Mond aus dem Ozean springen.

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TNG 3.24 – Ménage à Troi

Die für jede Staffel obligatorische Lwaxana Troi-Folge. Die Komödie wird diesmal vor allem durch die Ferengi erzeugt, die als hässliche, stinkende, intrigante und wassonstnochalles Viecher dargestellt werden. Man sieht zum ersten Mal ein Ferengi-Raumschiff von innen und lernt, dass Ferengi senfgelbe Matratzen mögen. Es geht darum, dass ein Ferengi auf Lwaxana Troi steht, also entführt er Lwaxana, Riker und Deanna Troi auf sein Schiff. Die drei versuchen zu fliehen, was auch beinhaltet, dass sich Lwaxana dem Ferengi anbieten muss. Was genau zwischen den Beiden passiert, wird nicht gezeigt, aber man kann davon ausgehen, er sie vergewaltigt.

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TNG 3.23 – Sarek

Wieder eine Klassikerfolge, denn hier taucht Sarek auf, Vater von Spock, vulkanische Botschafterlegende, aber auch schon zweihundert Jahre alt, deshalb senil, was für ihn als Vulkanier bedeutet, dass er seine Gefühle nicht mehr unterdrücken kann und somit bei einem Mozart-Konzert zu weinen beginnt.

Damit Sarek nun seinen letzten Job als Botschafter ordentlich durchführen kann, macht Picard eine Gedankenverschmelzung mit ihm, was seine extremen Gefühle auf Picard transferiert. Während Sarek nun professionell und gefühlsbefreit schwierige Verhandlungen leitet, ist Picard in seinem Quartier Sareks rohen Gefühlen ausgeliefert. Hier darf Patrick Stewart mal methodacten. Für viele ist das Schauspielkunst. Ich nenne es eine Smilie-Performance, wo ein Schauspieler mal ein trauriges Gesicht macht, mal ein wütendes, mal ein lachendes, und so weiter. Andererseits verwandelt sich TNG in dieser Szene plötzlich in einen John Cassavetes-Film. Zwar in keinen guten, denn bei Cassavetes haben Gefühle keinen klaren Ursprung, was seine Filme so verstörend macht, aber immerhin.

Der Gegenentwurf zu dieser Method Acting-Szene ist die Konzertszene, in der die emotionale Reaktion Sareks durch Nahaufnahmen und Blickwechsel der Menschen in seiner Umgebung dargestellt wird. Counselor Troi hebt den Kopf, weil sie empathisch etwas von Sarek spürt. Sareks Gefolgsleute betrachten ihn und werfen sich Blicke zu. Auch Picard blickt auf. Irgendwann sehen sie alle eine Träne von Sareks Wange kullern. Sarek ist nun auf dem Präsentierteller. Die vielen Blicke, die an ihm kleben, machen seine Scham sichtbar, die er wegen seiner altersbedingten Schwäche fühlt.

Sareks Träne ist auch ein Symbol für Inkontinenz, sicher eine große Angst für alte Menschen. Ich war mal in einem Freilicht-Theater. In der Pause gab es ein Publikums-Quiz. Schauspieler wählten einzelne Zuschauer aus, die auf die Bühne kommen mussten, um Fragen zu beantworten. Darunter war ein älterer Mann, der nicht nach vorn kommen wollte, doch die Schauspieler drängten ihn mit schlechten Witzen. Auf der Bühne stand er dann in stark gebückter Haltung, aber alle konnten den großen nassen Fleck in seinem Schritt sehen.

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TNG 3.22 – The Most Toys

Ein Kunstsammler entführt Data und sperrt ihn in einen Raum, wo noch andere Kunstwerke ausgestellt sind (darunter auch die Mona Lisa). In dieser Galerie soll Data für immer auf einem Stuhl sitzen und fortan jeden Besucher mit seinen kommunikativen Fähigkeiten zum Staunen bringen. Diese Prämisse verbietet Data, wie in The Measure of a Man, das Recht auf freie Entscheidung, dreht sich aber weniger um Roboterethik als um die Frage, welche Zwänge nötig sind, damit eine Person (ob Android oder Mensch, ist egal) ihr Recht auf freie Entscheidung von selbst aufgibt. Das Bild für diese Unterwerfung ist der Stuhl, dem sich Data erst noch verweigert. Doch die Methoden des Kunstsammlers werden immer sadistischer, sodass sich Data irgendwann nicht mehr wehren kann. So wird sich der zuverlässige Data, der sonst immer für alles eine Lösung findet, setzen.

Die Folge handelt zudem vom problematischen Verhältnis des Menschen zur Kunst. Der Kunstsammler sammelt die seltensten und großartigsten Werke, die er finden kann, nicht weil er die Werke bewundert, sondern weil die Werke ihn selbst aufwerten. So wertet sich auch Paris auf, indem es die wertvollsten Kunstwerke der Welt im Louvre hortet. Die Mona Lisa ist ein berühmtes Gemälde, weil niemand weiß, auf wem sie basiert. Sie ist weder eine berühmte Königin, noch eine Adelige, noch eine biblische Figur. Sie ist nicht einzuordnen und dadurch frei vom Gewicht der Bedeutung. In einem kurzen Moment von The Most Toys steht Data vor der Mona Lisa und versucht, ihr Lächeln nachzuahmen. Data will sich auch der Bedeutung entziehen und damit dem Joch der Kunstsammler und Kunstbetrachter. Er will sich nicht auf ein Kunstwerk reduzieren lassen.

Dass die Folge nicht in den TNG-Bestenlisten auftaucht, liegt wohl einerseits daran, dass die Handlung immer wieder durch Enterprise-Szenen unterbrochen wird, andererseits am schwachen Finale, das nach Zahlen malt und bei dem Data kurz davor ist, den Kunstsammler bewusst zu erschießen (was Datas erster Mord gewesen wäre), doch leider verhindert eine Fügung des Schicksals dieses konsequenzbeladenere Ende. The Most Toys ist die größte Überraschung meines bisherigen TNG-Durchhaltewettbewerbs.

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TNG 3.21 – Hollow Pursuits

Die erste Barclay-Folge. Barclay ist ein Offizier, der unter geringem Selbstbewusstsein leidet und sich auf dem Holodeck, wo er die echte Crew simuliert, wie der König aufspielt. Hier hat er eine Romanze mit Counselor Troi und besiegt Data, Picard und La Forge im Fechten. Im Arbeitsalltag auf der Enterprise kriegt er die Dinge nicht so gut hin. Immer wieder ist die Rede vom Enterprise-Standard, den Barclay nicht erfüllt, und viele geben ihm den Spitznamen Brocoli. Vor allem Wesley Crusher tut sich als Arschloch hervor, das Spaß an Barclays Unsicherheit hat. Gute Folge. Am besten ist Trois Reaktion auf Barclays Holodeck-Variante von ihr, die berühmte Muzzle It-Szene.

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TNG 3.20 – Tin Man

Die Enterprise bekommt den Auftrag, ein Wesen zu kontaktieren, das so groß ist wie ein Raumschiff. Alle sind erstaunt, dass es so eine Lebensform gibt, obwohl in den ersten zwei Staffeln alle paar Folgen viel abgefahrenere Wesen auftauchten (ein Riesenkristall, ein Energieschlund, lebendige Steine). Lustig an diesem Wesen ist, dass es Gänge hat wie ein Raumschiff und man sich drauf beamen kann. Romulaner sind auch interessiert an dem Wesen.

Involviert in die Mission ist auch ein Betazoid, der so gut Gedanken lesen kann, dass es ihn verrückt macht. Im Bezug auf die telepathischen Figuren in TNG finde ich vor allem den Vergleich mit Babylon 5 interessant. In der Star Trek-Utopie setzen die Telepathen ihre Fähigkeiten für das Gute ein und haben etwas Exotisches und Esoterisches. In der Babylon 5-Distopie sind Telepathen für alle möglichen Parteien interessant und die Telepathenpolizei Psi Corps sind gefürchtet (Walter Koenig (Checkhov) in seiner besten Rolle).

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Essay Film

McKamey Manor

In den späten Nuller-Jahren entstanden in Amerika die Extreme Haunts. Das sind Gruselkabinette, in denen die Schauspieler die Besucher berühren dürfen, also richtiger Körperkontakt. In Extreme Haunts geht es oft um Gefangenschaft, Folter, sexuelle Gewalt, also um eine Art Kidnapping-Erfahrung, um Machtverlust.