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Star Trek: The Next Generation

TNG 6.8 – A Fistful of Datas

Auf der Enterprise ist nichts zu tun. Freizeit. Picard flötet. Zeit fürs Holodeck. Lange keine Holodeck-außer-Kontrolle-Folge mehr gesehen. Diesmal sind Worf, sein Sohn Alexander und Counselor Troi die Helden einer Western-Stadt und wegen eines Computerfehlers ist Data der Bösi, und zwar in vielen verschiedenen Ausführungen. Aus Fansicht eine spaßige Folge, weil Worf und Troi als Westernhelden lustig sind. Marina Sirtis gibt ihr Bestes, texanischen Dialekt zu sprechen, aber ihr normaler unverortbarer Sirtis-Dialekt schwingt immer mit. Sie sieht cool aus mit Gewehr und Zigarre. Am besten ist, wie Data seiner Katze Dinge erklärt. Geordi lässt sich einen Bart wachsen. Am Ende fliegt die Enterprise in den Sonnenuntergang. Patrick Stewarts erste Regiearbeit.

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TNG 6.7 – Rascals

Picard, Guinan, Ro und Keiko werden beim Beamen in Kinder verwandelt. Jetzt ist ein Zwölfjähriger Captain und wird kaum ernst genommen, obwohl er der Picard ist, den man kennt, eben nur als Kind. Das Kommando wird ihm entzogen und irgendwie scheinen sich alle einig, auch Picard, dass das richtig so ist und erwarten vom Publikum, dass es das auch so sieht. In TNG werden Kinder meist herablassend behandelt. In Rascals sind die Erwachsenen nun dazu gezwungen, Kinder ernst zu nehmen. Keiko O’Brien ist jetzt eine zwölfjährige Ehefrau und Mutter, womit Chief O’Brien überhaupt nicht umgehen kann. In der zweiten Hälfte kapern Ferengi die Enterprise und nur die Kinder können das Schiff retten, im Rahmen eines coolen Kinderabenteuers. Dabei krabbeln sie durch die Schächte der Enterprise, die hier erstmals als Jeffreys-Röhren bezeichnet werden. Höhepunkt ist, wenn der Halbstarken-Picard und Commander Riker vor den Ferengi so tun, als seien sie Vater und Sohn.

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TNG 6.6 – True Q

Doktor Crusher gibt Q ungefragt Ethikunterricht, da verwandelt er sie in einen wuffenden Hund. Crusher will Amanda vor Q schützen. Amanda ist eine junge Studentin, blond, 18-jährig, rosa Kleid, scharf auf Riker, die zum Lernen auf die Enterprise gekommen ist, jetzt aber feststellt, dass sie übersinnliche Kräfte hat. Was sie sich wünscht, erscheint einfach aus dem Nichts, zum Beispiel ein Rudel Welpen (die große Hundefolge). Stellt sich raus: Sie ist eine Q und soll ins Q-Kontinuum überführt werden. Wenn sie das nicht will, muss sie sterben. Amanda will bei den Menschen bleiben, aber am Ende merkt sie, dass sie ihre Kräfte unter Normalsterblichen nicht verantwortungsvoll zügeln kann und geht doch mit Q.

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TNG 6.5 – Schisms

Diese Folge ist Stoff für Kinder-Alpträume. Aliens entführen Crew-Mitglieder im Schlaf in eine Paralleldimension und experimentieren an ihnen herum. Die Opfer werden von unsichtbaren Händen aus ihren Betten gezogen, direkt hinein in ein Portal und von dort ins Labor der Aliens. Die Aliens tragen Kapuzen und unterhalten sich in Klicklauten. Ihr Labor ist gefilmt in extremen Weitwinkeln. Wir sehen zwar nicht, wie die Aliens der Mannschaft die Gliedmaßen abschneiden und nahezu spurenfrei wieder annähen, aber für eine Prime-Time-Familienshow ist schon die Andeutung allerhand (weniger familienfreundliche Alien-Experimente gibt’s in Fire in the Sky von 1993). Höhepunkt der Folge ist eine Szene, die zeigt, wie Riker, Worf, La Forge und ein ziviles Besatzungsmitglied auf dem Holodeck ihre Erinnerungsfragmente an ihre nächtlichen Entführungen in das konkrete Bild einer medizinischen Liege samt Fesselungs- und Schneidwerkezugen zusammen puzzeln. Auch erwähnenswert: Data trägt ein Gedicht über seine Katze vor und Worf geht zum Friseur.

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Film

Footlight Parade (1933)

Die letzten dreißig Minuten liefern dem Publikum, worauf es die ersten siebzig gewartet hat: drei unmögliche Tanznummern von Busby Berkeley, mit Ohrwurmmusik und Massenchoreographien, ähnlich der Nazi-Aufmärsche in Triumph des Willens (1935) oder den heutigen Massentänzen bei nordkoreanischen Sportveranstaltungen. Footlight Parade trägt seine Propaganda-Rhetorik stolz vor sich her, wenn in der Shanghai Lil-Sequenz die Matrosen eine Mosaik-Flagge der USA über ihren Köpfen ausbreiten, dann auf dieser Flagge ein riesiges Gesicht von Präsident Franklin D. Roosevelt erscheinen lassen und zum Abschluss den Adler des National Recovery Act bilden, dem von Roosevelt auf den Weg gebrachten Programm zur Rettung der Amerikaner aus der Großen Depression. Berkeleys Tanznummern sollen zeigen, dass Amerika mit vereinten Kräften Unglaubliches leisten kann. Die Matrosen formen den Adler zusammen mit einer Horde chinesischer Prostituierter.

Niemand verführt so galant zum Heiraten und Kinderkriegen wie Busby Berkeley in der Honeymoon Hotel-Sequenz. Die kecke und doch weiche Ruby Keeler zieht mit dem lachenden Lüstling Dick Powell ins Flitterwochenhotel, wo sich bei ihrer Ankunft jeder einzelne Hotelmitarbeiter in einer kurzen Strophe vorstellt. Damit würdigt die Nummer jeden Arbeiter in der Funktion, die ihm in dieser Fortpflanzungsfabrik zukommt. Das Flitterwochenhotel hat den Zweck, die Fortpflanzung der frisch Vermählten sicher zu stellen. Die anderen frisch Vermählten, die hier wohnen, nehmen die Ankunft eines neuen Paars zum Anlass für eine Tanznummer im Hotelflur und den einzelnen Zimmern. Die Männer gehen in die Sauna, während die Frauen die Neue in ihre Mitte nehmen. Dabei tragen die Männer alle die gleichen Anzüge und Bademäntel und die Frauen alle die gleichen Nachkleider. Alle tragen Uniformen. Die Sequenz stellt die Ehe als Stätte der Fortpflanzung und Gleichschaltung dar.

Die Männer lassen ihre Frauen in ihren ökonomisch aufeinander gestalpelten Honeymoon-Suites allein. (Ari Aster weint neidisch.)
Nun stecken die Frauen ihre Köpfe aus den Zimmern, um Ruby Keeler zu erklären, wie es hier so läuft.

Und dann ist da der völlig wahnsinnige Wassertanz, bei dem das Individuum, Ruby Keeler, mit der Masse verschmilzt und sich mit unzähligen kaum bekleideten Frauen auf einem Wasserfall räkelt und von dort in ein Wasserbecken springt, wo sie gemeinsam geometrische Formen bilden, Kreise, die sich zusammen und auseinander ziehen, schlangenförmige Linien und irgendwann eine riesige Hochzeitstorte. Nascht von diesen süßen Nixen, sagt Berkeley, und lässt sie in die Kamera lächeln und fährt unter ihren gespreizten Schenkeln entlang. Diese Wasserorgie wirkt, als hätte Berkeley den Production Code kommen sehen.

Die ersten siebzig Minuten, inszeniert von Lloyd Bacon, sind ein Pre-Code-Geklüngel um die Liebesabenteuer und -intrigen des Personals eines Musical-Studios (extrem garstige Dialoge), in dem James Cagney dringend Ideen braucht, um das Studio nach der Großen Depression über Wasser zu halten. Schauspieler sprachen damals schön schnell. Die Männer klangen wie Maschinengewehre und die Frauen zwitscherten.

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TNG 6.4 – Relics

Ronald D. Moore ließ sich hier zu Fan-Fiction hinreißen, Dabei fragt er: Was wäre, wenn Scotty auf der Next Generation-Enterprise auftauchen und mit der neuen Crew interagieren würde? Antwort: Nicht viel. Er ist traurig, dass er schon so alt ist und es gibt ein paar Verbeugungen vor dem Original. Die gigantische Dyson-Sphäre ist viel spannender, ist aber leider nur Dekoration.

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TNG 6.3 – Man of the People

Troi gerät an einen Mann (wichtiger Friedensbotschafter), der magische Steine nutzt, um sie in eine sexgierige Furie zu verwandeln. Das senkt seine eigenen niederen Triebe, seine Aggressionen, seine männlichen Unsicherheiten, die ihn bei den Friedensverhandlungen behindern würden. Troi beginnt, neben ihrer Persönlichkeits-Umwandlung, extrem schnell zu altern. Das ergibt alles kaum Sinn und ist, trotz der schönen Idee des Alterungsfluches, ziemlich schnarchig. Die Folge sticht wohl vor allem für ihre magischen Elemente heraus.

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TNG 6.2 – Realm of Fear

Niemand von der Hauptcrew darf Angst vorm Beamer haben. Die Rolle des lächerlichen Angsthasen fällt deshalb Barclay zu (sein dritter Auftritt), gespielt von Dwight Schultz, der seiner Rolle wieder viele nervöse Ticks gibt, die er wohl aus einem Handbuch der Verhaltensklischees hat, wildes Armgefuchtel, ineinander greifende Finger, schnelles Hin- und Hergelaufe, übertriebene Grimassen. Schultz scheint nicht viel von Nervosität und sozialen Ängsten zu wissen. Nervöse Menschen sind oft Meister im Verbergen ihrer Nervosität, weil sie ihr ganzes Leben geübt haben. Die Uniformen in Staffel 6 sehen schicker aus, selbstbewusstere Schulterpolster.

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TNG 6.1 – Time’s Arrow, Part 2

Nun kommt auch der Rest der Crew ins 19. Jahrhundert, wo man es mit den Weichzeichnern wirklich übertrieben hat. Die Weichzeichner in TNG stören fast immer. In Time’s Arrow verschmieren sie das Bild regelrecht. Sie werden nur in den Vergangenheits-Szenen eingesetzt, einerseits um ein nostalgisches Gefühl zu schaffen, andererseits sicher auch, um die harschen Lichtreflektionen der offenbar sehr hellen Studiolampen zu dämpfen.

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TNG 5.26 – Time’s Arrow, Part 1

Data wird sterben. Das weiß die Crew, denn sie findet Datas Kopf auf der Erde, zusammen mit anderen Artefakten aus dem Neunzehnten Jahrhundert. Schlussfolgerung: Data wird im Neunzehnten Jahrhundert sterben. Dort reist er dann (aus Gründen) auch hin und mischt sich unter die Leute (mit Pokern verdient er Geld), während man auf der Enterprise im 24. Jahrhundert versucht, ihn wieder zurück zu holen. Guinan hängt auch im 19. Jahrhundert ab. Ihre Lebensform lebt mehrere tausend Jahre. Data nimmt Kontakt zu ihr auf. Die Folge malt den Wilden Westen als Ort, an dem eine schwarze Frau sich einfach so unter die High Society mischen kann.