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Star Trek: The Next Generation

TNG 4.20 – Qpid

Diese Folge sticht vor allem durch ihre Klamauk-Bereitschaft heraus. Picard und seine Crew werden von Q in die Robin Hood-Zeit geschnippst, wo Worf gegen sein knallrotes Outfit protestiert, Data eine Halbglatze hat und La Forge schlecht Mandoline spielt und dabei verträumt den Kopf hin und her schwenkt. Picard (jetzt mit schnittigem Bart) muss Vash retten, seine Urlaubsliebe aus Captain’s Holiday. Sie soll geköpft werden, wenn sie nicht Sir Guy of Gisbourne heiratet. Da sie nicht geköpft werden will, nimmt sie, zu Qs Überraschung, den Antrag an. Auch Picard ist verwirrt, als sich Vash nicht von ihm retten lassen will, also kidnappt er sie einfach. Am Ende sollen Picard und Vash beide geköpft werden und es kommt zum Showdown, inklusive Schwertkampf auf Burgtreppe, wo Patrick Stewart errolflynnt und seinem Gegner alle paar Schwerthiebe einen kühnen Spruch zuwirft.

Das Herz der Folge ist die Picard-Vash-Romanze, insbesondere Picards Schwierigkeiten, zu Vash zu stehen, denn ihre freche Kulturverdrossenheit ist ihm peinlich (sie setzt sich zum Beispiel einfach so auf den Captainstuhl und räkelt sich darin). Die Crew mag Vash (Worfs Kommentar: Nice legs.) und ist amüsiert über die deutlichen Unterschiede zwischen ihr und Picard. Sie sind seine Freunde, sie respektieren seine Gefühle für Vash, auch wenn er das selbst nicht tut. Das ist bei allem Klamauk schön zu sehen. Zumal Picard in seiner Unfähigkeit zu seinen Gefühlen zu stehen fast wie ein kleiner Junge wirkt. Vash ist eine belebende Gastfigur. Selbst Q ist begeistert, und so bietet er ihr am Ende die Chance, mit ihm mitzukommen und das Q-Kontinuum zu bereisen. Vash bejaht.

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TNG 4.19 – The Nth Degree

Zweite Barclay-Folge, in welcher er, dem Einfluss einer mysteriösen Alien-Sonde ausgesetzt, superklug wird und irgendwann übermenschlich. Sein Gehirn rechnet so schnell, dass er sich mit dem Computer der Enterprise verschmelzen muss, um sein Potenzial voll zu nutzen. Auf dem Holodeck sitzt er dann, den Kopf verbunden mit einer Apparatur, die blaue Laserstrahlen in seinen Kopf schießt, auf einem Bösewicht-Thron und konfiguriert den Antrieb der Enterprise, um sie mit Superduperhyperwarpgeschwindigkeit ins Zentrum der Milchstraße zu befördern. Hier stellt sich nun die wohl lustigste Alienrasse der ganzen Serie vor, die Cytherians. Und zwar erscheinen sie nicht in Form eines Raumschiffes, sondern als Kopf eines alten Mannes mit weißem Bart, der leicht durchsichtig und etwa so groß wie eine kleine Küche auf der Enterprise-Brücke schwebt. Dieser Kopf erklärt nun, dass die mysteriöse Alien-Sonde und Barclays Hochbegabtheit Teil eines Plans waren, die Enterprise hier her zu locken, damit Menschen und Cytherians einander kennen lernen können. An dieser Stelle endet die Folge und Picard fasst Begegnung mit den Cytherians in einem kurzen Logbucheintrag zusammen, nach dem Motto: Das war das Faszinierendste, was wir je erlebt haben, aber für euch Zuschauer ist die Folge jetzt vorbei.

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TNG 4.18 – Identity Crisis

Geordi La Forge analysiert die Video-Aufzeichnung einer Jahre zurück liegenden Mission und ist dabei ähnlich obsessiv wie die Helden in Blow Up (1966), The Conversation (1974), Profondo Rosso (1975), Blow Out (1981), Ringu (1998) oder Noroi: The Curse (2005). Mich faszinieren Geschichten, in denen genaues Hinschauen oder Hinhören das Audio- und Videomaterial fast in ein Fraktal verwandelt. Geordis analytische Selbstgepräche auf dem Holodeck sind spannend zu schauen und wegen eines mysteriösen Schattens, der eigentlich nicht da sein dürfte, auch recht unheimlich.

Die Folge zeigt LeVar Burton auf der Höhe seiner Kunst, die darin besteht, total enthusiastisch zu sein oder total enttäuscht. Alles dazwischen kann Burton (an diesem Stand der Serie) nicht recht verkaufen. Er ist kein Schauspieler der Nuancen, was vielleicht am Visor liegt, den er als Geordi immer tragen muss. Wer nicht mit den Augen spielen kann, steckt mehr Ausdruck in alles andere, siehe auch Nicolas Cage in Vampire’s Kiss (1989), der dort die ganze Zeit eine Sonnenbrille trägt und Unfassbares mit Gesicht und Körper tut (was er aber wohl ohne Sonnenbrille auch getan hätte). LeVar Burton ist ein großartiger Enthusiast. Geordi liebt es, Dinge zu analysieren und zu konfigurieren. Die auf ihn fokussierten Folgen haben daher immer eine gute Energie.

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TNG 4.17 – Night Terrors

Zurück in die Twilight Zone mit Night Terrors (was auch der Name eines gescheiterten Tobe Hooper-Films ist). Die Enterprise hängt in einem Doppel-Sternensystem rum und stößt auf ein anderes Sternenflotten-Schiff, dessen Besatzung tot ist. Logbucheinträge weisen darauf hin, dass seltsame Dinge auf dem Schiff geschahen und die Crew wahnsinnig wurde. Natürlich passiert dasselbe nun auch mit der Enterprise, was erstens an The Naked Now erinnert, wo alle wahnsinnig werden, zweitens an Where No One Has Gone Before, wo die Crew Halluzinationen hat (inklusive spukiger Turboliftszenen), und drittens an Event Horizon (1997), der Shiningversion von Solaris (1975), wo Sam Neill sich die Augen ausreißt.

Die Folge nutzt viel Vokabular des Horrorfilms. Wir sehen Leichenhallen, eklige Tiere, langsame Ranfahrten an verängstigte Gesichter. Troi tritt mal wieder in Kontakt mit dem Übersinnlichen. Sie spielt Nancy aus Nightmare On Elm Street (1984), die im Traum die Enterprise retten muss, indem sie durch eine grüne Wolkenwelt fliegt (die an die Wolkenwelt in Poltergeist 2 (1984) erinnert, nur in grün) und einem Licht eine Nachricht übermitteln soll. Hab’s nicht verstanden.

Toll, wie abgefuckt hier alle aussehen, denn die ganze Crew kriegt keinen Schlaf. Die Beleuchtung wird graduell dunkler, selbst Worf hat Angst und im Ten Forward wird mal wieder geprügelt (was Guinan stoppt, indem sie mit illegaler Waffe an die Decke schießt).

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TNG 4.16 – Galaxy’s Child

In Booby Trap verliebte sich Geordi La Forge in die Holodeck-Simulation von Doktor Leah Brahms, der Ingenieurin des Warpantriebs der Enterprise. In Galaxy’s Child kommt die echte Leah aufs Schiff, um die Veränderungen zu begutachten, die Geordi an ihrem Antrieb vorgenommen hat. Geordi erfindet einen beruflichen Vorwand, sie abends in sein Quartier zu locken. Dort hat er sich mit Rollkragenpullover aus dunkelrotem Samt besonders schick gemacht, um sie mit einem Dinner bei fuseligem Licht und romantischer Gitarrenmusik zu verführen. Der Fremdscham ist kaum auszuhalten. Dass Geordi alles über Leah weiß, weil er sie im Vorfeld gestalkt hat, macht es noch unheimlicher. Man könnte sich die Folge auch als Horrrofilm vorstellen, in dem Geordi Leah in seinem Quartier gefangen nimmt. Doch die Folge lässt die Beiden ihre Differenzen vor allem in der Begehung der Enterprise austragen. Für den Warp-Antrieb haben beide einen Fetisch. In einer Szene erblickt Leah einen schwarzen Schlauch und ist ganz verzückt, weil dieser schwarze Schlauch irgendwas ganz Tolles mit der Leistung der Enterprise macht.

Die Nebenhandlung dreht sich um ein riesiges Alien, das durchs All treibt. Mal wieder sind alle ganz erstaunt, obwohl Tin Man nicht lang her ist. Das Wesen fühlt sich bedroht, greift die Enterprise an, Picard lässt sanft zurückschießen, doch da stirbt es schon. Aber was ist das? Offenbar war das Wesen schwanger und das Baby will raus. Die Enterprise schneidet die tote Mutter mit dem Phaser auf und das Baby strampelt sich ins All hinaus und hält nun die Enterprise für seine Mutter. Was Riker zum blöd Grinsen veranlasst. Das Baby saugt sich an die Hülle der Enterprise und adere Wesen dieser Spezies sind auf Abfangkurs. Doch Geordi und Leah, mittlerweile Besties, kümmern sich um das Baby.

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TNG 4.15 – First Contact

Picard und Troi beamen auf Malcor III, um den ersten Kontakt mit der dortigen Lebensform aufzunehmen, also den ersten Kontakt, den die Malcorianer je mit irgendeiner Alienrasse haben wird. Die Folge zeigt die Malcorianischen Politiker und wie sie mit dem Erstkontakt umgehen. Dabei wird viel geredet. Der Sicherheitsminister findet’s blöd, dass Aliens nach Malcor gekommen sind, der Kanzler sieht es ausgewogener, kritisiert die Sternenflotte aber auch für ihr Vorgehen. Sollte wohl gesehen haben, wer wissen will, wie so ein erster Kontakt abläuft. Zugleich wird Riker, der undercover auf dem Planeten herum lief, von Sicherheitskräften des Planetenkrankenhauses festgehalten, wo eine Krankenschwester Sex mit ihm haben will, weil sie schon immer Sex mit einem Alien haben wollte. Riker verneint. Riker sieht lustig aus mit Gnubbeln auf der Stirn.

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TNG 4.14 – Clues

Als die Enterprise einen Planeten untersuchen will, öffnet sich ein Wurmloch und die Crew wird für dreißig Sekunden bewusstlos, bis auf Data. Danach setzt die Crew ihren Alltag fort, aber schnell mehren sich seltsame Beobachtungen. Zum Beispiel hatten Doktor Crushers Pflanzen in dieser Zeit einen großen Wachstums-Schub. Was geschah wirklich in diesen dreißig Sekunden? Data könnte es wissen, gibt sich aber ratlos und scheint die Ermittlungen bewusst zu stören. Das Mysterium dieser neuen Twilight Zone-Folge ist spannend erzählt. Counselor Troi spielt wieder ein Portal für andere Wesen (siehe The Loss). Sie spricht sogar in runtergepitchter Gruselstimme für die Aliens, die von ihr Besitz ergriffen haben.

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TNG 4.13 – The Devil’s Due

Die Enterprise orbittet Ventrax II, auf dem die angebliche Gottheit Ardra einen tausend Jahre alten Vertrag einlösen will und die Bewohner in Angst und Schrecken versetzt. Ardra tritt in Gestalt einer Frau auf, die heiß auf Picard ist, doch Picard kann an sich halten, sogar wenn sich Ardra in Counselor Troi verwandelt und Picard mit dem Finger den Bauch runter streichelt.

Ardra kann Erdbeben erzeugen und die Enterprise plötzlich verschwinden lassen (wie David Copperfield die Freiheitsstatue), doch von der Enterprise glaubt niemand an ihre Gotteskräfte. Was mal wieder zu einer Gerichtsverhandlung führt (einem von den Autoren immer mal wieder hervor geholten Plot-Device, das schläfrige Angelegenheiten spannender macht), in der die Legitimität der Gottheit bewiesen werden soll. Die Folge wirkt wie ein Relikt aus Staffel 1 und ist mir damit herzlich willkommen.

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TNG 4.12 – The Wounded

Erster Auftritt einer neuen Alienrasse, die später in Deep Space Nine wichtig wird: die Kardashians. Die Kardashians haben sehr lange Hälse. O’Brien hat damals im Krieg gegen sie gekämpft und ist immer noch sauer. Außerdem mag er das Essen nicht, das seine Frau Keiko ihm macht. Warum repliziert er sich nicht sein eigenes Essen? Dauert nur ein paar Sekunden. Im Bezug auf die Kardashians hätte ich gern mal eine Folge gesehen, in der eine Reality-TV-Fernsehcrew auf die Enterprise kommt, einfach um den verfahrenen Stil der Serie aufzulockern. Bei Akte X gab es eine Folge namens X-Cops, die im Stil der Doku-Serie Cops gedreht war. So was wäre gut. Gut an The Wounded ist, wie Picard in dieser Folge zwei mal Standpauken hält und sich beide Male danach zum Fenster dreht und bedeutungsvoll ins All hinaus schaut.

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TNG 4.11 – Data’s Day

Diese Folge zeigt einen Tag in Datas Leben, natürlich mit besonderem Augenmerk auf seine Schwierigkeiten mit menschlichem Verhalten. Zum ersten Mal sieht man seine Katze Spot, aber leider nur kurz. Spot’s Day wäre auch eine gute Folge. Dafür gibt’s spannende Szenen beim Friseur und Chief O’Brien will heiraten, und zwar Keiko, die aber kurzzeitig doch nicht will, was einiges Drama erzeugt. In Vorbereitung auf die Hochzeit bringt Doktor Crusher Data Tanzen bei und nebenbei sherlockholmest er noch eine romulanische Intrige aus.