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TNG 6.16 – Birtright, Part 1

Dies ist die Crossover-Folge mit Deep Space Nine. Die Enterprise stoppt hier und der enthusiastische Doktor Julian Bashir hat einen Gastauftritt. Es ist vielleicht interessant, die Sets zu vergleichen, die helle Enterprise mit der dunklen Deep Space Nine. Vielleicht ist es aber auch gar nicht interessant. Eine Analyse der Enterprise-Sets steht jedenfalls noch an.

In dieser Folge gibt’s zwei Stories: Die erste dreht sich um Data, der durch einen Unfall ohnmächtig wird und dadurch zu träumen beginnt. Data versucht die Bedeutung des Traums zu analysieren und malt zu diesem Zweck viele Bilder. Schließlich lässt er sich noch mal in Schlaf versetzen und träumt nun von Doktor Noonian Soong, der ihm etwas erklärt. Dann verwandelt sich Data in einen Vogel und fliegt durch die Enterprise und durchs All und an der Außenhülle der Enterprise entlang und dann hinein in einen rosa Nebel. Was auch immer das bedeuten mag. Am besten ist, dass Datas Katze in diesem Traum den Captain-Sessel belegt.

Die zweite Story dreht sich um Worf, der von einem besonders faltigen Alien (neuer Auftritt von James Cromwell) gesagt bekommt, dass sein Vater noch lebt. So macht sich Worf nun auf dem Weg, um seinen Vater zu finden, nämlich zu einer kleinen Gemeinde, in der Romulaner und Klingonen, die eigentlich erbitterte Feinde sind, zusammen leben. Hier kommt es dann schnell zum Fortsetzung Folgt-Schriftzug.

In dieser Folge wirkt alles lang gezogen, als sei eine Doppelfolge entstanden, um irgendwie auf die 26 Folgen pro Staffel zu kommen. In besseren Episoden wäre Worf schon nach 20 Minuten in der Klingonen-Romulaner-Gemeinde angekommen. Seltsam ist auch, dass die Handlung überhaupt nichts mit der Deep Space Nine zu tun hat. Die Folge wirkt wie das Ergebnis komplizierter Verwaltungs-Prozesse.

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TNG 6.15 – Tapestry

Picard liegt im Sterben und erwacht in einer weißen Welt. Q steht vor ihm, sagt ihm, er sei tot und dass er ihm noch eine Chance geben will. Er versetzt Picard in die Zeit seiner Ausbildung zurück. Damals war Picard ein Draufgänger und Frauenheld, also noch nicht der weise Picard, den wir kennen. Q will Picard zeigen, wie interessant seine Persönlichkeit damals im Vergleich zu heute war. Picard jedoch, mit seinem heutigen Wissen aber in der Haut seines jüngeren Ichs, handelt nun überlegt statt überstürzt und tut in jeder Situation das scheinbar Richtige. Als Q ihm nun das Leben zurück gibt und wir wieder in der Gegenwart angekommen sind, ist Picard nicht mehr Captain der Enterprise, sondern hat einen niedrigen Rang und gilt als unterwürfiger, wenn auch guter Offizier, der gut Besorgungen tätigen knan. Die Moral ist: Wer Erfolg will, muss heraus stechen, Risiken eingehen und auch mal Arschloch sein. Diese Moral wird anhand einer Barprügelei festgemacht, in der sich Picard schlecht benehmen muss, sonst wird er in Zukunft kein Captain sein. Von mir aus.

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TNG 6.14 – Face of the Enemy

Counselor Troi wacht mit dem Gesicht einer Romulanerin auf einem romulanischen Schiff auf. Sie wurde entführt und verkleidet und soll nun auf diesem Romulanerschiff für eine Untergrund-Bewegung eine Spionage-Aktion gegen die Romulaner durchführen. Auf der Enterprise fällt währenddessen nicht auf, dass sie fehlt. Niemand vermisst sie. Normalerweise sucht die Enterprise in solchen Folgen nach dem entführen Crewmitglied, aber die arme Troi wird offenbar nicht vermisst. Hat Counselor Troi einen Bullshit-Job?

Bullshit-Jobs von David Graeber (hier im Interview) ist ein großartiges Buch, das zeigt, dass mehr als die Hälfte aller Jobs komplett sinnlos sind und wieso das ein großes Problem für die menschliche Zivilisation und die Welt ist. Auf der Enterprise gibt es viele Bullshit-Jobs. Die Enterprise ist ein vollautomatisiertes Raumschiff, das keine Crew benötigt, um zu funktionieren. Das ist immer dann zu sehen, wenn Data das Schiff mal wieder alleine zu managen hat. Auch auf dem romulanischen Schiff scheint es viele sinnlose Jobs zu geben, aber auch viele sinnlos hohe Türschwellen. Jeden Tag müssen die Romulaner über Türschwellen steigen, die einen halben Meter hoch sind. Kein Wunder, dass sie so böse sind.

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TNG 6.13 – Aquiel

Geordi mal wieder verknallt. Hier darf er sogar mal jemanden küssen, nämlich Aquiel, eine Sternenflotten-Offizierin, die er vorher nur von ihren Videotagebüchern kannte, die er im Rahmen von Ermittlungen durchsehen musste. Dadurch baut er eine parasoziale Beziehung zu ihr auf. Als er sie dann wirklich kennenlernt, ist sie genau, wie er sie sich vorgestellt hat. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Folge sehr spät nachts sah und es mir schwer fiel zu folgen, aber irgendwie kam mir diese Folge seltsam vor, als gäbe es sie gar nicht. Die Handlung involviert auch Klingonen und einen Hund, der sich am Ende in ein braunes trichterförmiges Ichweißnichtwas verwandelt. Es fühlt sich an, als würde ich mir das ausdenken, aber die Folge gibt es wirklich.

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TNG 6.12 – Ship in a Bottle

Professor Moriarty aus Elementary, Dear Data ist zurück. Er will, dass Picard sein Versprechen einlöst und ihn in die richtige Welt holt. Geht natürlich nicht, weil Hologramme können das Holodeck nicht verlassen. Natürlich hat sich in den sechs Jahren niemand noch mal für ihn interessiert. Also lockt er Picard, Barclay, La Forge und Data aufs Holodeck und sperrt sie auf dort ein, indem er die Enterprise holografisch simuliert, sodass die vier, als die das Holodeck verlassen, tatsächlich immer noch auf dem Holodeck sind. Am Ende dreht die Enterprise-Crew den Spieß um und verbannt Moriarty für immer in eine Simulation, die in einem kleinen Würfel existiert.

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Angst (1983)

Ein Mörder wird aus dem Gefängnis entlassen und will sofort wieder morden. Anfangs drückt die Kamera seinen Morddrang aus, indem sie zum Beispiel zwei Frauen in einem Imbiss durch Nahaufnahmen ihrer Beine und Münder zerstückelt, während die Schmatz-Geräusche des gerade wurstessenden Mörders zu hören sind. In diesen Aufnahmen sind die beiden Frauen keine Menschen mehr, sondern eine Versammlung sprichwörtlich schmackhafter Körperteile. Dazu ist ihre Unterhaltung nur gedämpft und unverständlich zu hören. Wer sie sind, lernen wir nicht.

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Star Trek: The Next Generation

TNG 6.11 – Chain of Command, Part 2

Der böse Folterer Madred foltert Picard ganz böse mit Folterfernbedienung, lässt ihn hungern und dursten und bei all dem wächst Picard ein Bart. Doch nicht mal das kann Picard brechen. Was wiederum den Foltermeister bricht. Das ist alles gut gemacht, wie auch die parallel laufenden Verhandlungen zwischen Jellico und den Cardassianern, aber auch mühsam zu schauen. Die Sache mit den vier Lichtern, von denen Picard durch Folter gezwungen sagen soll, es seien fünf, ist von George Orwell geklaut, außer dass es bei Orwell statt Lichtern Finger sind. Da hätten die Autoren ruhig tiefer graben können.

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Star Trek: The Next Generation

TNG 6.10 – Chain of Command, Part 1

Diese Folge erinnert daran, dass die Sternenflotte eine militärische Institution ist. Picard, Doktor Crusher und Worf werden für einen extrem gefährlichen Spezialauftrag im Gebiet der Cardassianer von der Enterprise abgezogen und müssen in schwarzer Ninja-Kleidung auf dem Holodeck trainieren. Währenddessen wird Captain Picard durch Captain Jellico ersetzt, der von nun an die Enterprise unbefristet übernehmen soll. Ein strengerer Typ, der zunächst mal die Wachschichten anders einteilen will, was zu Streit mit Commander Riker führt. Also ein typischer neuer Chef, der als erste Amtshandlung eine sinnlose Umstrukturierung vornimmt. Nicht allzu interessant, wie sich hier alles entwickelt. Am Ende landet Picard im Folterkeller eines Cardassianers.

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Star Trek: The Next Generation

TNG 6.9 – Quality of Life

Pokergespräch über Bärte: Worf fragt Geordi, ob es seine Intention sei, seinen Bart noch weiter wachsen zu lassen. Etwas passiv-aggressiv diese Formulierung. Doktor Crusher, einzige Frau am Tisch, fordert Geordi, Worf und Riker heraus, ihre Bärte abzurasieren, wenn Crusher das Spiel gewinnt. Die Männer stimmen grummelig zu. Leider lässt die Folge diese Minihandlung einfach fallen. Crusher wird in Staffel 6 irgendwie besser. Gates McFadden wirkt entspannt, fast lässig angesichts ihrer nicht allzu interessanten Rolle.

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The Other Side Of The Wind (2018)

The Other Side Of The Wind stellt zwei Stile einander gegenüber: Den Vérité-Stil, bei dem Dialoge scheinbar improvisiert werden, rau und dokumentarisch gefilmt, ohne Orientierung in den Charakterdynamiken. Und den betont künstlerischen Stil des alten Regissuers Jake Hannaford, gespielt von John Huston, der eine Investoren-Party schmeißt, um seinen neuesten unvollendeten Film vorzuführen und im besten Fall Geld für dessen Vollendung zu bekommen. Dieser Film im Film um Oja Kodar, die allein und nackt durch urbane Kulissen wandert, wirkt durch seine Rätselhaftigkeit und psychoanalytische Symbolik wie eine Parodie auf selbstwichtiges Kunstkino. Aber Welles hat diese Szenen mit großem Ernst gedreht und einige hypnotische Sequenzen hinbekommen (Höhepunkt ist eine klaustrophobische Sexszene im Auto). Hinter der Maske Jake Hannaford nimmt er sich die Freiheit, an sein eigenes Künstlertum zu glauben und sich zugleich vom Zwang der Vermarktbarkeit von Filmen zu lösen.