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Film

The Social Dilemma lügt

The Social Dilemma ist ein Dokumentarfilm, der vorgibt, über die Gefahren von Sozialen Medien aufzuklären. Tatsächlich klärt der Film wenig auf. Er vereinfacht, verfälscht und lügt, um die Tech-Branche als einzigen möglichen Retter vor einer düsteren Zukunft darzustellen. So untergräbt der Film unser Mitspracherecht und unsere Kritikfähigkeit an den Technologien der Tech-Branche. Kritik soll entweder aus der Tech-Branche kommen oder konstruktiv sein, also systemfreundlich.

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Star Trek: The Next Generation

TNG 2.6 – The Schizoid Man

Ein sterbender Wissenschaftler transferiert seine Persönlichkeit in Data. Was relativ schnell auffällt, weil sich Data seltsam benimmt. Am Ende kann der weise Picard den Wissenschaftler überzeugen, aus Data raus zu gehen. Immer nett, wenn Data aus der Rolle fällt. Am besten ist aber sein Bart zu Beginn der Folge, den er leider nicht weiter trägt. Ich hätte mir eine Folge gewünscht, in der es nur darum geht, wie er der Mannschaft seinen Bart präsentiert, wie alle den Bart blöd finden und dann wie der Bart immer länger wird und irgendwann die Enterprise bedroht. Schade, dass sich die Folge nicht an meinen Wunsch gehalten hat.

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Star Trek: The Next Generation

TNG 2.5 – Loud as a Whisper

Behinderung und wie man damit umgeht ist das Thema dieser Folge. Was interessant ist, weil wir viel über eine Gesellschaft lernen können, indem wir ihren Umgang mit behinderten Menschen betrachten.

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Star Trek: The Next Generation

TNG 2.4 – The Outrageous Okona

Die Enterprise hilft Han Solo, der, wie man sich anfangs nur denken kann, wegen einigem Trouble gesucht wird. Frisch auf der Enterprise umschwärmen ihn die Frauen und innerhalb weniger Stunden besucht er gleich drei auf ihren privaten Quartieren. Normalerweise geht auf der Enterprise wohl nicht viel ab. In einer Szene führt Worf den Lebemann aus dem Quartier einer Frau, da bleibt die Kamera noch kurz auf ihr, wie sie allein auf dem Bett sitzen bleibt.

Picard ist im Genervt-Modus, denn zwei andere Schiffe fordern Hans Auslieferung. Er muss vermitteln, was zu einer Schlussszene führt, in der alle Parteien im Halbkreis stehend etwas aufführen, was wohl als Verwechslungskomödie gedacht war. Aber für so etwas ist der Star Trek-übliche Inszenierungsstil nicht geeignet, mit seinen kurzen Sprechpausen zwischen jedem Closeup. Der B-Plot zeigt Data bei seinen Versuchen, Humor zu verstehen. Guinan berät ihn. Eine unlustige Folge über Humor.

Han wird gespielt von William O. Campbell, der wenig später die Hauptrolle in The Rocketeer (1991) spielte. Die Transporter-Offizierin, die ihm sofort verfällt, wird von Teri Hatcher gespielt. Sie spielte etwas später Lois Lane in Lois & Clark: The New Adventures of Superman (1993-1997), war Bondgirl in Die Another Day (1997) und spielte Susan Delfino in Desperate Housewifes (2004-2012).

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Star Trek: The Next Generation

TNG 2.3 – Elementary, Dear Data

Geordi und Data spielen Sherlock Holmes auf dem Holodeck, aber Data löst jeden Fall sofort. So lassen sie den Computer einen Holmes-Fall entwerfen, der Data besiegen kann. Was einen Professor Moriarty erzeugt, der ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass er ein Hologramm auf einem Holodeck auf einem Raumschiff namens Enterprise ist. Moriarty entwirft eine Maschine, mit der er die Enterprise zum Wackeln bringen kann und irgendwie bringt er es fertig, die alleinige Kontrolle über das Holodeck zu erlangen. Sein Ziel: Er will außerhalb des Holodecks weiter leben können. Doch Picard sagt ihm, dies sei nicht möglich. Moriarty sieht das ein und lässt sich deaktivieren. Ende.

Die Folge ist bemerkenswert, weil es überraschend ist, einen dramatischen Konflikt durch Einsicht gelöst zu sehen. Coole Checker wie ich nennen das Antiklimax. Die Spannung steigt und steigt, aber auf dem Höhepunkt entlädt sie sich nicht in einer Konfrontation, sondern sinkt einfach wieder ab. Der Antiklimax enttäuscht bewusst die Erwartung an die Konfrontation. Was klug ist, denn wenn Erwartungen erfüllt werden, vor allem in Fernsehserien, ist das meistens unbefriedigend.

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Star Trek: The Next Generation

TNG 2.2 – Where Silence Has Lease

Die Unternehmung trifft mitten im All auf einen Nichtort. Hier ist einfach nichts, aber das Nichts hat Koordinaten. Picard schießt Sonde rein, Sonde verschwindet. Er schießt noch eine rein. Verschwindet. Picard fliegt Schiff rein, und schwupps, sind sie gefangen im Nichts und es geschehen seltsame Dinge, die sich niemand erklären kann. Nur Pulaski, die einfach so auf der Brücke auftaucht wie früher Doktor McCoy, hat eine Idee. Sie fühlt sich an ein Testlabyrinth für Laborratten erinnert, womit sie dann auch Recht hat, denn das Nichts ist in Wahrheit ein gottähnliches Alien, das die Menschen nur ein bisschen untersuchen will. Los werden sie das Vieh mal wieder durch Picards Weisheit, denn er aktiviert die Selbstzerstörung der Unternehmung und aus irgendeinem Grund lässt das Wesen sie deshalb frei. beim Warten auf den Tod hört Picard natürlich dieses berühmte Stück von Eric Satie, denn Satie war Franzose und Jean-Luc ist auch Franzose und Franzosen müssen französisch sterben. Die Folge ist nett, weil mysteriös und alle Crewmitglieder kommen zum Zug (außer Counselor Troi, die ohne erkennbares Schema mal auf der Brücke ist, mal nicht).

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TNG 2.1 – The Child

Wie behandelt man eine Schwangere? Als Picard erfährt, dass Counselor Troi schwanger ist, beruft er sofort eine Sitzung ein, in der die Offiziere in Trois stummer Anwesenheit über das Für und Wider einer Abtreibung diskutieren. In der Nacht wurde Troi von einer außerirdischen Lichtkugel vergewaltigt. Während sie schlief, drang die Kugel erst in ihr Quartier ein und dann in sie. Troi will das Kind behalten. Die Schwangerschaft dauert zwei Tage. Bei der Geburt steht Data ihr bei, aufgeregt-neugierig. Worf, samt Sicherheits-Schergen, beglotzt die Geburt. Auch Riker hat sich irgendwo versteckt, um seiner Deanna heimlich beim Gebären zuzusehen. All das ist in extremen Gesichts-Nahaufnahmen aufgelöst, wie in Dreyers La Passion de Jeanne d’Arc (1928). Immerhin beruhigt Doktor Pulaski mit lockeren Sprüchen, sodass es nur so flutscht.

Neben dem Wunder der Geburt gibt’s auch die Wunder eines Staffelauftakts: Riker jetzt mit Bart, Troi mit offenen Haaren und neuem Outfit, Geordi und Worf mit gelben Uniformen, Wesley mit Sternenflotten-Emblem auf dem Herzen und Chief O’Brien hängt den ganzen Tag im Transporterraum ab. Mit der Bar Ten Forward gibt’s ab jetzt ein neues Set. Hinterm Tresen steht Whoopi Goldberg als Guinan und hilft direkt mal, kraft ihrer überirdischen Weisheit, dem kleinen Wesley bei einer schwierigen Entscheidung.

Ich mache mich wohl zum Ketzer, wenn ich sage: Die beste Neuerung der zweiten Staffel ist Doktor Katherine Pulaski. Die Enterprise ist bevölkert von unterwürfigen Langweilern, zumindest an diesem Punkt der Serie. Da ist Pulaski mit ihrer levitenlesenden Art eine große Auflockerung.

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TNG 1.26 – The Neutral Zone

Letzte Folge der ersten Staffel, erste Begegnung mit den Romulanern und erste Andeutungen einer Bedrohung, die sich erst einige Folgen später vorstellen wird.

Diese Folge ist ein Glücksfall, denn im Jahr 1988 gab es den Streik der Writers Guild of America. Dieser Streik dauerte fünf Monate, von März bis August 1988. Neuntausend Autoren in Film und Fernsehen verweigerten ihre Arbeit und forderten von der Alliance of Motion Picture and Television Producers Gewinnbeteiligung an Reruns und Video-Veröffentlichungen, größeres kreatives Mitspracherecht und mehr Gehalt beziehungsweise Zeit, um ihre Drehbücher zu schreiben. Aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen für die Autoren wurden viele der Staffel-Eins-Drehbücher von Star Trek: The Next Generation innerhalb weniger Tage geschrieben. Für Feinschliff war keine Zeit, da die Produzenten den Autoren diese Zeit nicht bezahlen wollten. Viele Drehbücher waren zu Drehbeginn noch nicht fertig gestellt, sodass man der ersten Staffel nur Komplimente für ihre dennoch meist fokussierten Geschichten machen kann, zumal die Produktion wegen des Streiks noch chaotischer wurde. Andere Serien, zum Beispiel McGyver, mussten die Produktion vorübergehend einstellen. Serien, die weiter liefen, wie eben TNG, wurden merklich schlechter, da keine erfahrenen Autoren dran saßen. Die Zuschauerzahlen sanken und viele Serien mussten abgesetzt werden.

The Neutral Zone war ursprünglich als Doppelfolge geplant, in der die Enterprise sich mit den Romulanern zusammen tut, um die Borg zu besiegen. Doch zum Glück hat der Streik diese Pläne vereitelt, sonst wäre es nie zu jenem ersten beunruhigenden Händedruck mit den Borg in Q Who (Staffel 2) gekommen. Ohne den besonderen dramaturgischen Ansatz von Q Who wären die Borg niemals zu den größten Antagonisten im Star Trek-Universum geworden.

Der Beginn einer Geschichte sind die ersten Wucherungen einer Wurzel, die unveränderbar in gewisse Richtungen streben. Der Beginn der Ferengi als Bösewichte für The Next Generation war ein Reinfall, denn die Ferengi konnten nach ihrer lächerlichen Einführung nur lächerlich weiter geführt werden. Wären die Borg bei ihrem ersten Auftritt direkt besiegt worden, hätten sie niemals den Ruf als unzerstörbare Spezies bekommen. Sie wären vielleicht interessant gewesem, aber wenig bedrohlich.

Meine Lieblingsfolgen der ersten Staffel sind Where No One Has Gone Before, Justice und The Arsenal of Freedom. Wirklich schlecht fand ich nur Too Short A Season und Symbiosis.

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TNG 1.25 – Conspiracy

Zu diesem Zeitpunkt eine bitter nötige Folge, auch für dieses seltsame Projekt hier. Mit Conspiracy atmet The Next Generation die frische Luft des Horrorgenres. Das erzeugt sofort eine bislang unbekannte Dringlichkeit, mit Würmern zum Abendessen, explodierenden Köpfen und aus Bäuchen brechenden Viechern. Leider brechen diese Viecher nicht aus Bäuchen der Hauptbesatzung der Enterprise, sondern nur aus dem des ohnehin unsympathischen Remmick. Er war der Leiter der Picard-Untersuchung in Coming Of Age.

Im ersten Drittel gibt es auch ein paar klassische Comedy-Bits. Die Brückencrew unterhält sich über die Vorzüge des Schwimmens. Da sagt Worf: Swimming is too much like bathing. Außerdem darf Worf in dieser Folge zum ersten Mal kämpfen, und zwar ganz ehrenhaft Mano-a-Mano. Nur hat Worf keine Chance und Beverly Crusher muss ihn retten.

Nebenbei lacht Data zum ersten Mal über einen Witz von Geordi La Forge. Erst erklärt er den Witz mit großer Präzision, dann beginnt er das Lachen. Später erklärt Data dem Computer einen Sachverhalt und der Computer unterbricht ihn, das reicht. Schon eine nette Folge.

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TNG 1.24 – We’ll Always Have Paris

Früher hätte ich eine solche Folge langweilig gefunden, aber heute bin ich Fan schlechter Romanzen. Hier trifft Picard eine alte Geliebte wieder, die er damals in einem kitschigen französischen Lokal hat sitzen lassen, weil er Angst hatte, Liebe und Karriere zu verbinden. Während im Hintergrund ein Akkordion spielt, fragen sich Picard und Jenice, was gewesen wäre, wenn. Ich würde sagen, nicht viel, vor allem wenn sie sich am Ende auf dem Holodeck treffen, in einer Nachbildung besagten Lokals, um sich voneinander zu verabschieden. Das wirkt eher formal als sentimental.