Star Wars: The Force Awakens

Der Film endet sobald er interessant wird. Kylo Ren, der Bösewicht, hat gerade seinen Vater getötet und wurde von einer Frau, die nicht mal ein richtiger Jedi ist, im Lichtschwertkampf besiegt. Jetzt ist er sauer, die dunkle Seite hat ihn und er kann endlich der neue Darth Vader sein, Greueltaten begehen und die Helden des Films (Finn, Rey, Leia und Luke) bis an die Grenzen ihrer Fähigkeiten treiben. Ich verließ das Kino mit einem Triumphgefühl: „Der nächste Film wird richtig gut!“ Also genau die Wirkung, die der Film haben soll. Denn Star Wars ist im Grunde ein einziges gigantisches Versprechen, demnach sich vor langer Zeit irgendwelche mitreißenden Geschichten in einer weit entfernten Galaxis abgespielt haben sollen. Geschichten, die nie wirklich erzählt wurden, sondern immer nur vorbereitet. Und auch Star Wars 7 bereitet nur vor. Und auch die nächsten 26 Filme werden immer nur vorbereiten. Disney will jedes Jahr einen neuen Star Wars-Film ins Kino bringen, und zwar für immer, und „für immer“ heißt: bis zu einem sehr peinlichen Ende, das an die achte Staffel einer Serie erinnert, die zu Beginn alle toll fanden, aber am Ende merkten auch die Dööfsten, dass sie die ganze Zeit verarscht wurden. Und dann werden Blogger analysieren, warum das Ganze eigentlich schon von Beginn an zum Scheitern verurteilt war. Ich will mal einen Star Wars-Film sehen, der eine große geschlossene Geschichte erzählt, wie Lawrence von Arabien, nur im Weltraum. Aber so ein geschlossener Film wäre kein Star Wars mehr. Star Wars ist der Inbegriff des Hype. Eine geschlossene Geschichte würde den Hype beenden und dann könnte Disney nicht mehr die Fantasie der Kinder zu Geld machen, mit Spielzeugen, Schulsachen, Happy Meals usw. Insofern ist Star Wars 7 perfekt.