Love

Alle Kameraeinstellungen in Love werden durch kurze Schwarzbilder voneinander getrennt. So will jede Aufnahme für sich betrachtet werden, in Abgrenzung zu allen anderen, als schaue man eine Diashow. Das ist ein reizvolles filmisches Konzept, besonders wegen der vielen Sexszenen. Aber leider ist nichts Reizvolles in diesen Aufnahmen. Ich hatte mir etwas im Stil der Filmplakate erhofft: extreme Nahaufnahmen aller erogenen Zonen beim Sex, sich leckende Zungen, Speichelfäden, Nippel – der erregte Körper als Landschaft in 3D mit detaillierten Geräuschen. All das ist Love nicht. Stattdessen ist Love der innere Monolog eines Mannes, der deprimiert in seiner Wohnung sitzt und sich an die letzten paar Jahre seines Lebens erinnert, die bestimmt waren von Sex, Party und Rausch, und die ihm nichts gebracht haben außer einem Platzkondomkind und einer Frau, die er nicht liebt. Es ist ein Gezeter über Sex als Selbstzerstörung. Dazu passend viele Sexszenen, in denen die Kamera die Darsteller auf ihren Betten einsperrt, mit ewig gehaltenen Aufnahmen und mechanischen Performances, ohne Lust oder Rausch. Ich fand das weder interessant zu schauen, noch regte sich was in meiner Hose, mir fielen einfach die Augen zu.