Fack Ju Göhte

Fack Ju Göhte

Liebe Kinder, wollt ihr später mal Abschaum sein? Nein? Dann schnell auf eure Plätze! Denn ein guter Mensch ist nur, wer Geld verdient. Und Geld verdient nur, wer einen Job hat. Und einen Job hat nur, wer in der Schule gute Noten kriegt. Und gute Noten kriegt nur, wer in der Schule fleißig ist. Diesem Film nach ist Bildung nicht dazu da, Kinder geistig zu fördern oder sie neugierig zu machen auf die Wunder der Welt. Diesem Film nach ist Bildung dazu da, sich später als Erwachsener ganz viele Pick Ups leisten zu können (an Snack-Automaten, die nur Pick Ups haben). Diesem Film nach ist jeder Mensch, der keinen Job hat, Abschaum. Das ist eine Lektion, die Elyas M’Barek seinen Schülern beibringt, indem er mit ihnen Hartz IV-Wohnungen besichtigt, die alle nach Hundekacke stinken, weil Arbeitslose zu faul sind, mit dem Hund Gassi zu gehen. Liebe Kinder, so eklig wird man, wenn man keinen Job hat. Unser Bildungssystem beruht auf der Angst vor Ausgrenzung. Zum Glück sind echte Kinder nicht so idiotisch wie die in diesem Film. Der Film hat auch ein paar gute Tipps für Frauen: Liebe Frauen, schminkt euch, tragt High Heels und enge kurze Kleider! Dann wird für euch alles super. Esst nicht so viel, fügt euch dem Schönheitsideal und nehmt, wenn er euch angeboten wird, den Schwanz in den Mund! Oder seid ihr etwa verklemmt? Und nehmt eure Brille ab! Mädchen mit Brille sind scheiße. Deutsche Komödienschreiber lieben riesige Hornbrillen. Keine Frau würde sie jemals tragen, aber in deutschen Komödien (und Pornos) kennzeichnen sie die Entwicklung der Frau von hässlich/verklemmt zu hübsch/willig. Andere Persönlichkeitsmerkmale gibt es bei Frauen nicht. Zum Glück sagt das weniger über Frauen aus als über die deutschen Komödienschreiber. Mehrmals manipuliert Elyas M’Barek arglose Frauen, indem er ihnen etwas in den Drink schüttet. Aber das muss man diesem heißen Typen eben durchgehen lassen, und überhaupt sollen sich die Frauen mal nicht so haben. Nachdem er Karoline Herfurth KO-Tropfen in den Tee geschüttet hat, um an ihrem Computer ein gefälschtes Dokument auszudrucken, sagt sie „Du hast mich sexuell ausgenutzt!“ Als er daraufhin sagt, dass er sie nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde, ist sie enttäuscht. Enttäuscht, weil er sie nicht vergewaltigt hat. Das ist dieser freche Fack Ju Göhte-Humor, den deutsche Kinobesucher lieben. Darüber hinaus ist der Film zu 50 Prozent mit Ballermannmusik unterlegt. Wie soll ich jetzt zu all denen stehen, die mir diesen Film als „guten deutschen Film, der gefällt dir bestimmt“ empfohlen haben?

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